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    WÜRZBURG

    Ireen Sheer & Co.: langlebige Schlagerlegenden

    Sie sind wie ihr Pubilkum in die Jahre gekommen aber immer noch gut drauf, glitzern und glänzen garderoben- und stimmmäßig um die Wette und haben sichtlich Spaß.

    Ireen Sheer und Michael Holm. Foto: Ulises Ruiz

    Das Publikum im mäßig gefüllten Congress Centrum Würzburg ist in die Jahre gekommen. Ebenso die „Schlagerlegenden“ auf der Bühne – Stars der 60er und 70er und bis heute musikalisch unterwegs. Am Mischpult hat man sich darauf eingestellt und trotzt eventuell einsetzender Schwerhörigkeit der Fans mit Lautstärke.

    Doch das tut der Stimmung keinen Abbruch. Ausnahmslos schwelgt das Publikum in Nostalgie. Der eine, die andere schützt zwar den Gehörgang mit den Händen, doch es wird gewippt, geschunkelt, gejubelt, mitgesungen und den verehrten Stars von gestern das eine oder andere Blumensträußchen überreicht.

    Christin Deuker in schwarzem Smoking und goldenen Hotpants moderiert die muntere Show locker-fluffig, das gut gelaunte Orchester Otti Bauer, besetzt mit Trompete, Posaune, Saxofon, Gitarre, Bass, Keyboard, Schlagzeug und Geige, zeigt sich von seiner besten Seite, die beiden Background-Sängerinnen mischen gekonnt mit. Da gibt es ein Udo-Jürgens-Medley und manch bemerkenswertes Solo.

    Die früheren Promis, geboren zwischen 1943 und 1949, sind immer noch gut drauf, glitzern und glänzen garderoben- und stimmmäßig um die Wette und haben sichtlich Spaß – ob als Solisten oder im Sextett.

    Der in London geborene Graham Bonney, Sonnyboy der 60er, wollte eigentlich Pilot werden und ist an der Gitarre hängengeblieben. Er ist immer noch ein guter Typ. Ein Charmebolzen, der an Zeiten der ZDF-Hitparade und des Hamburger Starclubs erinnert, und mit „Supergirl“, „Siebenmeilenstiefel“ und gepfeffertem Rock ?n? Roll gewaltig einheizt.

    Die Zuhörer kennen die Texte, singen lauthals mit. Auch bei den Schlagern von Ireen Sheer, der deutsch-britischen Sängerin, die 1974 mit „Bye Bye I Love You“ Platz 4 und 1978 mit „Fire“ Platz 6 beim Eurovision Song Contest belegen konnte. Stimmgewaltig präsentiert sich Peggy March, die seit ihrem 15. Lebensjahr singt und seinerzeit für die kürzesten Miniröcke bekannt war.

    Heute trägt sie Lang und begeistert mit einem Querschnitt durch die Songs ihrer langen Laufbahn, in dem nicht nur „Memories of Heidelberg“, „Was so alles geschieht in der Carnaby Street“ und „Hey, das ist Musik für mich“ an frühere Freuden erinnern.

    „Gänsehautmomente“, wie die Moderatorin ankündigt, schaffen auch Lena Valaitis, die mit ihrem „Johnny Blue“ 1981 auf dem 2. Platz beim Eurovision Song Contest landete, und Mary Roos. Ihr „Nur die Liebe zählt“ erreichte 1972 den 3. Platz, den 13. Platz ersang sie sich 1984 mit „Aufrecht“, dessen Interpretation auch in Würzburg tief beeindruckt. Heute sitzt sie in der Fachjury des deutschen Vorentscheids.

    Texter, Autor, Komponist und Sänger Michael Holm vervollständigt das Sextett. Er fegt so über die Bühne, das schon das Zuschauen atemlos macht, lässt „Mendocino“ wieder aufleben und berührt viele Herzen mit „Tränen lügen nicht“.

    Mit „Fahrende Musikanten sind wir“ haben sie begonnen, mit „O When The Saints“ verabschieden sich die Oldies, deren Melodien seinerzeit ins Ohr gegangen sind und seitdem nicht mehr raus.

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