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    Gedimmte Ausstrahlung

    Was ist das? Man kann es nicht kaufen und lernen, aber spüren. Mahatma Gandhi hatte es, Iris Berben hat es wohl auch, Oliver Pocher eher nicht. Richtig: Charisma. Inflationär wird gebraucht, was die Umgangssprache als besondere Ausstrahlung, salopp: als das gewisse Etwas, beschreibt. Psychologen der Universität Gent ließen die Effektivität dieser magischen Kraft bei Führungskräften anhand von vier Persönlichkeitsmerkmalen bewerten: Kühnheit, Verschmitztheit, Vielseitigkeit und Einfallsreichtum. Das Ergebnis: Ein Supercharismatiker hemmt die Leistungskraft der Untergebenen ebenso wie ein Chef mit dem gewissen Nichts. Übertragen wir dieses Muster vorsichtig auf das politische Führungspersonal. Dort entdeckt man charismatische Auffälligkeiten meist in niedrig dosierter Form. Vermutlich versteht es die politische Elite, diese mitreißende Strahlkraft faktisch eher zu dimmen. Sie weiß warum. Denn die perfekte Führungskraft zeichnet sich durch ein nur mäßig elektrisierendes Charisma aus, sagen die belgischen Wissenschaftler. Und keinesfalls dürfe sie die Aura eines Heilsbringers ausstrahlen. Angela Merkel weiß das hinlänglich zu verbergen durch buddhahafte Gelassenheit. Und Martin Schulz hat sich vom messianischen Hoffnungsträger rasch zu einem profanen Jetzt-erst-recht-Kandidaten reduziert. Das macht es freilich für die Wähler noch schwerer. Denn beide Bewerber könnten sich allein schon aufgrund ihres sicher bewusst auf Durchschnitt getrimmten Charismas für den Regierungsjob eignen. Nach den Forschungsergebnissen aus Gent jedenfalls.

    Was ist das? Man kann es nicht kaufen und lernen, aber spüren. Mahatma Gandhi hatte es, Iris Berben hat es wohl auch, Oliver Pocher eher nicht. Richtig: Charisma. Inflationär wird gebraucht, was die Umgangssprache als besondere Ausstrahlung, salopp: als das gewisse Etwas, beschreibt. Psychologen der Universität Gent ließen die Effektivität dieser magischen Kraft bei Führungskräften anhand von vier Persönlichkeitsmerkmalen bewerten: Kühnheit, Verschmitztheit, Vielseitigkeit und Einfallsreichtum. Das Ergebnis: Ein Supercharismatiker hemmt die Leistungskraft der Untergebenen ebenso wie ein Chef mit dem gewissen Nichts. Übertragen wir dieses Muster vorsichtig auf das politische Führungspersonal. Dort entdeckt man charismatische Auffälligkeiten meist in niedrig dosierter Form. Vermutlich versteht es die politische Elite, diese mitreißende Strahlkraft faktisch eher zu dimmen. Sie weiß warum. Denn die perfekte Führungskraft zeichnet sich durch ein nur mäßig elektrisierendes Charisma aus, sagen die belgischen Wissenschaftler. Und keinesfalls dürfe sie die Aura eines Heilsbringers ausstrahlen. Angela Merkel weiß das hinlänglich zu verbergen durch buddhahafte Gelassenheit. Und Martin Schulz hat sich vom messianischen Hoffnungsträger rasch zu einem profanen Jetzt-erst-recht-Kandidaten reduziert.

    Das macht es freilich für die Wähler noch schwerer. Denn beide Bewerber könnten sich allein schon aufgrund ihres sicher bewusst auf Durchschnitt getrimmten Charismas für den Regierungsjob eignen. Nach den Forschungsergebnissen aus Gent jedenfalls.

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