• aktualisiert:

    Schleswig

    Wann dürfen Vermieter Haustiere verbieten?

    Für Haustiere in Mietwohnungen gibt es einige Regeln
    Sie möchten einen Welpen zu sich in die Wohnung holen? Manchmal müssen Halter zuerst den Vermieter um Erlaubnis bitten. Foto: Kay Nietfeld/dpa

    Selbst wenn es nicht ganz die eigenen vier Wände sind: Auch wer zur Miete wohnt, darf grundsätzlich Haustiere halten. Manchmal müssen Halter aber zuerst den Vermieter um Erlaubnis bitten - und in individuell ausgehandelten Vereinbarungen können Haustiere von vornherein ausgeschlossen werden. Darauf weist die Schleswig-Holsteinische Rechtsanwaltskammer hin

    Haustier darf Nachbarn nicht stören

    Wichtig ist: Nachbarn dürfen durch das Tier weder gestört noch gefährdet werden. Viele Mietverträge schreiben daher vor, dass der Vermieter um Erlaubnis gefragt wird. Das gilt jedoch nicht für Kleintiere wie Hamster, Fische, Meerschweinschen oder Ziervögel, erklärt die Anwaltskammer.

    Bei größeren Tieren wie Katzen oder Hunden muss der Vermieter dagegen gefragt werden, wenn der Mietvertrag dies vorsieht. Doch ablehnen darf er nur, wenn es dafür gute Gründe gibt. Etwa, wenn in der Wohnung so viele Tiere gehalten werden, dass sie einem Zoo gleicht, so die Experten. Der Vermieter darf allerdings zur Bedingung machen, dass ein Hund nicht lange Zeit allein in der Wohnung bleibt, wenn sich herausgestellt hat, dass er sonst dauerhaft laut bellt.

    Vermieter bei weiterem Haustier neu fragen

    Mieter sollten außerdem beachten, dass eine Genehmigung immer nur für ein bestimmtes Tier gilt. Bei jedem weiteren Tier muss der Vermieter erneut gefragt werden. Hält der Mieter ein Haustier ohne Erlaubnis, kann der Vermieter verlangen, dass das Tier wieder abgeschafft wird. Sonst droht eine Abmahnung oder gar die Kündigung.

    Übrigens: Wer sein Haustier mit zur Arbeit nehmen will, muss sich ebenfalls an bestimmte Regeln halten.

    Arbeitnehmer haben keinen Anspruch darauf, ihren Hund oder ihre Katze mit zur Arbeit zu bringen. Darauf weist der Rechtsschutz des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) hin. Es fällt unter das Haus- und Weisungsrecht des Arbeitgebers, Haustiere zu verbieten.

    Mitbringen ist deshalb nur nach Absprache mit dem Chef erlaubt. Dabei ist auch zur berücksichtigen, ob Mitarbeiter etwa Allergien oder Angst vor Tieren haben. Wer den Hund ohne Erlaubnis mitbringt, riskiert im schlimmsten Fall eine Abmahnung oder Kündigung.

    Hat der Arbeitgeber einmal zugestimmt, dass der Hund eines Mitarbeiters mit ins Büro darf, entsteht daraus kein dauerhaftes Recht. Der Arbeitgeber kann seine Erlaubnis den Angaben zufolge jederzeit wieder zurücknehmen.