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    FREIWASSERSCHWIMMEN: WELTMEISTERSCHAFT

    Keine guten Vorzeichen für Christian Reichert

    Beim Zehn-Kilometer-Wettbewerb am heutigen Dienstag will sich der Würzburger Christian Reichert auf seine vielfach bewährte Renntaktik verlassen.

    Christian Reichert Foto: Kraemer, dpa

    Christian Reichert kennt den Balaton. Der gebürtige Würzburger schwamm schon fast ein Dutzend Mal durch jenen See, der bei der WM in Ungarn die Kulisse für die Freiwasserrennen liefert. Der Plattensee ist ein fester Stopp auf der Weltcup-Tour, und auch bei der EM 2010 war Reichert hier am Start. Platz vier über zehn Kilometer und Rang sieben über die halbe Distanz sprangen damals heraus. Ein gutes Omen für den Zehn-Kilometer-Wettbewerb am heutigen Dienstag?

    Gesamt-Weltcupsieger 2015

    An solchen Humbug glaubt Reichert nicht. Er glaubt an Vorbereitung, Wettkampfbedingungen und Renntaktik. In Sachen Vorbereitung und Wettkampfbedingungen stehen die Vorzeichen allerdings weniger gut für den 32-Jährigen. Weil er nach krankheitsbedingten Trainingsrückständen erst im März sein erstes Saisonrennen schwimmen konnte. Und weil Reichert sein Wettkampfwasser gern salzig, frisch, wellig hat. Im Plattensee ist es: süß, warm, glatt.

    Ideal für die schnellen Beckenschwimmer im Feld. Weniger hilfreich für alte Freiwasser-Füchse wie Reichert. „Das ist natürlich ärgerlich, aber man muss es halt nehmen, wie es kommt“, sagt er dazu schlicht, weiß der Gesamt-Weltcupsieger von 2015 doch, dass im Freiwasser Schnelligkeit längst nicht alles ist, was zählt.

    Die bewährte Renntaktik

    Also wird sich Reichert, der mit seiner Familie in Wiesbaden lebt und für seinen Sport zwischen alter und neuer Heimat pendelt, auf seine vielfach bewährte Renntaktik verlassen. Reichert weiß, an welche Füße er sich zunächst hinten im Feld halten kann, um im Sog Kraft zu sparen. Er weiß, wie man die Bojen nutzt, um Plätze gutzumachen.

    Nur hat der einfache, aber zuschauerfreundlich gesteckte Kurs eben weniger Bojen und mehr lange Geraden, auf denen die schnellen Männer wie Titelverteidiger Jordan Wilimovsky vermutlich Tempo machen werden, um die Konkurrenz zu zermürben. „Das wird ein knüppelhartes Rennen“, da ist sich auch Reichert sicher und stapelt daher gewohnt tief: „Ein Top-Ten-Platz wird da schon sehr eng.“

    Synchronschwimmerin Ameli Ebert auf Platz acht

    Derweil haben bei der WM die Synchronschwimmer Niklas Stoepel und die Würzburgerin Amelie Ebert, Schwester der Fechterin Leonie Ebert, die für Bochum startet, im Mixed Duett den achten Platz belegt. Mit 70,3147 Punkten lagen die beiden am Montag rund 17 Zähler hinter Bill May und Kanako Kitao Spendlove aus den USA, die auf den Bronzerang kamen. Den Titel sicherten sich die Italiener Manila Flamini und Giorgio Minisini vor Mikhaela Kalancha und Aleksandr Maltsev aus der ansonsten dominierenden Synchronschwimm-Nation Russland. Erst seit der Weltmeisterschaft 2015 in Kasan machen auch Männer bei den Synchronschwimm-Wettbewerben mit. Mit Material von dpa

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