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    HANDBALL: ZWEITE BUNDESLIGA MÄNNER

    Schaukeln die Wölfe den Aufstieg noch?

    Vor dem vorletzten Heimspiel gegen Saarlouis haben die Rimparer bereits überraschende Schützenhilfe im Kampf um einen der ersten drei Plätze bekommen

    Bereit zum Sprung: Die Wölfe-Trainer Matthias Obinger (rechts) und Josef Schömig (links) mit Sebastian Kraus auf einem S... Foto: Gress

    DJK Rimpar Wölfe – HG Saarlouis
    (Samstag, 20 Uhr, s.Oliver Arena)

    Auch in der zweiten Bundesliga ist Handball letztlich nichts anderes als ein Spiel. Wo sollte es also schönere Bilder geben, um eine Situation vor dem Saisonfinale zu beschreiben, als auf einem Spielplatz? Eine Wippe, die für die Hochs und Tiefs einer Saison stehen kann. Die Schaukel, auf der man viel Schwung für den finalen Absprung nimmt. Oder die Rutsche auf der es steil bergab geht, die man aber genauso gut auch hinauflaufen kann – zumindest dann, wenn einem jemand den Arm reicht.

    „Mit etwas Hilfe und Geduld können wir am Ende auf einem Aufstiegsplatz stehen. Ich glaube daran, und die Mannschaft glaubt auch daran. Dann schauen wir mal, ob es am Ende reicht“, sagte DJK-Cheftrainer Matthias Obinger beim Dreh zum neuen Wölfe-Podcast auf einem Rimparer Spielplatz vor dem Heimspiel seiner Mannschaft (4./44:24) gegen die HG Saarlouis (13./31:37).

    Am Mittwochabend haben die Grün-Weißen tatsächlich schon Schützenhilfe bekommen – und zwar aus der Kurpfalz. Die zuvor viermal in Serie siegreiche TSG Ludwigshafen-Friesenheim unterlag daheim fast schon sensationell im Nachhol-Derby der noch um den Klassenerhalt kämpfenden SG Leutershausen, weshalb die Eulen als Tabellenfünfter hinter den Wölfen zurückbleiben. Nach wie vor gibt es vier Kandidaten, von denen zwei Klubs dem Spitzenreiter Lübbecke in die erste Liga folgen werden.

    Wegen der 22:26-Niederlage vom vergangenen Sonntag bei der HSG Nordhorn-Lingen hat es Rimpar vier Spieltage vor dem Saisonende dennoch nicht selbst in der Hand. Die Konkurrenz aus Bietigheim (2.) und Hüttenberg (3.) nimmt sich im direkten Aufeinandertreffen am 27. Mai allerdings noch gegenseitig Punkte weg und hat auch sonst kein einfaches Restprogramm (siehe Infokasten). „In erster Linie hängt es von uns ab. Wir müssen die nächsten Aufgaben erfolgreich meistern“, so Obinger.

    Den Auftakt bildet an diesem Samstagabend das vorletzte Heimduell gegen die Saarländer, die bis zum Hinspiel ein Lieblingsgegner der Wölfe waren. Am dritten Adventswochenende unterlagen die Wölfe ihnen jedoch erstmals, wenn auch knapp mit 28:29. Obinger weiß um die Stärken (Angriff) und Schwächen (Abwehr) des von Jörg Bohrmann trainierten Teams, das von den letzten elf Auftritten nur vier verloren hat. „Das wird ein hartes Stück Arbeit. Denn der Gegner steht im Abstiegskampf noch mit dem Rücken zur Wand.“

    Und doch hat der 37-Jährige unter der Woche nicht nur die gewöhnliche Spielvorbereitung auf die Agenda gesetzt. „In dieser Phase der Saison geht es fast nur noch über den Willen und Kampf. Da braucht es im Training besondere Momente, die nicht zwingend mit Handball zu tun haben müssen“, sagt der Coach. Welche das konkret in seinen Übungseinheiten waren und sind, verrät er nicht. Nur so viel: „In den vier Endspielen muss die Mannschaft vielleicht noch enger zusammenrücken als ohnehin schon.“

    Ob sich die Wölfe wohler fühlen in der Rolle des Jägers als in der des Gejagten? „Im Prinzip müssen wir es nehmen, wie es ist. Wenn man die Ergebnisse der letzten Wochen sieht, ist da aber schon was dran. Wir hätten es ja auch anders haben können“, gibt Obinger zu bedenken. Immer dann, wenn Rimpar kurz zuvor einen der drei begehrten Aufstiegsplätze erkämpft hatte, folgte ein Patzer. So war es zuletzt in Lingen. So war es neulich in Konstanz. Und so war es schon im Februar daheim gegen Essen.

    Doch aktuell sind die Wölfe auf keinem Aufstiegsplatz, sondern Vierter, also in unmittelbarer Lauerstellung. „Es war so oder so schon eine starke Saison“, sagt Co-Trainer Josef Schömig: „Nun wollen wir noch zum ganz großen Wurf ausholen.“ Es ist und bleibt ein Spiel – wenn auch ein extrem aufregendes . . .

    Das Restprogramm der Aufstiegskandidaten

    SG BBM Bietigheim (2./46:22)
    TuS N-Lübbecke (H), TV Hüttenberg (A), EHV Aue (H), Emsdetten (A).

    TV Hüttenberg (3./45:21)
    ThSV Eisenach (A), HC Empor Rostock (A), SG BBM Bietigheim (H), DJK Rimpar Wölfe (A), TuS N-Lübbecke (H).

    DJK Rimpar Wölfe (4./44:24)
    HG Saarlouis (H), TuS Ferndorf (A), TV Hüttenberg (H), VfL Bad Schwartau (A).

    TSG Lu.-Friesenheim (5./43:25)
    EHV Aue (H), Wilhelmshavener HV (A), HG Saarlouis (H), HC Empor Rostock (H).

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