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    LOHR

    Hundreds: Zwei Unterfranken in der Elbphilharmonie

    Das Duo Hundreds tritt in dem prestigeträchtigen Hamburger Konzerthaus auf. Der Kleine Saal ist ausverkauft. Und wie fällt das Urteil über die Heimatstadt Lohr aus?

    Verstehen ihr kreatives Schaffen als ein audiovisuelles Gesamtkunstwerk, die Lohrer Eva und Phillipp Milner, zusammen: H... Foto: Andreas Hornoff

    Das ist schon was Besonderes, ein Meilenstein, dort zu spielen“, freut sich Eva Milner von der Band Hundreds auf ihr ausverkauftes Konzert am 7. Dezember in der Hamburger Elbphilharmonie. Mit dem Auftritt im Kleinen Saal des prestigeträchtigen Konzerthauses schließt sich für Milner ein Kreis. Denn die Geschichte von Hundreds wie auch die Biografie der gebürtigen Unterfränkin sind eng mit der Hansestadt verknüpft.

    Begeistert vom Besuch des Reeperbahn Festivals im Jahr 2007 und einem Gespräch am Hafenkai, bei dem eine ältere Dame – „ein echtes Hamburger Urgestein“ – im „Schnack“ von ihrer Stadt erzählte, nahm sich die in dem Lohrer Stadtteil Sendelbach geborene Musikerin ein Herz und bewarb sich in Hamburg für einen Job als musikalische Früherzieherin. Die Liebe für ihre neue Wahlheimat färbte bei Besuchen schnell auf ihren Bruder Phillipp ab, der sich schließlich ebenfalls dort niederließ.

    Im April 2009 gründeten die Geschwister dann das Elektro-Pop-Musikprojekt Hundreds. Ein Jahr später erschien das Debütalbum.

    Obwohl Eva Milner mittlerweile in Würzburg lebt und sowohl ihr Bruder als auch das gemeinsame Aufnahmestudio nicht mehr direkt in Hamburg, sondern im Wendland beheimatet sind, wird das erfolgreiche Lohrer Duo gerne als „Hamburger Band“ betitelt. Milner nimmt das mit einem Schulterzucken hin: „Ich habe nach wie vor einen großen Freundeskreis dort und finde die Stadt einfach toll.“ Speziell der Hafen hat es ihr angetan, was sich in der musikalischen Liebeserklärung „I love my Harbour“ niederschlug. Aber auch die Vielseitigkeit der Metropole, die von moderner Hocharchitektur bis zum wilden und lebendigen Stadtteil St. Pauli alles zu bieten hat, fasziniert sie: „Da treffen Extreme aufeinander.“

    Für Hamburg in London

    Die Assoziation von Hundreds mit Hamburg geht so weit, dass die Band kürzlich im Rahmen von „Hamburg on Tour“ im Londoner „Boiler House“ zum wiederholten Male als Markenbotschafter für die Musikszene der Hansestadt warb. Ein Glücksfall, denn die Geschwister leben seit einigen Jahren komplett von und für Hundreds. Auftritte bilden die Haupteinkommensquelle.

    Der Wunsch, in der Hamburger Elbphilharmonie zu spielen, war da nur logisch. Also fragten sie bei ihrem Hamburger Veranstalter „FKP Scorpio“ nach. Das spektakuläre Bauwerk, liebevoll „Elphi“ genannt, steht in seinem Eröffnungsjahr für ausverkaufte Konzerte. Die Problematik, auf zu wenig Interesse von „Konzerttouristen“ zu stoßen – der Saal fasst immerhin 500 Zuhörer –, schreckte Eva Milner jedoch nicht: „Wir waren nicht sofort ausverkauft, sondern erst nach drei Wochen, das lässt darauf schließen, dass beim Konzert echte Fans anwesend sein werden.“

    Für ihre „Elektro Akustik Tour“ haben die Musiker aus Unterfranken das geplante Repertoire an Songs komplett umgeschrieben, was einige Wochen in Anspruch nahm. Die nun akustischen Songs wurden in ein ruhigeres Gewand gepackt. „Es bleibt eigentlich nur die Gesangsmelodie und der ganze Rest wird verändert.“ Milner erklärt: „Am Anfang stehen immer Gesang und Klavier. Das ist uns am allerwichtigsten, dass die Essenz der Songs auch ohne Elektronik rübergebracht werden kann.“

    „Eine kleine Elbphilharmonie“

    Bei allen nationalen wie internationalen Erfolgen gerät für Eva Milner ihre Geburtsstadt jedoch nie aus dem Fokus. Für die neue Lohrer Stadthalle, bei deren Eröffnung Hundreds im vorigen Dezember spielten, findet Architektur-Fan Milner anerkennende Worte: „Das ist schon beeindruckend und toll, dass es in Lohr jetzt so was gibt. Eine kleine Elbphilharmonie.“

    Mitte November soll ein Video veröffentlicht werden: „Wir haben Songs von ,Wilderness‘ in Akustik-Versionen verwandelt. Ein Song davon ist eine Coverversion des amerikanischen Künstlers Bon Iver. Dazu haben wir ein Video gemacht, zusammen mit befreundeten Künstlern. Der irischen Musikerin Wallis Bird, der italienischen Musikerin MissinCat und dem irischen Musiker Aidan Floatinghome.“

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