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    WÜRZBURG

    Rick Kavanian ist nur beruflich Grieche

    Seit „Schuh des Manitu“ verfolgt Kavanian besonders eine Rolle: Dimitri Stoupakis, sein „Ego Alter“. Doch er kann mehr als nur den Griechen, wie er im Bockshorn zeigte.

    Der nette Junge aus München: Rick Kavanian. Foto: Johannes Kiefer

    Wer so ein netter Kerl wie Rick Kavanian ist, macht auf gar keinen Fall andere Menschen nach. Auch nicht, wenn er zu seiner Tante nach Amerika fliegt und ihn ein indischer Flughafenkontrolleur mit Akzent willkommen heißt. Auf keinen Fall sagt er daraufhin „einmal Chicken Masala und Mango Lassi“.

    Und wenn er Wladimir Klitschko begegnet, der ihm sagt „du bist echt lustig“, antwortet er auf keinen Fall „du nicht“. Denn der 46-Jährige ist und bleibt einer von den netten Malakas, auch wenn er das eigentlich gar nicht sein möchte. Er ist sogar so nett, dass ihm die Münchner Metzgerin ab und an eine Gelbwurstscheibe gratis über die Theke reicht, wie sie sonst nur Kinder bekommen.

    Bevor er loslegt, schafft er grundlegende Missverständnisse aus der Welt

    Seit dem „Schuh des Manitu“ und der „Bullyparade“ verfolgt Kavanian besonders eine Rolle: Dimitri Stoupakis, sein „Ego Alter“, das ihn auch heute noch ab und an „interrupiert“. Doch er kann mehr als nur den Griechen, er kann auch sich selbst. Von herrlich komischen und peinlichen Begegnungen aus dem Alltag erzählt der Stand-up-Comedian im ausverkauften Bockshorn. „Offroad“ ist sein viertes Bühnenprogramm.

    Doch bevor er loslegt, schafft er grundlegende Missverständnisse aus der Welt. Ganz wichtig: Er ist nur aus beruflichen Gründen Grieche, dafür ein original „Münchner Kindl“ mit armenischen Wurzeln und einer Familie, die in der ganzen Welt verstreut lebt. Der Münchner war schon immer konfliktscheu und ein Ja-Sager. „Neun von zehn Freunden sagen über mich: ,Der Rick ist so nett‘.“ Der Zehnte ist auf Toilette.

    Die gute Nachricht: Es gibt eine armenische Mafia

    Sein Guter-Junge-Image kann er auch mit Kettensäge im Baumarkt nicht abschütteln. Umso mehr freut es ihn, als er erfährt, dass es eine armenische Mafia gibt, die ihren Feinden die Füße abschneidet. Seitdem weiß er auch, warum seine armenische Großmutter so klein ist.

    Kavanian war schon immer fasziniert von Akzenten, Dialekten und Wortklängen. Vor elf Jahren lernte er das Fränkische kennen bei einem Auftritt in Bamberg. „Sach amal, was is?n mit dir los? Hast du a weng an Angstwiss?“, wurde er damals beim Urinieren vor seinem Auftritt gefragt. Und auch in Würzburg lernt er an diesem Samstagabend eine speziell (unter-)fränkische Vokabel: „brunzverreggd“.

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