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    HANDBALL: ZWEITE BUNDESLIGA MÄNNER

    Die Zeit der leisen Töne ist vorbei

    Rimpars Wölfe reisen zur Heimmacht ThSV Eisenach, um zu siegen.

    Der Jubel der Rimparer nach dem 24:20-Heimsieg über Eisenach im November in der s.Oliver Arena war groß. Der Thüringer S... Foto: Frank Scheruring

    ThSV Eisenach – DJK Rimpar Wölfe
    (Samstag, 19.30 Uhr, Werner-Aßmann-Halle)

    Die leisen Töne gehören im Wolfsrevier endgültig der Vergangenheit an. Neun Spieltage vor Saisonende – die Handballer der DJK Rimpar Wölfe (39:19) behaupten seit Wochen Platz vier in der zweiten Bundesliga und sind an Pluspunkten gleichauf mit dem Tabellendritten TV Hüttenberg, der allerdings ein Spiel weniger absolviert hat – strotzt Trainer Matthias Obinger vor Selbstvertrauen. „Mit uns ist zu rechnen!“, hatte er bereits nach dem Punktgewinn beim 29:29 im letzten Heimspiel gegen Spitzenreiter TuS N-Lübbecke angekündigt – das seine Mannschaft im Übrigen hätte auch gewinnen können.

    Am Karsamstag nun führt die Reise die Rimparer in den Osten der Republik, zum aktuellen Siebten ThSV Eisenach (34:24). Kein Irgendwer. Ein Erstliga-Absteiger. Ein Spitzenkader. Und eine Heimmacht. In der Werner-Aßmann-Halle haben die Wartburgstädter in der laufenden Runde erst dreimal verloren und damit genauso wenige Punkte abgegeben wie die Wölfe in der s.Oliver Arena. Trotzdem gibt Obinger selbst gegenüber dem Pressedienst des Gegners forsch zu Protokoll: „Ganz klar, wir fahren nach Eisenach, um zu siegen. Wir wollen diese Festung einnehmen. Und wir wollen Platz vier zumindest halten – besser noch auf Platz drei springen.“

    Im Gespräch mit dieser Redaktion bekräftigt der DJK-Coach: „Ich meine wirklich, wir können selbstbewusst anreisen. Wir haben uns spielerisch in den vergangenen Wochen noch mal gefestigt. Sowohl in Leutershausen als auch gegen Lübbecke haben wir starke Leistungen gezeigt.“ Bei allem Vertrauen ins eigene Team und dessen Stärken ist sich Obinger freilich gleichwohl bewusst: „Das wird eines der schwersten Auswärtsspiele der ganzen Saison und eine riesige Herausforderung für uns.“

    Der Kader von ThSV-Trainer Christoph Jauernik ist gespickt mit teils international und Erstliga-erfahren, in jedem Fall aber erstklassigen Akteuren – und das selbst ohne die Langzeitverletzten Daniel Luther, Jonas Richardt und den seit Ende Januar nach einem schweren Autounfall fehlenden Marcel Schliedermann. Der Rückraum ist auch mit dem isländischen Nationalspieler Olafur Bjarki Ragnarsson (Mitte), dem Kroaten Duje Miljak (rechts) und dem Ex-Coburger Matthias Gerlich (links, Mitte) herausragend besetzt. Zum Start der Rückrunde verpflichteten die Thüringer aufgrund ihrer Personalsorgen noch den 20-jährigen lettischen Juniorennationalspieler Tom Lielais (links) vom erweiterten Kader des Bundesliga-Spitzenreiters SG Flensburg-Handewitt nach. Toptorjäger ist Rechtsaußen Tomas Urban, slowakischer Nationalspieler.

    Vorsicht vor dem Rückraum

    Gerlich nennt Obinger „einen der besten, wenn nicht sogar den besten Rückraumshooter der Liga“. Nicht ohne Grund: Vergangene Woche erzielte der 29 Jahre alte 2,04-Meter-Mann beim knappen 27:26-Sieg in Essen neun Treffer für Eisenach. In der Torschützenliste der zweiten Handball-Bundesliga wird Gerlich nach 23 absolvierten Spielen mit 140 Treffern (davon 22 Siebenmeter) an Rang 14 geführt und mit 118 Feldtoren an Rang zwölf – im Schnitt ist er damit sechsmal pro Partie erfolgreich. Zwei Rimparer sind an absoluten Zahlen jedoch noch besser als er: die Nummer sechs Patrick Schmidt (171/69 Tore in 29 Spielen = 5,9 pro Partie) und die Nummer 22 (Feld: Nummer sieben) Steffen Kaufmann (126 Tore in 29 Spielen = 4,3 pro Partie). Gerlich und Kaufmann zusammen besetzten nach dem letzten Spieltag den linken und rechten Rückraum in der Mannschaft der Woche der Fachzeitschrift „Handballwoche“.

    Doch um im Osten in dieser Saison ungeschlagen zu bleiben, wird es für die zweitbeste Abwehr der Liga ohnehin zuvorderst darauf ankommen, Tore zu verhindern. „Wir müssen aggressiv, frech und selbstbewusst verteidigen“, fordert Obinger. „Und wir müssen von vornherein zeigen, dass wir weiter vorne dabei bleiben wollen. Denn eines ist klar: Wenn wir bei der Vergabe der Aufstiegsplätze mitreden wollen, sollten wir in Eisenach nicht verlieren.“ Dass die Wölfe das wollen, darüber besteht längst kein Zweifel mehr. Leise Töne klingen anders.

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