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    MÜNCHEN

    Die Entscheidung: Teilen sich Seehofer und Söder die Macht?

    Wie geht es an der CSU-Spitze weiter? Die Fraktion berät seit dem Vormittag über ihr neues Personaltableau. Bereits um 9 Uhr sickerten erste Informationen durch.

    Aussichtsreichster Kandidat für das Ministerpräsidentenamt ist Seehofers Dauerrivale, Finanzminister Söder (l.). Foto: Sven Hoppe/Archiv

    Der Machtkampf in der CSU wird nach wochenlangem Streit sehr wahrscheinlich an diesem Montag beendet. Nach Informationen dieser Redaktion will Horst Seehofer zwar Parteivorsitzender bleiben. Er soll aber, wie es am Sonntag aus seinem Umfeld hieß, dazu bereit sein, sein Amt als Ministerpräsident in Bayern abzugeben.

    Damit wäre der Weg für seinen Dauerrivalen Markus Söder frei. Weil Seehofer obendrein plane, als Minister in eine neue Bundesregierung einzutreten, könnte der Wechsel in Bayern schon in den ersten Monaten des neuen Jahres über die Bühne gehen.

    Beratungen über neues Personaltableau am Vormittag

    Der bayerische Finanzminister Söder könnte schon am Montagvormittag von der CSU-Landtagsfraktion als Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2018 vorgeschlagen werden. Ob er sich in der Fraktion einer Kampfabstimmung stellen muss, blieb am Sonntag noch offen. Zunächst hieß es, eine Gegenkandidatur von Innenminister Joachim Herrmann, über die vergangene Woche spekuliert worden war, werde es nicht geben. Aus den Gesprächen in der CSU-Parteizentrale verlautete allerdings am Sonntagnachmittag, dass Herrmann noch mit sich ringe, ob er ins Rennen geht. Allerdings gilt Söder in der Landtagsfraktion als klarer Favorit.

    Die Wiederwahl Seehofers als Parteivorsitzender ist für den CSU-Parteitag Mitte Dezember geplant. Dort soll es – Stand Sonntag – keinen Gegenkandidaten geben, um Seehofer den Rücken für die Verhandlungen über eine Regierungsbildung in Berlin freizuhalten. Führende CSU-Politiker sollen Seehofer dazu gedrängt haben, im Amt zu bleiben.

    Derzeit keine offizielle Bestätigung

    Es wird deshalb erwartet, dass auch der Parteivorstand, der sich am Montagvormittag in München trifft, diesem Kurs zustimmt. Eine offizielle Bestätigung, dass Seehofer und Söder sich auf diese Lösung verständigt haben, war bis Sonntagabend nicht zu erhalten. Seehofer will sich erst an diesem Montag erklären – und zwar zuerst in der Fraktionssitzung am Morgen, dann am Vormittag im CSU-Parteivorstand. Er deutete allerdings an, dass er bereits vorletzten Donnerstag bereit gewesen sei, die Macht mit Söder zu teilen.

    Auf dem Weg in die CSU-Landesleitung sagte der Ministerpräsident am Sonntag: „Ich hoffe, dass wir heute und morgen abschließen, was ich schon am Donnerstag vor einer Woche abschließen wollte.“ Er zeigte sich zuversichtlich, dass eine Konsenslösung zu erreichen sei. „Das wollen praktisch alle unsere Anhänger und Mitglieder.“ Auch Thomas Kreuzer, Chef der CSU-Fraktion im Landtag, hat den Eindruck, dass Seehofer bereit ist, sich vom Amt des Ministerpräsidenten zurückzuziehen. „Ich gehe davon aus, dass Seehofer nicht mehr als Ministerpräsident antritt“, sagte Kreuzer bei einer Veranstaltung in Kempten.

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    Aigner: Seehofer soll Parteichef bleiben

    Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, selbst lange als Seehofer-Nachfolgerin gehandelt, sprach sich noch einmal ausdrücklich dafür aus, dass Seehofer Parteichef bleiben solle. Er sei, solange in Berlin noch nicht alles geklärt ist, „der stabilisierende Faktor an der Spitze der CSU“.

    Die Gespräche in der Parteizentrale zogen sich bis in den Abend hin. Führende CSU-Politiker ließen erkennen, dass sie eine Doppelspitze unterstützen würden. CSU-Europagruppenchefin Angelika Niebler etwa sagte: „Ich halte es in jedem Fall für eine gute Idee.“ Auch aus der Runde der Bezirksvorsitzenden hieß es, dass es dagegen keine Einwände gegeben habe. Allerdings sei kein Ministerpräsidentenkandidat namentlich benannt worden. Hier solle die Fraktion einen Vorschlag machen.

    Sollte am Montag also alles so laufen, wie es sich am Sonntag und in den vergangenen Tagen angedeutet hatte, dann werden also die Landtagsfraktion und der Parteivorstand einer künftigen Doppelspitze zustimmen. Damit könnte der seit der Bundestagswahl herrschende Machtkampf in der CSU befriedet werden.

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