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    REGION WÜRZBURG

    Trichinen in erlegter Wildsau

    (huGO-ID: 18034307) wildschwein, nachtsichtgerät, jagd, wildschweine, schwarzwild, schwarzkittel FOTO dpa / Montage MP... Foto: dpa/Montage: MP

    Vor kurzem schreckte eine Meldung die Jägerschaft in der Region auf. Bei einem im Landkreis Main-Spessart erlegten Wildschwein waren Trichinen nachgewiesen worden. Weil die Untersuchung in Aub stattfand, war das Veterinäramt des Landkreises Würzburg für den Fall zuständig.

    Das Fleisch war natürlich sichergestellt und vom Verzehr ausgeschlossen worden. Wie weitere Untersuchungen ergaben, handelte es sich um die „Trichinella pseudospiralis“ – eine eher seltene Erscheinung, wie Susanne Greiner-Fischer vom Veterinäramt auf Anfrage bestätigte.

    Sie sieht das Ganze gelassen. Seit 2000 seien in Bayern zwei Fälle registriert worden, deutschlandweit seit 2009 bis heute 13. Von Trichinen befallen werden nur Allesfresser wie Wildschwein oder Dachs. Hirsche und Rehe sind reine Vegetarier. Im Verhältnis zu den erlegten Wildschweinen ist das für die Leiterin des Veterinäramtes ein „geringer Befund“. In Bayern wurden im Jagdjahr 2010/2011 rund 60 000 Schwarzkittel erlegt.

    Schulungen für Jäger

    Wie funktioniert eine Trichinenuntersuchung in der Praxis? An erster Stelle steht der Jäger. Der Kreisgruppe Würzburg im Bayerischen Landesjagdverband bietet in Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt des Landkreises laufend Kurse an. Nach dem Kurs bekommt jeder eine Teilnahmebestätigung. Mit diesem Dokument kann beim Landratsamt ein „Antrag auf Übertragung auf Trichinen-Probeentnahme bei Wildschweinen und Dachsen auf Jäger“ gestellt werden.

    Die Jäger werden so geschult, dass sie die richtige Probe an der richtigen Stelle entnehmen. Ein haselnuss-großes Stück – etwa zehn Gramm – wird entweder vom Gelenk des Vorderlaufes heraus geschnitten, oder vom Zwerchfell oder der Zunge.

    Das stößt beim ehemaligen Leitenden Veterinärdirektor der Stadt Würzburg, Dr. Eberhard Saupe, auf Unverständnis. Vor Dezember 2005 mussten zwei Proben genommen werden – und zwar vom Vorderlauf und vom Zwerchfellpfeiler. Das ist die Stelle, an der das Zwerchfell, das den Brustraum mit Herz und Lunge vom Bauchraum trennt, im Wildkörper angewachsen ist. Saupe hält es für „ein Unding“, dass auf die wichtige Probe des Zwerchfellpfeilers verzichtet werde. Diese Verschlechterung des Probenmaterials sei sehr bedenklich, weil „die Möglichkeit des Auffindens von Trichinenlarven dort erfahrungsgemäß sehr viel größer ist als im gesamten Zwerchfell“.

    Proben zur Untersuchungsstelle

    Im Landkreis Main-Spessart können die Waidleute ihre Proben an fünf Untersuchungsstellen abgebeben:

    • Karlstadt: Veterinäramt im Landratsamt;

    • Gemünden: Sankt-Bruno-Straße 25;

    • Marktheidenfeld: Oberländer Straße 28;

    • Lohr: Tierarzt Dr. Zorn, Rechtenbacher Straße 105;

    • Arnstein: Tierarzt Klein, Schwebenrieder Straße 7.

    Von unserem Redaktionsmitglied Günther Hillawoth