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    VEITSHÖCHHEIM

    Wie Vince Ebert auf Zeitreise geht

    Die Zukunft – ein faszinierendes Thema. Dummerweise ist sie unverhorsehbar. Vince Ebert treibt seinen intelligenten Spaß damit. Und das such noch physikalisch fundiert.

    Vince Ebert: „Es ist immer noch Luft nach unten.“ Foto: Daniel Peter

    Die Zukunft – ein faszinierendes Thema, das zum Fragen und Träumen einlädt und Experten immer wieder zu Vorhersagen veranlasst, die sich im Nachhinein als komplett falsch erweisen. Vince Ebert hat seinen Spaß daran und weiß, dass vieles unvorhersehbar ist, dass sich Zukunft immer anders entwickelt, als man denkt.

    Am Samstag füllte der Kabarettist und Diplom-Physiker die Veitshöchheimer Mainfrankensäle mit seinem neuen Programm „Zukunft is the Future“, in dem er sich nach seinem letzten, rückblickenden Programm „Evolution“ dem zuwendet, was kommen wird. Wer Ebert kennt (und das sind dank häufiger TV-Präsenz viele), weiß, dass er das mit Humor, fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen und persönlichen Erfahrungen tun wird.

    Zeitreisen beispielsweise, dieses große Science-Fiction-Thema, hat der in Amorbach im Odenwald aufgewachsene Vince, der damals noch Holger hieß, in seiner Kindheit selbst erlebt: „Wir sind damals einfach die 40 Kilometer nach Aschaffenburg gefahren“. Auch auf der Bühne kriegt er die Zeitreise problemlos hin – gemeinsam mit dem amüsierten Publikum springt er fünf Sekunden in die Zukunft.

    Wissenschaftlich nähert sich Ebert der Zukunft mithilfe der Statistik und den Hauptsätzen der Thermodynamik. Und da steckt Hoffnung drin: Denn obwohl die Thermodynamik besagt, dass es mit unserem Universum unaufhaltsam bergab geht, verspricht ihr dritter Hauptsatz, dass man den absoluten Nullpunkt nie erreichen kann. Deshalb, verkündet Ebert gut gelaunt, „ist immer noch Luft nach unten“.

    Zwei Stunden doziert der einstige Würzburger Physikstudent über die Zukunft, locker, unterhaltsam und kurzweilig, mit der ihm eigenen Mischung aus Wissen und Witz. Unterstützung bekommt er von – wie sollte es in einem Zukunftsprogramm auch anders sein – einer künstlichen Intelligenz. Die heißt VAL und gibt Ebert fleißig Kontra, wenn er versucht, die Grenzen eben dieser Intelligenz aufzuzeigen, mit weiblichem und wienerischem Witz. Ihre Stimme (und wohl auch die spitze Zunge) bekam VAL von Eberts Ehefrau, der Schauspielerin Valerie Bolzano, der der Kabarettist selbst einen umwerfenden Humor bescheinigt.

    Inszeniert von Impro- und Bühnenprofi Jim Libby, der auch bei „Evolution“ Regie führte, kommt „Zukunft is the Future“ im genau richtigen Tempo daher, ohne große Knalleffekte, dafür mit gut getimten Pointen und hohem Unterhaltungswert für das Publikum, das nun beruhigt in die Zukunft blicken kann: Egal, wie schlecht es dir geht, es ist immer noch Luft nach unten, so die gute Botschaft des Physikers.

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