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    Saarbrücken

    Wann Sport gegen Muskelkater helfen kann

    Sport kann gegen Muskelkater helfen       -  Auch Sport kann gegen Muskelkater sinnvoll sein.
    Auch Sport kann gegen Muskelkater sinnvoll sein. Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa

    Nach dem Trinken kommt der Kater, und nach dem Sport der Muskelkater. Der Schmerz am Tag danach entsteht immer dann, wenn jemand sich beim Training zu sehr oder ungewohnt belastet, erklärt Prof. Christoph Eifler von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) in Saarbrücken.

    Bei Muskelkater Durchblutung fördern

    Die Über- oder Neubelastung verursacht dann winzige Schäden an der Muskulatur, sogenannte Mikrotraumen. Diese lösen wiederum einen Entzündungsprozess aus und reizen den Schmerznerv. Dagegen hilft alles, was die Durchblutung fördert, ein Gang in die Sauna zum Beispiel. Aber auch Sport treiben, kann sinnvoll sein.

    Voraussetzung ist jedoch, dass man es nicht übertreibt: Eifler empfiehlt für das Trainingsprogramm gegen Muskelkater eine eher niedrige Intensität. Heftiges Training oder Dehnübungen verschlimmern die Mikrotraumen eher und sind keine gute Idee - genau wie eine gründliche Massage übrigens.

    Mit all dem sollte man warten, bis der Muskelkater vorbei ist. Wie lange das dauert, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Bis zu zwei Tage Beschwerden sind ganz normal.

    Zerrung oder Muskelfaserriss sind ein Fall für den Arzt

    Achtung: Beginnt der Schmerz direkt nach einer sportlichen Übung, und ist er dazu besonders intensiv und stechend, handelt es sich vermutlich nicht mehr nur um Muskelkater, sondern eher um eine Zerrung oder gar einen Muskelfaserriss. Solche Beschwerden sind dann ein Fall für den Arzt.

    Halten Schmerzen nach dem Sport länger als vier Tage an oder sind sie stark, ist dies ein Warnsignal. Die Deutsche Schmerzgesellschaft rät dann, das Training erstmal zu reduzieren. Denn Sehnen, Bänder und Gelenke brauchen meist deutlich länger sich gesteigerten Belastungen anzupassen als Muskeln. Wer sie überfordert, riskiert Verletzungen und Schmerzen.

    PECH-Schema und Schmerzgel anwenden

    Zu viel Belastung kann zum Beispiel zu einer Überdehnung der Bänder im Gelenk führen. Diese kann man behandeln, indem man das PECH-Schema anwendet - also Pause, Eis, Compression und Hochlegen.

    Wirksam können auch Schmerzgels sein. Diese sollten Sportler jedoch nicht präventiv anwenden - sondern nur, wenn sie wirklich Schmerzen, eine Muskelzerrung oder etwa eine Verstauchung haben. Bei leichten Beschwerden sollte man die Belastung reduzieren und diese erst einmal beobachten.