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    Powerstimme der 80er Jahre

    Keiner quasselt schneller als Axel F.
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    Wilde Lockenmähne, schrille Lederklamotten, dicke Schulterpolster und eine gewaltige Stimme: Jennifer Rush gehörte in den 80er Jahren zu den absoluten Stars der Musikszene. Ein Hit folgte auf den nächsten. Wer seinen Liebeskummer verarbeiten oder sich in einen romantischen Abend gönnen wollte, legte die Songs der US-Amerikanerin auf. Weltweite Bekanntheit erlangte sie mit ihrer Ballade „The Power of Love“. Aufgenommen und produziert wurde der Song übrigens in Deutschland, wo Rush viele Jahre lang lebte.

    Ihr musikalisches Talent bekam die 1960 in New York unter dem Namen Heidi Stern geborene Sängerin quasi in die Wiege gelegt. Sie stammt aus einer Künstlerfamilie: der Vater Opern-Tenor, die Mutter Pianistin. Die beiden älteren Brüder stiegen später ebenfalls ins Musikgeschäft ein.

    Schon als Neunjährige spielt die kleine Heidi in einem Begabten-Orchester Geige. Deutschland lernte sie als junges Mädchen kennen, weil ihr Vater ein Engagement in Flensburg annahm. Als Teenager kehrte sie zurück in die USA, mit Anfang 20 versuchte sie ihr Glück in Deutschland. Ihren Job in München als Sekretärin bei der US-Army kündigte sie, nachdem sie ihren ersten Plattenvertrag unterschrieben hatte.

    Der Name „Heidi Stern“ verkaufte sich jedoch schlecht. Das Management reagiert schnell. In der TV-Sendung „Musikladen“ trat sie 1984 als Jennifer Rush auf – und landete mit „25 Lovers“ ihren ersten Hit. Nun kam die Karriere in Schwung. Mit der dritten Single „The Power of Love“ gelang der Durchbruch. Die Ballade wurde einer der Hits der 80er Jahre. In Großbritannien wurde Rush zur bis dahin erfolgreichsten Sängerin, Prinz Andrew and Sarah Ferguson machten den Song sogar zu ihrem Hochzeitslied. In den Hitparaden schaffte die hübsch anzusehende Sängerin von nun an regelmäßig Spitzenplätze. Durch „Destiny“ avancierte sie in Deutschland endgültig zum gefeierten Star.

    Ab Anfang der 90er Jahre ließen die CD-Verkäufe langsam nach und es wurde ruhiger um die Pop-Lady. Es folgten zwar weitere Alben, den großen Erfolg konnte sie aber nicht wiederholen. Das letzte Studioalbum erschien vor fünf Jahren – kaum bemerkt vom Publikum.

    Heute lebt die Sängerin, die am 28. September ihren 55. Geburtstag feiert, wieder in ihrer Geburtsstadt New York. Wer sie trifft, muss schon zweimal hinschauen, um sie zu erkennen. Ihr Versuch, die Zeichen des Alters durch Operationen und Spritzen zu beseitigen, gelang nur semioptimal. Foto: Ralf Hirschberger, dpa

    Von Rainer Dehmer rainer.dehmer@mainpost.de

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