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    Marktsteft

    Kommentar zur BNE-Station: Einmalige Chance für den Landkreis

    Das Mainufer neben dem alten Hafen in Marktsteft in einer Aufnahme von 2015. Foto: Günther Fischer (Archiv)

    Es ist vollbracht: Der Kreistag hat sich am Ende klar für den Standort seiner Umweltstation entschieden. Dabei hätte auch das mehrheitlich abgelehnte Götz-Haus in Dettelbach eine Chance zur Wiederbelebung verdient. Insofern ist der Wunsch der Landrätin Tamara Bischof, die in Dettelbach wohnt, verständlich: Auch für das denkmalgeschützte Götz-Haus inmitten der Altstadt möge sich noch eine Sondernutzung finden.

    Gegen das Idyll des alten Hafens von Marktsteft hätte sich auch jeder andere Bewerber schwer getan, mal abgesehen vom Schwanberg. Aber der Stand nicht zur Debatte. Am Dettelbacher Konzept, das Bürgermeisterin Christine Konrad überzeugend im Kreistag vorgestellt hatte, lag es jedenfalls nicht. Vielmehr scheint das Gelände in Marktsteft nahezu unbegrenzte Möglichkeiten zu bieten. Sie in nur 20 Minuten aufzuzählen, fiel Bürgermeister Thomas Reichert sichtlich schwer.

    Umweltstation bringt Nutzen für alle

    Mithilfe seiner CSU-Parteifreunde hatte Reichert den Skeptikern im Kreistag den größten Stein aus dem Weg gerollt: Nach einer Infofahrt zu den bayerischen Ministerien hatte der CSU-Bürgermeister reichlich Förderzusagen in der Tasche. Denn, das darf nicht vergessen werden, Marktsteft hat noch andere teure Projekte vor der Brust. Doch mit dem vorgestellten Finanzkonzept scheint das zu bewältigen zu sein. Auch wenn die Landrätin es sich am Ende nicht verkneifen konnte, von Marktsteft nun "rasche und nachhaltige" Umsetzung der Umweltstation einzufordern; da ließ sich ein wenig Frust über die Niederlage Dettelbachs heraushören. 

    Dennoch: Die nahezu einstimmige Unterstützung für Marktsteft, auch die der Landrätin, zeigt, dass der Kreistag das Haus der "Bildung für nachhaltige Entwicklung" wirklich will. Wenn mit diesem Willen ein vom Freistaat forciertes Projekt auf kommunaler Ebene verwirklicht wird, kann etwas Einmaliges entstehen. Und davon würden alle Landkreis-Bürger profitieren – auch die Dettelbacher.

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