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    KOLUMNE

    #BTW17 - Herr Czygan wählt

    In der Kolumne „Herr Czygan wählt“ beobachtet Redakteur Michael Czygan die Wahlkampf-Aktivitäten der Politiker abseits der großen Reden und entdeckt jede Menge Eitelkeiten.

    Karsten Klein, unterfränkischer Spitzenkandidat der Liberalen, ist „enttäuscht“. Schreibt er jedenfalls auf seiner Facebookseite. Weil die Grünen die Wahlplakate der Bundes-FDP, die ganz auf Christian Lindner setzen, in den Sozialen Medien unter dem Hashtag #Lindnersprüche veräppeln.

     

     

    Dies widerspreche der grünen Selbstverpflichtung zu einem fairen Wahlkampf, sagt der Aschaffenburger. Aber Herr Klein, gerade von einem Liberalen hätten wir doch etwas mehr an Humor, Gelassenheit und Selbstironie erwartet! Diese Satire ist nämlich richtig gut gemacht – originell, witzig und, zugegeben, auch ein bisschen gemein. Doch plötzlich spricht das ganze Netz über die FDP. Wenn das mal keine gute Werbung ist.

    Eine, die das Netz nicht nur zu Wahlkampfzeiten zu nutzen weiß, ist die unterfränkische Staatssekretärin Dorothee Bär. Bei Facebook hat die CSU-Frau jetzt ihre Freunde aufgefordert, ihr zu sagen, welches Foto sie auf ihre Plakate drucken soll. Über 420 (!) Freunde haben schon mitgemacht.



    Eine Auswahl der Antworten: „Rechts“, „Links“, „Beide abwechselnd“, „Rechts, wie immer“, „Der linke Entwurf sieht wesentlich flotter aus“, „Solange kein Bayern Trikot dabei ist sind alle toll“, „Rechts, so kann man Dir in die Augen schauen“, . . . Tja, das hat sie nun davon, die Ebelsbacherin. Diese Wahl fällt richtig schwer.

    Bärs grüne Wahlkreis-Konkurrentin Manuela Rottmann präsentiert sich derweil bei Facebook im Rhön-T-Shirt. Und erntet prompt Fragen. Dummerweise nicht nach Grünen-Konzepten für die Rhön, sondern nach Kaufmöglichkeiten für das Shirt. Bisschen freundlicher könnte die Hammelburgerin auf ihrem Selfie aber schon dreinschauen. Die Rhön ist schließlich schön.
     


    In der Kolumne „Herr Czygan wählt“ beobachtet Redakteur Michael Czygan die Wahlkampf-Aktivitäten der Politiker abseits der großen Reden – in Talkshows, im Internet und an Infoständen. Kritisch, aber mit Augenzwinkern.

     

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