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    FUßBALL: RELEGATION

    Warum der FC Sand schon so gut wie im Ziel ist

    Der Mann des Abends, Thorsten Schlereth, freut sich mit einem Jubelsprung über seinen zweiten Treffer zum zwischenzeitlichen 3:1. Foto: Ralf Naumann

    Der FC Sand hat es im Hinspiel der Relegation gegen den FSV Erlangen-Bruck ordentlich krachen lassen. Die Korbmacher fuhren einen fulminanten 5:1-Sieg ein und erspielten sich somit eine fantastische Ausgangssituation für das Rückspiel am Samstag. Die Taktik von Chefcoach Dieter Schlereth hat sich bewährt: Für die Tore der Sander brauchte es kaum echte Stürmer, dafür aber Wirbelwind Thorsten Schlereth.

    Sands Chefcoach wählte zunächst eine sehr defensive Grundausrichtung, sowohl Shaban Rugovaj als auch Philipp Markof nahmen auf der Bank Platz – somit stand kein einziger echter Stürmer bei den Sandern auf dem Rasen. „Ich habe wirklich sehr lange, wenn nicht sogar mehrere Tage darüber nachgedacht, wie wir das Spiel am besten angehen. Ein Relegationsspiel ist einfach etwas Besonderes, ich freue mich unheimlich, dass meine Taktik so gut aufgegangen ist“, so Schlereth.

    „Ein geiles Spiel“

    Erst defensiv stark, dann offensiv eiskalt – diese Formel überwältigte die Erlanger. „Mit diesem Ergebnis hätte ich so nicht gerechnet, es war ein geiles Spiel von mir und der ganzen Mannschaft“, freut sich Doppeltorschütze Thorsten Schlereth nach der Partie.

    Viel Tempo in der Partie

    Obwohl sich beide Teams zunächst in der Defensive sortierten, war enorm viel Tempo in der Partie. Die Zweikämpfe wurden energisch geführt. Adrian Reith steckte die Kugel auf Thorsten Schlereth, der mit seiner durchstartete, Erlangens Keeper Mathias Beck umkurvte und eiskalt zum wichtigen Führungstreffer der Korbmacher einschob (19.).

    Nur wenig späterer startete Schlereth ein weiteres Dribbling, wobei er allerdings vom Ball getrennt wurde und dieser zu Adrian Reith kullerte. Der fackelte nicht lange und traf zum 2:0.

    Kurz vor der Pause erhielten die Sander sogar die Chance zum dritten Treffer: Sebastian Wagner nahm einen anspruchsvollen hohen Ball direkt, der aber landete bei Erlangens Torhüter.

    Ständig im Vorwärtsgang

    Nun hieß es: Bloß kein Gegentor kassieren! Doch da machte Erlangen den Gastgebern einen Strich durch die Rechnung. Chris Gonnert ging im Strafraum zu ungeschickt zur Sache – Referee Roman Potemkin zeigte auf den Elfmeterpunkt. Den Strafraum verwandelte Bastian Lunz sicher zum 2:1-Anschlusstreffer (51.). Nur kurz schwamm Sand in der Folge, doch wiederum Thorsten Schlereth beruhigte die Nerven der meisten der 650 Zuschauer. Erneut legte der Routinier einen atemberaubenden Antritt hin und vollendete sein Dribbling mit dem 3:1 (62.).

    Doch damit nicht genug, Sand wollte schon im Hinspiel alles klar machen. So machte es Adrian Reith Thorsten Schlereth nach, schnappte sich vor dem Strafraum die Kugel und erzielte ebenfalls sein zweites Tor. Nach 70 Minuten stand es 4:1 für den FC Sand. Und der eingewechselte Shaban Rugovaj probierte von halbrechts sein Glück und traf zum 5:1 (78.), Die rote Karte für Erlangens Daniel Ech, der nach dem Schlusspfiff dem Schiedsrichter den Ball an den Kopf warf, verdeutlichte die angeknacksten Nerven der Mittelfranken.

    „Wenn man die vergangenen Wochen in der Champions League beobachtet, weiß man, dass im Fußball alles möglich ist. Ich glaube trotzdem, dass wir uns mit dem heutigen Sieg ein sehr gutes Polster erarbeitet haben. Wir werden im Rückspiel nochmal alles geben und dann sollte es doch klappen,“ gab sich nicht nur Thorsten Schlereth im Hinblick auf das Rückspiel optimistisch.

    Trainer Dieter Schlereth ist vorsichtiger: „Dieser Sieg tut richtig gut, auf der anderen Seite haben wir noch nichts gewonnen. Es sollte zwar nichts mehr passieren, doch die 0:6-Niederlage in Erlangen blieb uns in Erinnerung.“ Wenn die Sander aber in Erlangen einen kühlen Kopf bewahren, sollte dem Klassenerhalt nichts im Wege stehen.

    Die Statistik des Spiels

    Fußball, Bayernliga-Relegation, Hinspiel: 1. FC Sand – FSV Erlangen-Bruck 5:1 (2:0) Sand: Klemm – Karmann, Bechmann, D. Schlereth, C. Gonnert (71. Rugovaj), Rippstein, D. Schmitt, Steinmann, Wagner (83. O. Gonnert), T. Schlereth (87. Witchen), Reith. Erlangen: Beck – Sperber (78. Ferizi), Güler (81. Bauernschmitt), Eich, Selmani (86. Kemenni), Cagli, Seybold, Fischer, Ortner, Lunz, Djonbalic. Schiedsrichter: Roman Potemkin (SV Friesen). Zuschauer: 650. Tore: 1:0 Thorsten Schlereth (19.), 2:0 Adrian Reith (26.), 2:1 Bastian Lunz (51., Elfmeter), 3:1 Thorsten Schlereth (62.), 4:1 Adrian Reith (70.), 5:1 Shaban Rugovaj (78.). Rot: Daniel Eich (Erlangen, 90.+4, Unsportlichkeit).

    Von Felix Schwarz

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