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    FUßBALL: ZWEITE BUNDESLIGA

    Warum man in Osnabrück den Kickers die Daumen drückt

    Stuttgarts Trainer Hannes Wolf will Bielefeld mit einem Sieg helfen. Dass man in Osnabrück indes auf den Klassenerhalt der Kickers hofft, hat mit Geld zu tun.

    Keine Diskussionen über die Zukunft von Trainer Bernd Hollerbach, keine Durchhalteparolen: Die Würzburger Kickers haben sich Ruhe verordnet. Vor dem Saisonfinale am Sonntag (15.30 Uhr) beim VfB Stuttgart wollen die Zweitliga-Fußballer unter sich bleiben. Lediglich 15 Trainingsminuten am Donnerstagnachmittag sind öffentlich. Für Zuschauer offene Trainingseinheiten sind ohnehin rar geworden beim Hollerbach-Team. Im vergangenen Monat gab es lediglich ein komplett öffentliches Training.

    Womöglich will sich der Kickers-Coach sich nicht in die Karten schauen lassen. Schließlich muss Hollerbach sein Aufstellungspuzzle noch einmal völlig neu zusammensetzen. Mit Mittelfeldmann Lukas Fröde und Angreifer Elia Soriano fehlen dem Tabwellen-17. zwei Akteure gelbgesperrt, die zuletzt als gesetzt gelten durften. Die Chancen auf einen rettenden Coup beim Tabellenführer sind dadurch nicht größer geworden.

    Historisch wird der Auftritt am Neckar für die Kickers ohnehin werden. Schließlich ist das Gottlieb-Daimler-Stadion mit 60 449 Zuschauern ausverkauft. Vor einer solchen Kulisse hat noch nie ein Würzburger Fußballteam eine Partie bestritten. Auch die 3000 Tickets, die die Kickers für den Gästebereich verkauft haben, sind vergriffen. Die Schwaben wollen an diesem Tag die Rückkehr in die Bundesliga feiern. Dass die – angesichts von drei Punkten Vorsprung und einer um zehn Treffer besseren Tordifferenz gegenüber Braunschweig auf Relegationsplatz drei – den Stuttgartern ohnehin kaum noch zu nehmen ist, muss aber kein Vorteil für die Kickers sein. Schließlich hat VfB-Trainer Hannes Wolf bereits angekündigt, auch für einen der Kickers-Rivalen im Abstiegskampf siegen zu wollen: „Arminia Bielefeld hat uns sehr geholfen. Jetzt können wir ihnen mit einem Sieg helfen, in der Liga zu bleiben.“ Bielefeld hatte zuletzt Braunschweig 6:0 besiegt und dafür gesorgt, dass der VfB trotz des 0:1 in Hannover beste Aufstiegschancen hat.

    Daumen drücken für Würzburg heißt es indes in Osnabrück. Der Grund: Drittligist VfL könnte von einem Würzburger Klassenerhalt profitieren. Beim Wechsel von Verteidiger David Pisot zu den Rothosen hatte der VfL eine Nachzahlung auf die Ablösesumme im Fall des Kickers-Klassenerhalts ausgehandelt. In Osnabrück spricht man von rund 50 000 Euro, die auf die geschätzte Ablöse von 250 000 Euro noch drauf kämen.

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