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    WÜRZBURG

    Carolin No: Ehrliches vom schwerelosen Duo

    Zurück im Kulturspeicher, aber dieses Mal ohne Band und Philharmonisches Orchester. Ins Bockshorn kamen Carolin No alleine. Umso besser . . .

    20 Monate waren sie unterwegs, sind 30 000 Kilometer gefahren, haben 80 Konzerte gegeben, vor 16 000 Menschen gespielt und gesungen, in 70 Hotels übernachtet. Und bestimmt 20 Mal, lächelt Caro Obieglo, war das Zimmer auf Herr und Frau No gebucht. Ein Gastspiel in Hannover noch, und – „Ehrlich gesagt“– Ende des Monats wird ihre Tour endgültig zu Ende sein. Für die fast letzten Auftritte ihres Duo-Programms am Mittwoch und Donnerstag waren keine Hotelreservierungen unter falschem oder richtigem Namen nötig: Carolin No spielte im Bockshorn, vor heimischem Würzburger Publikum.

    Beim Hafensommer erst waren Caro und Andreas Obieglo hier gewesen, einen Steinwurf weiter hinter dem Kulturspeicher bei einem umjubelten Konzert mit mächtigem Sound. Mit dem Philharmonischen Orchester gemeinsam auf der Bühne hatte das Singer-Songwriter-Duo da seine Lieder mit opulentem Streicherschmelz und Bläserwucht präsentiert. Ins Bockshorn kommen sie, so wie sie vor zehn Jahren begonnen haben: alleine mit dem Flügel und ihren Gitarren, ohne Begleiter, ohne Band.

    Harmonisch, intensiv, innig und rein

    Und das ist, ehrlich gesagt, das Schöne an diesem Abend, an dieser „Special Duo Acoustic Show“. Carolin No pur. Dieser ganz eigene Sound, besondere Stil. Die pianistische Kunst (und Saiten-Fingerfertigkeit) von Andreas Obieglo, die intensive, klare Stimme von Caro Obieglo und höchste Musikalität und Freude am Weiterentwickeln – es braucht nicht mehr. Nicht mehr für durchweg runde, schöne, harmonische, intensive, innige, reine Lieder. Wer sperrige Texte, grobe Töne, kantige Rhythmen und harte oder schräge Arrangements mag, wird mit der Musik von Carolin No nicht glücklich werden. Alle anderen werden es. „Schwerelos“ – nicht ohne Grund heißt ein Song so.

    Lust am Verändern

    Und scheinbar schwerelos spielen die beiden grundsympathischen Musiker mit ihren eigenen Lieder: entdecken sie wieder, verändern sie, arrangieren sie um. Ihre Klassiker wie „Favorite Sin“, den „Sick of Home Blues“ oder „Loveland“ (der es ins Deutschbuch der neunten Klassen der bayerischen Realschulen geschafft hat) können die Zuhörer immer wieder anders erleben. Mal ein folkiger, mal poppiger, mal mit bisschen Jazz – und so, in dieser reinen Duo-Besetzung und in den Akustikversionen, sehr differenziert, fein und klar.

    Bald wieder lange auf Tour

    Schwerelos sein ohne abzuheben? Carolin No scheint's zu gelingen. Und so singen und spielen sie in Würzburg auch die sehr persönlichen Songs ihres neuen Albums „You & I“. Ab März werden sie damit quer durch die Republik auf Tour sein – dann wieder viele Monate lang.

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