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    MARGETSHÖCHHEIM

    Kirchliche Jugendarbeit unter suboptimalen Rahmenbedingungen

    In den Händen hält das nimmermüde Führungsquartett des Jugendkonvents Margetshöchheim Festschrift und Programm zum Dreif... Foto: Herbert Ehehalt

    Dem Anlass entsprechend feiert der Jugendkonvent Margetshöchheim ab dem kommenden Wochenende dreifach. Ein Jubiläumsabend in der Margarethenhalle bildet am Samstag, 21. April, ab 18 Uhr den Festauftakt zum 70-jährigen Bestehen der katholischer Jugend im Ort, davon 42 Jahre KJG und zehn Jahre Jugendkonvent. Seine Fortsetzung findet das Jubiläum am 23. Juni mit einem Festgottesdienst und anschließendem Publik Viewing zur Fußball-Weltmeisterschaft im Klostergarten. Zu guter Letzt machen sich die Jugendlichen am 28. Juli auf zu einer Fahrt in die Ewige Stadt bis zum 4. August nach Rom.

    Mit den Oberministranten Christian Boll (24) und Rafael Korbmann (22) sowie Luisa Niefnecker (17) und Moritz Sindram (19) aus dem KJG-Vorstand hält ein Quartett nicht nur die Fäden des Dreifach-Jubiläums in der Hand. Sie zeichnen auch verantwortlich für die gesamten Aktivitäten des Jugendkonvents. Ihre Vereinigung bezeichnen sie als „autonome Organisation von kirchlicher Seite.“ Denn nach Aussage des Leitungsquartetts hält die Diözese nur auf dem Papier ihre „schützende Hand“ über die etwa vierzig jugendlichen Konvent-Mitglieder im Alter von acht Jahren bis 24 Jahren.

    Im Gegensatz zu der von der Gemeinde im JUZ unter professioneller sozialpädagogischer Betreuung organisierten Jugendarbeit, sind die Mitglieder des Jugendkonvents trotz ihrer gewachsenen organisatorischen kirchlichen Nähe weitestgehend auf sich alleine gestellt. Insbesondere macht sich dies zum Leidwesen der Jugendlichen bei den räumlichen Voraussetzungen im ehemaligen Maria-Stern-Kloster bemerkbar.

    „Das Gebäude stand 2008 schon vor dem Abbruch. Wegen des beschlossenen Abrisses war das Gebäude als Übungsobjekt genutzt worden für einen Rettungseinsatz“, erinnert sich Christian Boll.

    In entsprechendem, eigentlich unakzeptablem Zustand, befanden sich die Räume anschließend. In Eigenleistung und mit Unterstützung durch ehemalige Konventmitglieder wurden die Räume wieder notdürftig hergerichtet. Zehn Jahre sind seitdem vergangen. Bei Regen dringt die Nässe dennoch durchs Dach. Der eigentliche Partyraum ist deshalb längst nicht mehr nutzbar.

    Nach Aussage des Führungsquartetts seien die ehemaligen Konventmitglieder die einzigen verlässlichen Eckpfeiler, die sich auch bei den Jubiläumsveranstaltungen wieder aktiv mit einbringen.

    Von Resignation, ob der schlechten Rahmenbedingungen, ist bei den Verantwortlichen dennoch nichts zu spüren. Über die Gruppenstunden und den Ministrantendienst hinaus zeichnet der Jugendkonvent in Kooperation mit der Jugendfeuerwehr das Jahr über unter anderem auch verantwortlich bei der Organisation von Kinderfasching, Altpapiersammlung, Beteiligung am Ferienprogramm und Zeltlager.

    Die Schilderungen des jungen Führungsquartetts zu den bescheidenen Umständen bestätigte Bürgermeister Waldemar Brohm (CSU) auf Nachfrage. „Was die Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter suboptimalen Rahmenbedingungen leisten, ist bemerkenswert“, attestierte Brohm. Gleichzeitig forderte der Rathauschef „ eine räumliche Perspektive für den Jugendkonvent.“ Deshalb werde er dem Gemeinderat noch in diesem Jahr den Ankauf des Areals aus dem Besitz der Diözese empfehlen, kündigte Brohm an.

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