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    GRAFENRHEINFELD

    Zauberhafte Magie der Schatten

    Eine Reise durch die Welt der Märchen pärsentierten „Moving Shawods” den gut 300 Zuschauern in der Kulturhalle Grafenrheinfeld. Foto: Guido Chuleck

    Es ist doch immer dasselbe: Kaum ist das Licht im Saal ausgegangen, huschen noch schnell ein paar Gestalten in den Saal. Dieses Mal ist aber alles anders, denn es sind die acht Künstler, die mit Taschenlampen Schatten an die Wand der Kulturhalle Grafenrheinfeld werfen, als Einstimmung für eineinhalb Stunden zauberhafter Schattenmagie.

    „Moving Shadows“, die Show des Ensembles „Die Mobilés“ aus Köln, bietet einen wahren Augenschmaus mit einer Schattenshow, scharf gezeichnet wie Scherenschnitte. Nur dass sich diese Schnitte bewegen und im ersten Teil einen Abriss der Weltgeschichte bieten.

    Zwischenstopp in Sidney

    Kurz mal nach Australien, zu den Kängurus und Straußenvögel? Kein Problem. Zwischenstopp in Sidney gefällig? Hier wäre die „Muschel“, das Opernhaus in Sidney. Apropos Weltkulturerbe, hier wären Stonehenge und die Chinesische Mauer. Nur kurz unterbrochen von einem Ausflug zum Eiffelturm geht die Reise zum Flughafen BER, der von einem Flugzeug angesteuert wird, das aber – weil der Flughafen noch nicht fertig ist – schleunigst das Weite sucht. Und dann erstmal Afrika, mit dem Nashorn und dem Elefanten! Immer wieder brandet Beifall auf, und die Zuschauer beeilen sich mit dem Klatschen, um nicht die nächste Figur zu versäumen.

    Alles ist untermalt von Musik und Hintergründen, die sich nahtlos in die Stimmung einfügen und die Schattenkunst dadurch nur noch stärker werden lassen. Kein Wunder, dass diese Show mit internationalen Preisen nur so überhäuft worden ist.

    Schatten entführen in die Welt der Märchen

    Ach Paris, die Stadt der ungezählten Cafés und der ständig vollen Metro – und die Stadt der Liebe. Die Künstler formen im zweiten Teil einen Baum, dessen Blätter ein Herz formen, und schon wird aus dem Liebespaar eine kleine Familie. Der Sohn wächst seinen Eltern dank gutem Essen bald über den Kopf und geht in die Schule, in der die Schüler angesichts des langweiligen Unterrichts in die Welt der Märchen abwandern. Die Froschkönigin, Hänsel und Gretel, Rapunzel – und dann ist auch schon die Pause, natürlich von den Akteuren auf die überdimensionale Leinwand projiziert.

    Die jungen Eltern erleben mit ihrem Sohn noch so manches Abenteuer. Er selber auch, sei es bei wilden Jugendpartys oder beim obligatorischen Bad am Samstagabend. Nach und nach steigen unterschiedliche Menschen aus der Badewanne, die vorher dort nicht waren und nur der überbordenden Phantasie des Kindes entspringen. Phantastisch auch der Ausflug in die Kinowelt: Casablanca, Jurassic Park, Star Wars (mit echtem Kampf mit Lichtschwertern), Saturday Night Fever und die berühmteste Szene aus Titanic flimmern über eine Leinwand. Nicht zu vergessen der berühmteste aller englischen Geheimagenten: „Mein Name ist Bond, James Bond“.

    Letztlich sausen die Künstler nochmal durch die Weltgeschichte, formen erneut den von den Plakaten bekannten Elefanten und schicken auch Santa Claus mit seinen Rentieren auf die Reise. Als sie nach eineinhalb Stunden ein „Danke Rafeld“ auf die Leinwand zaubern, belohnen das die restlos begeisterten Zuschauer mit stehendem Applaus.

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