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    WÜRZBURG

    Bachtage: Aus anderen Perspektiven

    Manches soll ein bisschen anders klingen bei den diesjährigen Würzburger Bachtagen. Deren Leiter hat Perlen des Barock ausgesucht - zum Teil in ungewohnten Versionen.

    Matthias Querbach Foto: Th. müller

    Bekannte Werke großer Komponisten in einem neuen Licht erscheinen lassen: Mit diesem Gedanken hat sich Matthias Querbach an die Zusammenstellung der Konzerte der diesjährigen Bachtage (23. November bis 3. Dezember) gemacht. So hält die Konzertreihe der Johann-Sebastian-Bach-Gesellschaft Würzburg, die sich seit 1966 der Pflege von Bachs Werk widmet, eine Folge von Kompositionen bereit, die das diesjährige Motto „Juwelen des Barock“ durchaus rechtfertigt. Bekannte Kompositionen sollen durch weitgehendes Arrangement oder spannende Gegenüberstellungen ein anderes, ein neues Hörerlebnis übermitteln. Zentraler Veranstaltungsort ist die Würzburger Johanniskirche.

    Nach einem Festakt zur Eröffnung im Toskanasaal der Residenz (23. November) mit einem Vortrag von Ulrich Konrad und der musikalischen Gestaltung eines Percussionsquartetts unter Leitung von Mark Lutz stehen zwei große Oratorien im Zentrum des Traditionsfestivals in der St. Johanniskirche. „Da wird viel Bekanntes, aber einiges Ungehörte erklingen“, erklärt Querbach.

    Denn statt der bekannten Version des populären „Messias“ von Georg Friedrich Händel tönt am 25. November die Bearbeitung von Wolfgang Amadeus Mozart. Der Komponist arrangierte manche Werke Händels für Akademien, also für Aufführungen, zu denen Gäste in die Häuser von Wiener Adeligen geladen wurden. „Die Musik, die Melodien, die Linien bleiben“, so der künstlerische Leiter des Bachchores und der Bachtage. Doch im Gegensatz zur Händel?schen Version, in der nur Streicher und Blech musizieren, gibt es bei Mozart ganz andere Klangmöglichkeiten.

    Mozart statt Händel

    Statt Händels Barockorchester setzt der Jüngere ein größeres Sinfonieorchester ein, unter anderem mit Klarinetten. Dadurch entstehen ganz ungewohnte klangliche Effekte. Zusätzlich lässt Mozart manche Chorstellen von Solisten singen, ändert die Stimmlage einiger Arien und Rezitative und treibt so die Dramatik voran. Neben den Solisten ist ein 45 Stimmen starken Chor zu hören.

    Zur Vorweihnachts- und Weihnachtszeit gehört das „Weihnachtsoratorium“ von Johann Sebastian Bach. Meist kommen, wie auch bei den Bachtagen am 2. Dezember, die Teile I bis III zur Aufführung. Neu und spannend soll hier die Koppelung der bekannten Weisen mit dem Magnificat D-Dur ZV 108, einer „hochinteressanten Musik“ (Querbach) von Jan Dismas Zelenka sein. Der Bach-Zeitgenosse hat sein verehrtes Vorbild nie gesehen, ihn aber außerordentlich geschätzt, vieles von ihm abgeschrieben und aufgeführt. Junge Solisten werden begleitet von La strada armónica auf historischen Instrumenten, die auch das 40-minütige „Weihnachtsoratorium für Kinder“ gestalten (2. Dezember , 16 Uhr). Das ist eine humorvolle Erzählung mit bildhaften Musikbeispielen, der Begegnung mit den alten Instrumenten, wenigen Rezitativen und angesungenen Arien.

    Orgelkonzert im Kiliansdom

    In Kooperation mit der Hochschule für Musik gibt es am 28. November ein Orchesterkonzert mit einem Ohrwurm, musiziert von Studierenden und Professoren der Musikhochschule mit Konzertmeisterin Pauline Nobes: die „Wassermusik“ von Georg Friedrich Händel. Georg Philipp Telemanns Wassermusik „Hamburger Ebb? und Fluth“, komponiert anlässlich der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Hamburgischen Admiralität, soll spannende Vergleichsmöglichkeiten bieten. Zusätzlich kommen Bachs 4. Orchestersuite und das „Konzert für Oboe d?amore und Orchester A-Dur“ zu Gehör, Solistin ist hier Iris Desirée Balzereit.

    Bachkantaten am Abend (26. November), ein Chor- und Orchesterkonzert mit Werken von Johann Sebastian und Carl Philipp Emmanuel Bach (30. November) und ein Förderkonzert für junge Künstler mit der Pianistin Marina Goshkieva (2. Dezember, Toskanasaal) sind weitere Programmpunkte.

    Zu einem Orgelkonzert in den Kiliansdom lädt Domorganist Stefan Schmid (27. November), das unter der Überschrift „Das Original und französische Bearbeitungen“ steht. In der Johanniskirche treten fünf ehemalige „Windsbacher“ auf, die als Viva Voce bekannt wurden. Sie stellen ihr neues Programm „Ein Stück des Wegs“ vor (29. November).

    Vorverkauf: Tourist Information im Würzburger Falkenhaus, Tel. (09 31) 37 23 98

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