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    MAINFRANKEN

    Reformation auf dem Schiff, der Bühne und dem Teller

    Ob Theaterstück, Konzertabend oder Pilgerreise: Im 500. Jahr der Reformation haben sich die evangelischen Gemeinden in der Region einiges einfallen lassen. Ein Auszug.

    Eine der wohl größten Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum dürfte die Aktion „Reformation im Fluss“ sein: Ab Anfang ... Foto: Walter Weiss, epd

    Ob Theaterstück, Konzertabend, Vortrag, Familienfest oder Pilgerreise: Im 500. Jahr der Reformation haben sich die evangelischen Gemeinden und Dekanate in Unter- und Westmittelfranken viel einfallen lassen. Ein unvollständiger Überblick über einige Höhepunkte.

    Eine der wohl größten Veranstaltungen dürfte die gemeinsame Aktion „Reformation im Fluss“ der Dekanate Kitzingen, Würzburg, Lohr und Aschaffenburg sein. Von vier Wochenenden ab Anfang Mai bis Juni finden auf dem Schiff MS Franconia Gottesdienste, Chorprojekte, Kinder- und Jugendtage, Konzerte und Vorträge statt. Das Projekt soll daran erinnern, dass sich über den Wasserweg Main vor 500 Jahren auch die Gedanken der Reformation verbreitet haben.

    Mancherorts werden im Gedenkjahr der Reformation große Feste organisiert – so zum Beispiel in Bad Windsheim am 30. Juli. An vielen Orten in der autofreien Innenstadt kann man sich der Reformation bei Ausstellungen und gemeinsamen Aktion nähern.

    Schon am 9. Juli wird in Kitzingen ein ökumenisches Brückenfest gefeiert, am selben Tag in Uffenheim ein ökumenisches Christusfest. Am 7. Juli lädt das Fränkische Museum Feuchtwangen zur illuminierten Museumsnacht „Über Gott und die Welt“ ein – das Ensemble der Kreuzgangsspiele wirkt dabei mit. Ein ganz besonderes Ereignis dürfte die Sommersonnenwende am 24. Juni auf dem Kreuzberg bei Bischofsheim in der Rhön sein, zu dem die evangelische Dekanatsjugend Bad Neustadt (Lkr. Rhön-Grabfeld) einlädt.

    Auf den Bühnen im Kirchenkreis wird passend zum Reformationsjahr einiges geboten: Am Ansbacher Theater etwa „Luther! Das klare Wort“ (März und Oktober), bei den Kreuzgangsspielen Feuchtwangen feiert am 15. Juni das Schauspiel „Luther“ nach dem Drehbuch des gleichnamigen Films aus dem Jahr 2003 Premiere. In Feuchtwangen findet außerdem am 23. Juni die Premiere des Stücks „Argula“ und am 10. Juli des Stücks „Judas“ statt. Besondere Kirchenmusik gibt es beispielsweise am 26. Mai im Münster Heilsbronn unter anderem mit dem Ensemble Wunderkammer und dem Windsbacher Knabenchor. Der berühmte evangelische Chor ist am 28. Mai zudem mit geistlicher Chormusik aus der Zeit der Reformation in Franken in der Würzburger St. Johanniskirche zu Gast.

    Auch die Kulinarik des frühen 16. Jahrhunderts kommt nicht zu kurz: Am 6. Mai findet ein „Essen mit Luther“ in Geldersheim wie „anno dazumal“ statt, während der Casteller Tage in Remlingen wird am 15. September auch wie zu Luthers Zeiten getafelt. In der Würzburger Martin-Luther-Kirche findet am 21. Oktober ebenfalls ein „Lutheressen“ statt.

    Einige Kirchengemeinden und Dekanate bieten auch thematische Führungen und Pilgerreisen an. Die Evangelische Studierendengemeinde Würzburg bietet zwischen dem 15. und 18. Juni zum Beispiel „Wandern auf dem Lutherweg“ von Erfurt nach Jena an, die katholischen und evangelischen Kirchengemeinden Lohr veranstalten vom 17. bis 21. Juli zusammen eine Reise zu Stätten der Reformation in Franken und Ostdeutschland.

    Teils über den Reformationstag hinaus sind mehrere Ausstellungen im Kirchenkreis zu sehen, die sich mit der Reformation oder Martin Luther beschäftigen. So zum Beispiel die Ausstellung „Medien der Reformation“ im Reichsstadtmuseum in Rothenburg ob der Tauber, die den Buchdruck und die Entstehung von Flugblättern zum Thema hat. Im nur wenige Hundert Meter entfernten Kriminalmuseum thematisiert eine Sonderausstellung „Luther und die Hexen“.

    Im Würzburger Rathaus ist vom 5. bis 28. Mai eine extra Ausstellung zum protestantischen Leben in der Stadt im 16. Jahrhundert zu sehen, ab dem 15. Oktober zeigt darüber hinaus das Mainfränkische Museum anhand der Bilder von Peter Dell dem Älteren die Umbrüche im Zeitalter der Reformation.

    Der Kirchenkreis Ansbach-Würzburg ist einer der sechs Kirchenkreise der bayerischen Landeskirche. Er umfasst 19 Dekanatsbezirke in Unter- und im westlichen Mittelfranken: Ansbach, Aschaffenburg, Bad Neustadt, Bad Windsheim, Castell, Dinkelsbühl, Feuchtwangen, Gunzenhausen, Heidenheim, Kitzingen, Leutershausen, Lohr am Main, Markt Einersheim, Rothenburg ob der Tauber, Schweinfurt, Uffenheim, Wassertrüdingen, Windsbach und Würzburg. In den 455 Kirchengemeinden leben ungefähr 435 000 evangelische Christen. Regionalbischöfin ist Oberkirchenrätin Gisela Bornowski.

    „Ein 'Essen mit Luther' – wie anno dazumal.“
    Veranstaltung zum Jubiläum der Reformation in Geldersheim

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