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    Marktsteft

    Hohe Schmutzfracht in Marktsteft

    Es war ein hartes Ringen über viele Jahre, doch nun scheinen die Abschlüsse von Zweckvereinbarungen über die Finanzierung der Kläranlage Kitzingen mit den angeschlossenen Gemeinden in trockenen Tüchern zu sein. Am Montagabend stimmten auch die Marktstefter Räte einem entsprechenden Vertrag zu – auch wenn sie in einem Detail noch eine Nachverhandlung möchten.

    Die Kläranlage Kitzingen reinigt nicht nur das Wasser der Stadt. In die Anlage werden auch die Abwässer aus Rödelsee, Mainbernheim, Sulzfeld, Buchbrunn und Marktsteft geleitet. Zu Beginn des Jahrtausends lief die alte Zweckvereinbarung aus und seitdem verhandelt die Stadt über eine neue Vereinbarung. Geregelt werden darin die Kostenanteile der einzelnen Kommunen zum einen für den laufenden Betrieb der Anlage, aber auch für Investitionskosten. Bis auf die Stadt Marktsteft hatten in den vergangenen Monaten alle Gemeinden einer Zweckvereinbarung zugestimmt.

    Prinzipiell leitet die Stadt derzeit nur für den Bereich Marktsteft in die Kläranlage ein, Michelfeld hat eine eigene Abwasserreinigung. Und Marktsteft hat eine recht hohe Schmutzwasserkonzentration im Abwasser. Deshalb werden für die 1500 Einwohner, so sieht es die neue Zweckvereinbarung vor, 11 000 Einwohnergleichwerte für künftige und auch vergangene Investitionen der Stadt Kitzingen in die Kläranlage angesetzt. In diesen Einwohnergleichwerten ist eine Reserve vorhanden, etwa für künftige neue Baugebiete oder die Ansiedlung von Gewerbebetrieben. Hier lagen den Räten zur Entscheidung zwei Varianten vor. Am Ende möchte die Mehrheit nun eine 15-prozentige Reserve bei 11 000 Einwohnergleiwerten. Hier sieht der Vertrag allerdings nur zehn Prozent vor, es müsste also nachverhandelt werden.

    "Wir wollen das Ding irgendwann zum Abschluss bringen", machte Bürgermeister Thomas Reichert gleich zu Beginn der Diskussion im Rat deutlich. Denn Fakt sei: Die Stadt liefert Schmutz nach Kitzingen und bezahlt derzeit nur vorläufige Kosten sowohl für die Investitionen, als auch für den Betrieb. Hier sollte nach Abschluss der Vereinbarung ein Strich gezogen werden und klar sein, was zu viel oder zu wenig und was künftig zu bezahlen ist. Am Ende wird die Abrechnung wohl zu einer Nullnummer werden.

    Was aber allen klar ist: Der oder die Verursacher für die hohe Schmutzfracht müssen gefunden werden. Denn die erhöhten Kosten trägt derzeit die Allgemeinheit. Mitverantwortlich ist die Brauerei, aber deren Schmutzfracht ist bereits durch ein Gutachten geklärt. Über die weiteren Verursacher herrscht derzeit noch Stillschweigen. Zwar gebe es, so Bürgermeister Thomas Reichert, Hinweise, doch müssten letzte Nachweise geführt werden.

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