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    Ebenhausen

    Trompete, Flügelhorn oder doch Schlagzeug?

    Lino testest das Tenorhorn. Zum Instrumentenschnuppern der Blaskapelle Ebenhausen waren insgesamt rund 15 Kinder gekommen. Foto: Elisabeth Mehn
    Lino testest das Tenorhorn. Zum Instrumentenschnuppern der Blaskapelle Ebenhausen waren insgesamt rund 15 Kinder gekommen. Foto: Elisabeth Mehn

    Die beiden Erstklässler Lino und Niklas waren die ersten der ungefähr 15 Kinder, die zum Instrumente schnuppern in die Räume der Blaskapelle ins alte Rathaus gekommen waren, um auszuprobieren, welches Instrument zu ihnen passt. Sehr intensiv haben sie sich Trompete und Flügelhorn angeschaut und wurden dabei vom Vorsitzenden des Musikvereins selbst eingewiesen. Matthias Dees erklärte geduldig, welche verschiedenen Mundstücke es gibt und wie sich die Klangfarbe der beiden Instrumente unterscheidet. Er und viele andere Musiker der Kapelle hatten sich zwei Stunden Zeit genommen, um den Kindern ihr Instrument vorzustellen, sie einzuweisen und alle auftauchenden Fragen detailliert zu beantworten.

    Jede Instrumentengruppe konnte ausprobiert werden, von der kleinen Querflöte bis zur großen Tuba war alles vertreten. Stets umlagert waren die beiden Schlagzeuge, mit denen kräftig Krach gemacht wurde. Obwohl der sechsjährige Niklas vieles ausprobiert hat, entschied er sich am Ende doch für die Trompete , die er schon von Anfang an ins Auge gefasst hatte. Welches Instrument das Richtige für den siebenjährigen Lino ist, wusste er am Ende des Nachmittages noch immer nicht: " Trompete oder Schlagzeug, vielleicht auch Tenorhorn. Am besten nehm ich das, was am einfachsten ist. Oder ich lerne eben alle drei Instrumente nacheinander!"

    Keine "Taxifahrten"

    Die Instrumentalausbildung beginnt im Herbst, wenn auch das neue Schuljahr anfängt. Die Blaskapelle Ebenhausen hat qualifizierte Ausbilder für alle Instrumente und unterrichtet wird natürlich vor Ort in den Räumen der Kapelle im alten Rathaus oder gleich nebenan im Schulhaus. Das erspart den Eltern die "Taxifahrten" in die Stadt und fördert die Bindung zum Heimatort. Für die Kindergartenkinder bieten die Ebenhäuser Musiker eine musikalische Früherziehung an, danach folgt in der ersten Klasse die Ausbildung an der Blockflöte , damit die Kinder schon einmal die Noten kennen.

    Erst danach fängt die eigentliche Ausbildung am Instrument an. Während dieser Zeit können die Kinder das sogenannte Junior-Abzeichen ablegen. Diese Prüfung wird vereinsintern in den gewohnten Räumen von vertrauten Personen abgenommen und bietet den Kindern so eine gewisse Sicherheit. Gleichzeitig werden sie bereits mit Prüfungssituationen, wie sie später zum Beispiel bei den Prüfungen für die Musikerleistungsabzeichen eintreten, vertraut gemacht.

    Für jedes Alter

    Einsteigen kann man in jedem Alter, denn auch Erwachsene, Anfänger wie auch Wiedereinsteiger, können sich ausbilden lassen. Wenn die Musikschüler dann nach ungefähr zwei Jahren schon ein wenig sicherer an ihren Instrumenten sind, muss das Zusammenspiel mit anderen Musikern eingeübt werden und sie beginnen bei den Notenkillern, der Jugendkapelle der Blaskapelle Ebenhausen . Wenn die komplette Ausbildung am Instrument beendet ist, erfolgt der Wechsel in die Hauptkapelle. Vorher legen die meisten Musikschüler das Bronzene, viele auch das Silberne Musikerleistungsabzeichen ab.

    Die Notenkiller der Blaskapelle Ebenhausen sind das nächste Mal am Sonntag, 23. Juni im Rahmen des Ebenhäuser Schlossfestes zu sehen und zu hören. Alle Musiker in Ausbildung - die musikalische Früherziehung, die Flötengruppen und die Kinder und Jugendlichen, die schon länger an ihrem Instrument ausgebildet werden - zeigen dort am Nachmittag unter dem Motto "Jugend musiziert", was sie bisher gelernt haben.

    Elisabeth Mehn

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