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    MÜNCHEN / HASSFURT

    Evangelischer Landesbischof verteidigt Kirchenasyl

    „Unverhältnismäßig“ nennt Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm Ermittlungen gegen Pfarrer, die Kirchenasyl gewähren. Im Fokus steht auch eine Haßfurter Pfarrerin.

    Pfarrerin Doris Otminghaus spricht am Montag (30.01.17) im evangelischen Pfarramt in Hassfurt mit einem jungen Afghanen ... Foto: Daniel Peter (epd-BAYERN)

    Als unverhältnismäßig hat der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm staatsanwaltliche Ermittlungen gegen Pfarrer bezeichnet, die Kirchenasyl gewähren. In einem Facebook-Eintrag verteidigte Bedford-Strohm am Samstag Kirchenasyl als „ultima ratio“. Kirchenasyl sei eine in der Geschichte entwickelte „humanitäre Notlösung, die Raum schafft für nochmalige rechtliche Prüfungen und die Verhinderung besonderer humanitärer Härten“. Die Zahl von 57 Kirchenasylen derzeit in Bayern zeige, dass die Gemeinden sehr verantwortungsvoll mit diesem Instrument umgingen, erklärte Bedford-Strohm.

    Die Behörden in Bayern ermitteln unter anderem gegen die Haßfurter Pfarrerin Doris Otminghaus als Hauptverantwortliche für das Kirchenasyl in ihrem Pfarrhaus. Das hatte die Staatsanwaltschaft Bamberg bestätigt. Der Vorwurf laute auf Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt in Deutschland. Er hoffe, „dass dieses Vorgehen nicht zur Regel wird“, schreibt der Landesbischof bei Facebook.

    Die bayerische evangelische Landeskirche hat bestätigt, dass ihr „einige Ermittlungsverfahren gegen Pfarrer in Bayern“ bekannt seien. Das aktuelle Vorgehen der Ermittlungsbehörden läuft nach Ansicht von Kirchenasyl-Experten einer Absprache vom Februar 2015 zwischen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), dem Bundesinnenministerium und den beiden Kirchen zuwider, wonach Kirchenasyle respektiert würden, wenn man sie dosiert anwende. Solche Verfahren würden bundesweit derzeit nur in Bayern angestrengt, hieß es.

    Bearbeitet von Gisela Rauch

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