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    MÜNCHEN

    Freie Wähler streiten über Nationalpark

    Uneinigkeit so weit das Auge reicht: Wenn es um einen Nationalpark im Spessart geht, ist FW-Chef Hubert Aiwanger dagegen, und der Unterfranke Hans-Jürgen Fahn dafür.

    Sind sich beim Thema Nationalpark nicht einig: Hans Jürgen Fahn (links) und Hubert Aiwanger Foto: Farkas

    Die Freien Wähler sind sich uneins über ihre Haltung zu einem möglichen Nationalpark im Spessart: Während Parteichef Hubert Aiwanger sich im Nachgang einer Expertenanhörung im Landtag entschieden gegen ein neues Schutzgebiet aussprach, unterstützte der unterfränkische FW-Landtagsabgeordnete Hans Jürgen Fahn in einer schriftlichen Stellungnahme die Nationalpark-Pläne in Unterfranken.

    „Aus ökologischen Gründen halte ich einen Nationalpark Spessart für sinnvoll und wünschenswert“, teilte Fahn darin mit. Allerdings müssten zunächst noch „Schwachpunkte“ wie etwa der Umgang mit den vorhandenen Holzrechten der Bevölkerung vor Ort geklärt werden. Er halte deshalb „eine konkrete Machbarkeitsstudie für dringend geboten“, forderte Fahn.

    „Ein Nationalpark im Spessart muss gestoppt werden“, findet dagegen Freie-Wähler-Chef Aiwanger. So räume die CSU-Staatsregierung selbst ein, dass in einem Spessart-Nationalpark ein Holzwert von rund 300 Millionen Euro der Nutzung entzogen werde: „Staatsbesitz ist kein Schleuderartikel“, zürnt Aiwanger deshalb. Es sei „unsolide, auf sämtliche Einnahmen aus dem Holzverkauf“ zu verzichten. Das Holz sei schließlich „Steuerzahlerbesitz“.

    Auch einen ökologischen Nutzen des Nationalparks kann Aiwanger nicht erkennen. Schließlich sei der Spessart erst durch die Bewirtschaftung „so schön geworden“, findet der Parteichef: „Ich fordere Ministerpräsident Seehofer auf, das Projekt ,Dritter Nationalpark‘ schnellstens einzustampfen.“

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