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    In Deutschland haben wir bisher nur eine „Stromwende“

    Zu den Artikeln "Union und SPD geben Klimaziele auf" und "BDI warnt vor Produktionsverlagerungen" (9.1.):

    Die jüngsten Nachrichten zu Änderungen der deutschen Klimaschutzziele und der gleichzeitige Warn- und Hilferuf des BDI zu Produktionsverlagerungen ins Ausland wegen der steigenden Strompreise kommt einer Bankrotterklärung der bisherigen Energie(wende)politik in Deutschland gleich. Die Gesetze der Physik lassen sich nicht politisch beschließen und nach ideologischen Wünschen ausrichten. Bei Entscheidungen in der Energieversorgung sind stets die 3 Ziele gleichermaßen und ausgewogen zu berücksichtigen: „Umweltverträglichkeit“ – „Bezahlbarkeit“ – „Versorgungssicherheit“.  Die „Versorgungssicherheit“ ist mit dem nicht bedarfsgerecht erzeugten, volatilen „Zappelstrom“ der Windräder und Photovoltaik-Module definitiv nicht gegeben. Jeder weitere Zubau verschlimmert die Situation (Netzeingriffe steigen) und zerstören Kultur- und Naturlandschaften ohne dass konventionelle Grundlastversorgung ersetzt werden kann. Die „Bezahlbarkeit“ kann jeder Stromverbraucher an seiner steigenden Stromrechnung selbst ablesen. Die steigenden Kosten müssen auch von den sozial Schwachen in unserem Land mitfinanziert werden, die es sich nicht leisten können ein Stück von den „Subventionskuchen“ abzubekommen. Die Industrie trägt sich mit Abwanderungsgedanken aus Deutschland. Die „Umweltverträglichkeit“ zeigt sich an steigenden bzw. stagnierenden CO-2 Emissionen. Die Stromversorgung in Deutschland wird auf absehbarer Zeit nicht ohne die bei Bedarf verfügbaren Kohle- und Gaskraftwerke möglich sein. Mögen bei den Sondierungsgesprächen vielleicht die Arbeitsplätze der Kohlekumpels an Rhein und Ruhr oder in der Lausitz, dies auch zurecht, im Vordergrund stehen, die Gesetze der Naturwissenschaften lassen keine andere Lösung zu. Es ist ein Masterplan für die zukünftige Energieversorgung erforderlich, der die genannten Kriterien und die Gesetze der Naturwissenschaften berücksichtigt und der nicht nur den Sektor Stromversorgung beinhaltet. In Deutschland haben wir bisher nur eine „Stromwende“, die stark subventionsgetrieben ist. Eine Berücksichtigung der o.g. Kriterien findet nicht statt oder wird bei Bedarf eben angepasst. Die vielzitierte Steigerung bei der E-Mobilität würde z.B. beim erforderlichen Strommix einen weiteren Anstieg der CO-2 Emissionen zur Folge haben. Deutschland ist mit der bisherigen Energie- und Umweltpolitik nicht auf der Überholspur -es folgt uns auch niemand- sondern als Geisterfahrer unterwegs.

    Reinhold Scheuring, 97519 Riedbach

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