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    Randersacker

    Fischern und Musikern wird der Raum knapp

    Einige Randersackerer Vereine haben Platzbedarf. Nebenräume in der Sportanlage Sonnenstuhl könnten Teil der Lösung sein. Foto: Thomas Obermeier

    Ein "Haus für Vereine" war bei der Ideensammlung für die Entwicklung Randersackers gleich dreimal genannt worden. Deshalb hatten die Vereine jetzt die Gelegenheit, ihre Wünsche zu äußern, damit sie in das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) einfließen können.

    Gefolgt waren der Einladung von Bürgermeister Michael Sedelmayer und dem Planungsbüro Wegner rund zwei Dutzend Vereinsvertreter - viele von ihnen "ausreichend versorgt", weil die Gastronomie in Randersacker ein breites Angebot vorhält und dieses für gesellschaftliche Treffen und auch Arbeitsgespräche gerne genutzt wird. Mindestens vier Gruppierungen allerdings haben ein dringendes Interesse an Räumlichkeiten, nämlich der VdK, die Fischerzunft, der Musikverein und die Sportgemeinschaft.

    Platz für ein Fischereimuseum

    Der VdK möchte gerne einen Seniorentreff einrichten, so Hubert Wittig. "Uns g’hört der Mee, zwei Garagen und zwei Parkplätze", beschrieb Hubert Holl die Situation der Fischerzunft. Seit der Kindergarten im Mönchshof erweitert wurde, suche man verzweifelt nach einem neuen Platz für das Museum der Fischerzunft – einer der drei für Randersacker gleichermaßen wichtigen Handwerkstraditionen neben dem Weinbau und der Steinverarbeitung. Beim Musikverein und seinen Formationen könnte das Wohl und Wehe davon abhängen, ob im neuen Schuljahr nur eine oder zwei erste Klassen an der Grundschule gebildet werden. Das Symphonic Sound Orchester nutzt bislang das Musikzimmer der Schule für die Proben. 

    "Uns g’hört der Mee, zwei Garagen und zwei Parkplätze"
    Hubert Holl, Fischerzunft

    Die Sportgemeinschaft (SG) schließlich scheint vordergründig gut versorgt. Vorsitzender Richard Vornberger brennt aber einerseits ein Büro unter den Nägeln, zum anderen wird für die Außensportanlagen ein Funktionsgebäude benötigt. Für beides deutet er auch gleich Lösungen an.  Anstelle der Tennishalle mit Gaststätte als vierten, bislang nicht realisierten Bauabschnitt an der Sportanlage Sonnenstuhl, plädiert er für das Funktionsgebäude mit Sanitärräumen – am besten in einem Tribühnenbau, und vielleicht gleich noch ein Hotel dazu.

    Schützenhaus ausbauen

    Was das Büro angeht, so könne er sich vorstellen, dass das Schützenhaus zu einem Haus der Vereine ausgebaut wird – mit Büro für die SG. Dass Gemeinde und Sportverein hier gemeinsam etwas bewegen, hält auch Bürgermeister Sedelmayer für ein "Projekt, das man ins Auge fassen kann". Es wäre keine alltägliche Sache, aber mit Blick auf steigende Kinderzahlen und die unsichere Position des Musikvereins in der Schule, fände er den Vorschlag gut.

    Diskutiert wurde auch vermeintlich vorhandene räumliche Reserven zu nutzen. Unter anderem kam der "verhältnismäßig wenig" genutzte Versammlungsraum im Feuerwehrhaus zur Sprache, der Wirtschaftsraum in der Sportanlage sowie der Mönchshof. Das Gasthaus "Alte Fähre", das frühere Edeka-Gebäude sowie die alte Winzergenossenschaft im Ortskern gelten ebenfalls als vielversprechendes Raumpotential, zumal einige der ungenutzten Gebäude dem Ortsbild zurzeit nicht zur Zierde gereichen. Ihrer Nutzung steht eine private Eigentümerschaft entgegen. Das muss allerdings kein Hindernis sein. Wie Daniela Kircher von der Regierung von Unterfranken betonte, könnten auch Privatleute direkt vom ISEK profitieren.

    Perspektiven für den Jugendtreff

    Es sei selten, dass mehr potentielle Objekte genannt würden, als benötigt, sagte Bertram Wegner. Theoretisch gibt es ausreichend Möglichkeiten für die gefragten Nutzungen, die man bündeln sollte – bis auf den Jugendtreff vielleicht. Der sei an seinem jetzigen Standort zwar funktionsfähig, wie Leiterin Verena Saftenberger mitteilen ließ. Die Jugendlichen könnten sich aber etwas besseres vorstellen, was man ihnen laut Wegner auch zugestehen sollte. Mit der Überplanung des Wiesenbereiches zwischen Staatsstraße und Ochsenfurter Straße in etwa vier Monaten würden sich eventuell schon Perspektiven auftun, prognostizierte der Stadtplaner.

    Beim nächsten Termin geht es um Ideen für den "Flecken". Der zentrale Platz wird laut Umfrage von den Randersackerern noch mehrheitlich als Ortsmitte gesehen, sagte Bürgermeister Sedelmayer. Mit dem Ende der Bauarbeiten an der Wasserversorgung sei der Zeitpunkt günstig für eine Neugestaltung. Die Planungswerkstatt findet am Montag, 15. Juli, ab 18.30 Uhr im Feuerwehrhaus Randersacker, Ochsenfurter Straße 14, statt.

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