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    Hannover

    Falsche Abmahnungen per Mail: Daran erkennen Sie Betrüger im Netz

    Bei E-Mails mit unbekanntem Absender nicht auf Links klicken.       -  Sicher im Internet: Bei E-Mails mit unbekanntem Absender am besten gar nicht erst auf Links klicken und auch etwaige Anhänge nicht öffnen.
    Sicher im Internet: Bei E-Mails mit unbekanntem Absender am besten gar nicht erst auf Links klicken und auch etwaige Anhänge nicht öffnen. Foto: Hans Wiedl/dpa-Zentralbild/ZB

    Falsche E-Mail-Abmahnungen, in denen Namen realer Anwaltskanzleien als Absender missbraucht werden, landen derzeit massenhaft in den Postfächern. Mit fingierten Vorwürfen, Filme oder Musik rechtswidrig im Internet geteilt zu haben, sollen die Empfängerinnen und Empfänger dazu gebracht werden, auf Links in den Nachrichten zu klicken. Davor warnt die Polizei Niedersachsen.

    Mit Klick auf den Link kommt Schadsoftware auf den Computer

    Angeblich soll sich mit dem Klick auf den Link eine Zusammenstellung der angeblichen Vergehen und Forderungen öffnen. Tatsächlich holt man sich aber Schadsoftware auf den Computer oder kommt auf Phishing-Seiten, wo man aufgefordert wird, persönliche Daten oder Zahlungsinformationen einzugeben. Am besten also gar nicht erst auf den Link klicken und auch etwaige Anhänge nicht öffnen.

    Grundsätzlich ist es zwar möglich, Abmahnungen nicht nur per Post, sondern auch per Mail zu erhalten. Dann muss eine angebliche Urheberrechtsverletzung aber schon direkt in der Mail präzise und ausführlich geschildert werden, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. In den aktuellen Mails bleiben die Kriminellen aber ganz bewusst vage, um auf Links oder Anhänge verweisen zu können.

    Betroffene Juristen sind bereits informiert

    Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass Verbraucherinnen und Verbraucher die in den Mails genannten Rechtsanwälte und Kanzleien nicht kontaktieren oder warnen müssen. Diese seien bereits informiert und im Bilde.

    Gut zu wissen: Beim Umgang mit Spam-E-Mails lassen sich viele Nutzerinnen und Nutzer offenbar nichts vormachen. 60 Prozent der Menschen hierzulande fackeln nicht lange und löschen solche Nachrichten ungelesen, wie aus einer Yougov-Studie hervorgeht.

    Allerdings markiert noch nicht einmal jede Fünfte oder jeder Fünfte (19 Prozent) so eine E-Mail als Spam oder verschiebt sie in den Spam-Ordner seines Postfachs. Das wäre allerdings eine Möglichkeit, sich künftig besser vor solchen Mails zu schützen. Denn bei den meisten Mail-Anwendungen und -Diensten und -Anbietern trainiert man auf diese Weise einen Spam-Filter.

    Immerhin 7 Prozent der Befragten geben an, ihre Spam-Mails zu lesen, dann aber zu löschen. 3 Prozent unternehmen gar nichts und lassen die Mail einfach im Posteingang liegen. Und ebenso viele leiten Spam an Sicherheitsexperten oder spezielle Postfächer weiter, die etwa Unternehmen eingerichtet haben, um missbräuchliche oder betrügerische Nachrichten in ihrem Namen zu analysieren und zu verfolgen.

    Dass man auf Spam nicht reagiert, auch und gerade um dem Absender nicht zu signalisieren, dass er eine aktiv genutzte Adresse angeschrieben hat, ist so gut wie jedem klar: Nur 1 Prozent räumt ein, auf Spam-Nachrichten zu antworten. Gleiches gilt übrigens auch für Unsubscribe- oder Abmelden-Links ins Spam-Mails: Wer darauf klickt, kann so gut wie sicher sein, fortan noch mehr ungewollte Nachrichten zu erhalten.

    Befragt worden waren 2131 Menschen im Auftrag von Web.de und GMX.