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    WÜRZBURG

    Mäc Härder: Fränkische Wahrheiten einst und jetzt

    „Mal was anderes!“ – Außerhalb Frankens mag das wie ein Lob klingen. Doch auch jeder Zugereiste weiß nach dem Besuch des neuen Mäc-Härder-Programms, dass das kein Lob ist.

    „Respekt!“ oder „Mal was anderes!“? – Außerhalb Frankens mag das wie ein Lob klingen. Doch der echte Einheimische und jeder Zugereiste weiß spätestens seit dem Besuch des neuen Mäc-Härder-Programms „Wir haben nicht gegoogelt, wir haben überlegt“: Das ist nur die fränkisch-höfliche Wahrheits-Ummantelung für Nichtgefallen. Und die würde der gut zweistündigen Vorstellung von Mac Härder im voll besetzten Würzburger Bockshorn nicht gerecht. Denn nach etwas langsamem Start zeugten Stimmung und Applaus eindeutig von „basst scho“, für Dialektferne: flott, witzig, unterhaltsam.

    Einmal mehr bewährte sich seine Rezeptur aus Blödeleien, amüsanten Einsichten und sehenswerter Jonglage. Mit seinen kuriosen Vergleichen zwischen früher und heute brachte er nicht nur seine bekennenden Fans zum Lachen – obschon für sie der eine oder andere Jux nicht neu war.

    Über Stammtisch und Facebook

    Handy nutzen oder die „pissgelben“ Telefonhäuschen, in denen es stank wie im vollgepinkelten Aschenbecher? Limitierte Besuchszeiten im Krankenhaus? Zumindest diese hatten einiges für sich, wenn?s um die ungeliebte Tante ging, stellte er fest. Laut dem DD (steht für „Digitaler Depp“ mit massiven PC-Problemen) war der Stammtisch ein Vorläufer von Facebook, die TV-Sendung über Schwulen-WGs hieß „Bonanza“ und Patchwork-Familien kennt schon die Bibel: Josef, Maria, Jesus und der Heilige Geist. Sein Fazit: „Früher war manches besser, obwohl's schlechter war.“

    Richtig auf drehte der Wortspieler bei seinen Jonglage-Einlagen. Dazu bediente er sich mal dreier Flaschen – symbolträchtig beklebt mit den Konterfeis der drei Bösewichte Putin Trump, Erdogan –, mal Medizinball, Ei und Apfel. Der Beifall dafür war so groß wie das zuvor eingeforderte Mitleid mit dem Multitalent, das vor kurzem, wie er beim Googeln rausgefunden hatte „noch richtig krank war, aber keiner hat?s gemerkt“.

    Spaß am Rentner-Quälen

    Mitleid verdient hätte auch sein Verhältnis zu den Eltern – die ihn früher mit Essen gequält haben, wofür er sich gerächt hat – und den eigenen pubertierenden Töchtern, die ihn vor dem Altwerden warnen: „Immer wieder verschwinden Rentner im Internet.“ Auf Rentner hatte es Mäc Härder besonders abgesehen: Sonntagsfahrer, Schonkost- und Salat-Esser, Geldhorter, Straßenverstopfer mit ihren Wohnmobilen. Das Dumme an seinem Spaß am „Rentner-Quälen“ sei nur, „dass ich?s nicht mehr lange spielen kann, weil ich dann selbst dazu gehöre“. Bleibt zu hoffen, dass dem einstigen Rhöner Bub bis dahin weitere kleine Gemeinheiten und witzige Wortspiele einfallen.

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