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    WÜRZBURG

    Wettbewerb um die Gunst des Umweltministers

    (tito) Das muss man den Gegnern der B 26n lassen: Am Freitag waren sie zur rechten Zeit am rechten Ort. Als Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) vor dem IHK-Gebäude in der Mainaustraße Würzburg seiner Dienstlimousine entstieg, da waren sie zur Stelle. Manfred Ländner, der Abgeordnete aus Kürnach, begrüßte den Parteifreund, assistiert von der Grünen-Landtagsabgeordneten Simone Tolle aus Arnstein.

    Söder war darob so beeindruckt, dass er auf eine spontane Bemerkung zur schwarz-grünen Zukunft der Politik im Freistaat einging und sinnierte: Wer weiß? Armin Beck aus Karlstadt machte den Minister mit Argumenten gegen das Fernstraßenprojekt vertraut, Günter Krönert aus Duttenbrunn überreichte ein Paket mit 14 000 Unterschriften gegen die B 26n. Der Minister lauschte aufmerksam und erwiderte artig, er habe Respekt vor den Argumenten, könne sich aber „natürlich heute kein abschließendes Urteil bilden“.

    Das muss man den Befürworten der B 26n von IHK und HWK lassen: Schnell hatten sie sich aus der Stockstarre über den überfallartigen Auftritt der Kontrahenten vor ihrer Haustüre gelöst und reagierten überaus professionell auf Söders Frage, ob nicht noch jemand da sei, der ihm Unterschriften überreichen möchte. 14 000 Unterschriften hatten sie nicht zu bieten, aber eine neunseitige Resolution, die das für den Wirtschaftsraum Mainfranken „unerlässliche“ Infrastrukturprojekt fordert.

    IHK-Vizepräsident Otto Kirchner und der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Rudolf Trunk übergaben die Stellungnahme der IHK-Vollversammlung, assistiert vom Vizepräsidenten der Handwerkskammer, Walter Heußlein. Was Markus Söder dazu sagte, ist nicht bekannt.

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