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    WÜRZBURG

    Mainfranken Theater: Orchestermanagerin mit Liebe zum Tanz

    Tara Hansen ist seit dieser Spielzeit Orchestermanagerin am Würzburger Mainfranken Theater. Die junge Hanseatin macht auch selbst Musik - und tanzt Lindy Hop.

    Tara Hansen Foto: Nik Schölzel

    Tara Hansens Blick gleitet über die Logeneingänge zur hohen Decke, über die Treppenaufgänge zu den großen Fenstern. „Das Foyer hat Potenzial“, sagt sie. Die junge Frau ist seit Anfang der Spielzeit am Mainfranken Theater. Als sie das erste Mal vor dem 60er-Jahre-Bauwerk stand, habe sie es eher als „nicht so schön“ empfunden, gibt sie zu. Doch das Haus habe nach und nach seinen Charme entfaltet.

    Tara Hansen ist die neue Orchestermanagerin. Zu den Aufgaben der Hamburgerin gehört es auch, über Spielstätten nachzudenken. Also warum nicht mal das Foyer? „Wir sind auch außerhalb des Theaters präsent“, sagt Hansen und nennt als Beispiele die Konzerte des Philharmonischen Orchesters beim Mozartfest. So etwas sei wichtig. „Der Fokus sollte aber schon auf dem Haus liegen.“ Auch andere Formate mitzuentwickeln, gehört zu Hansens Job. Da könne man etwa einzelne Instrumentengruppen präsentieren, überlegt sie.

    Weit südlich

    In der laufenden Saison kann Tara Hansen noch nicht wirklich eingreifen. Die ist schon durchgeplant: „Aber für die Zukunft habe ich einige Ideen.“ Zum Beispiel denkt sie an erweiterte Angebote zur Musikvermittlung, um Neugier aufs Orchester zu wecken. Und das nicht nur bei Kindern, wie das üblich ist. Konzert plus Erklärung, das lasse sich für alle Altersgruppen umsetzen, sagt sie. Hansen muss sich auch um Verwaltungstechnisches und Juristisches kümmern, etwa die Verträge für Aushilfen oder Verstärkungen für das Philharmonische Orchester. Der 56 Musikerinnen und Musiker starke Klangkörper muss immer wieder aufgestockt werden, wenn Komponisten größere Besetzung fordern.

    „So weit südlich war ich noch nie“, sagt die Neu-Würzburgerin. Freilich ist Frankfurt so arg weiter nördlich nicht. Dort hat Hansen an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Theater- und Orchestermanagement studiert. „Ein kleiner, intensiver Studiengang“, urteilt sie. Zuvor hatte sie in Bremen Musik- und Kulturwissenschaften studiert.

    Berufserfahrung gesammelt hat Tara Hansen etwa bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und am Theater Bremen, als Tourmanagerin bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen (dem Festivalorchester des Kissinger Sommers) und als Orchestergeschäftsführerin des Philharmonischen Orchesters Bremerhaven. Dort war sie eine Art Einzelkämpferin. Nun ist sie froh, am Mainfranken Theater im Team arbeiten zu können.

    Die Hanseatin macht auch selbst Musik: „Ich spiele von klein auf Klavier.“ Später hat sie sich auf die Oboe verlegt. Die bläst sie in Würzburg in Gert Fesers anspruchsvollem Ensemble con Brio. Und sie tanzt gern. „Lindy Hop“, sagt sie und schiebt erklärend hinterher: „Ein Tanz aus den 30er Jahren.“ Der als Vorläufer von Jive und Boogie-Woogie gilt. Ein exotisches Hobby? Gar nicht so sehr, jedenfalls nicht in Würzburg. Hier gebe es tatsächlich eine kleine, aber aktive Lindy-Hop-Szene, freut sich Tara Hansen.

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