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    HOFHEIM

    Trockenheit und Hitze nutzen nur dem Schädling

    Jagdberater Hans Stark (links) und Martin Schrauder von der Unteren Jagdbehörde (rechts) dankten Albert Schützwohl für seinen jahrzehntelangen Einsatz. Foto: Albert Schützwohl

    Der Klimawandel belastet die Wälder der Region und war deshalb auch eines der großen Themen bei der Hegeschau der Jägervereinigung Hofheim. Darüber berichten die Waidmänner in einer Mitteilung an die Medien.

    Nachdem die Jagdhornbläsergruppe die Strecke des erlegten Schalenwilds des Jagdjahres 2018/19 verblasen hatte, begrüßte der Vorsitzende Elmar Brückner die anwesenden Jäger zur jährlichen Pflichttrophäenschau im Schießhaus Hofheim. Stellvertretender Bürgermeister Reinhold Giebfried betonte in seinem Grußwort, dass es zum einen eine Aufgabe der Kommune sei, das uralte Kulturgut „Jagd“ der Nachwelt zu erhalten, zum anderen aber auch dafür zu sorgen, dass das heimische Wild der Naturverjüngung in den Wäldern nicht im Wege steht – gerade in einer Zeit, in der Wälder durch Hitze, Trockenheit und daraus folgendem Insektenbefall stark leiden. Eine Konfrontation zwischen Jägern und Waldbesitzern sei aber nicht zielführend, sondern nur eine konstruktive Zusammenarbeit.

    Diesen Gedanken griff laut der Pressemitteilung der Vorsitzende in seiner Ansprache auf. Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ habe die Bevölkerung dazu veranlasst, sich mehr mit den Verschlechterungen der Lebensräume für Fauna und Flora zu beschäftigen und Maßnahmen zur Einschränkung des rapiden Artensterbens zu ergreifen. Aber auch in diesem Fall solle man sich vor Schuldzuweisungen – beispielsweise in Richtung der Landwirtschaft – hüten, sondern auf Kooperation setzen. Sorgen bereiten laut den Worten des Vorsitzenden den Jägern auch die durch die hohen Temperaturen und die anhaltende Trockenheit verursachten Schäden in den Wäldern. Durch den Klimawandel erobern sich Baumschädlinge Lebensräume, die sie einst nicht besiedeln konnten. Kritiker machten es sich demnach zu einfach, wenn sie dem Wild die Schuld für die Probleme beim Waldumbau in die Schuhe schieben würden.

    Über den Bestand und die Abschüsse beim Rotwild berichtete laut der Mitteilung Wolfgang Schlegel. Der Leiter der Rotwildhegegemeinschaft Haßberge kündigte Bestrebungen an, den Abschusszwang für Hirsche, die das spezielle Rotwildgebiet verlassen, aufzuheben, um durch Wanderkorridore zu benachbarten Rotwildgebieten eine genetische Verarmung zu vermeiden.

    Der Bericht der Hegegemeinschaftsleiter von Bundorf, Burgpreppach, Hofheim und Königsberg ergab, dass das Abschusssoll beim Rehwild in hohem Maße erfüllt wurde. Beim Schwarzwild seien die Abschusszahlen deutlich gesunken. Beim Feldhasen, einst eine der bedeutensten Wildarten für die Jagden im Haßgau, habe sich der Besatz nach einem deutlichen Rückgang in den 1980er-Jahren auf einem niedrigen Niveau gehalten.

    Im Rahmen der Veranstaltung wurde laut der Pressemitteilung außerdem Albert Schützwohl für 31-jährige ehrenamtliche Tätigkeit als stellvertretender Jagdberater des Landkreises Haßberge vom Leiter der Unteren Jagdbehörde, Martin Schrauder, im Namen des Landrats mit Urkunde und Geschenk geehrt und verabschiedet.

    Bearbeitet von Markus Erhard

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