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    Bad Kissingen

    175 Jahre Sängervereinigung

    Stadt veranstaltet Empfang für den Traditionschor.
    Empfang für die Kissinger Sängervereinigung e.V. im Rathaus, von links1. Vorsitzender Wolfgang Russ, OB Kay Blankenburg  Foto: Carsten Ahlers
    Empfang für die Kissinger Sängervereinigung e.V. im Rathaus, von links1. Vorsitzender Wolfgang Russ, OB Kay Blankenburg Foto: Carsten Ahlers

    Zu einem Empfang lud die Stadt Bad Kissingen in den Sitzungssaal des Neuen Rathauses ein. Der Anlass war das Chorjubiläum der Kissinger Sängervereinigung e.V., die 1845, also vor 175 Jahren, als Männergesangverein "Kissinger Liedertafel" errichtet wurde.

    Zahlreiche Ehrengäste

    Der Einladung der Stadt folgten zahlreiche politische Vertreter aus Stadt-, Kreis- und Bezirksrat. Mit Paul Kolb (Sängerkreis Schweinfurt) und Siegfried Gottwald (Sängergruppe Bad Kissingen ) waren auch die beiden Spitzen der regionalen Chorverbände anwesend. Der Präsident des Fränkischen Sängerbundes, Prof. Dr. Brusniak, ließ sich entschuldigen.

    In seiner Begrüßung wies Oberbürgermeister Kay Blankenburg darauf hin, dass die Stadt stolz sei, mit der Kissinger Sängervereinigung einen herausragenden Kulturträger in ihren Reihen zu haben. Um vor 175 Jahren Musik zu hören, bedurfte es in Zeiten ohne Internet, Handy und sozialer Medien, viel Eigeninitiative und Begeisterung der Aktiven. Dies sei dem Verein, der älteste Chor der Stadt, trotz Krisen und zwei Weltkriegen hervorragend gelungen.

    Der 1. Vorsitzende Wolfgang Russ erinnerte an die bewegte Geschichte des Vereins, die am 6. Februar 1845 im Alten Rathaus von Bad Kissingen ihren Anfang nahm. Bereits im August 1845, wenige Monate nach ihrer Gründung, nahm der Chor am Ersten Deutschen Sängertreffen in Würzburg teil. Der Chor sang vor berühmten in Kissingen weilenden Kurgästen. Zu den prominenten Zuhörer zählten 1852 der italienische Star-Komponist Gioachino Rossini, 1863 das österreichische Kaiserpaar Franz Joseph I. und Elisabeth ("Sisi"), 1868 der russische Zar Alexander II. sowie Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck (1874 und 1890).

    Der Verein sei heute gut aufgestellt, habe aktuell 70 aktive Sängerinnen und Sänger , die sich in vier Chöre aufteilten, darunter seit 2018 der Jugendchor "Chorisma", so Russ weiter. Er bedankte sich ausdrücklich bei der Bayerischen Staatsbad für die bisherige gelungene Zusammenarbeit und erinnerte an die hervorragenden Konzertsäle in der Stadt, auf die Chöre aus anderen Städten neidisch blicken würden. In Anwesenheit von Kurdirektorin Sylvie Thormann und Veranstaltungsleiter Bruno Heynen wurde seitens des Vorsitzenden Russ auch der Wunsch an die Gesellschafter der Staatsbad geäußert, den lokalen Vereinen auch in Zukunft eine angemessene Plattform mit eigenen Verdienstmöglichkeiten zu bieten.

    Die Festveranstaltung wurde durch die Chöre des Vereins musikalisch umrahmt. Der Konzertchor unter Leitung von Hermann Freibott sang unter anderem "Meine Heimat, Land der Rhön", "Sou a Schöppla Frankawei" sowie "In Vino Veritas". Chorisma, der Jugendchor des Vereins unter Leitung von Antje Kopp, präsentierte aus dem Musical "Der König der Löwen" das Lied "Circle of Life".

    Einen besonderen, spontanen Geburtstagsgruß gab es für zwei anwesende Aktive des Vereins mit dem Lied "Erlaube mir feins Mädchen" ( Johannes Brahms ), darunter Anna Kirchner, die jüngste Sängerin an ihrem 12. Geburtstag. Schriftführer und Vereinsarchivar Carsten Ahlers stellte die neue Festschrift zum 175-jährigen Jubiläum der Öffentlichkeit vor. Die Erstausgabe, verpackt in goldenem Papier und verziert mit einer roten Schleife, wurde durch Oberbürgermeister Blankenburg vor den Anwesenden ausgepackt. Die von Ahlers erstellte Festschrift stellt auf 100 Seiten nicht nur die Geschichte des Chors dar, sondern enthält eine Vielzahl von Fotos, Übersichten und Unterhaltsames und ist die erste Festschrift der Vereinsgeschichte, die komplett in Farbe erscheint. Ahlers dankte dem Stadtarchiv unter Leitung von Peter Weidisch, allen Helfern des Vereins sowie den zahlreichen Sponsoren für ihre Unterstützung. Dank der Sponsoren kann die Festschrift kostenlos beim Verein erworben werden (Wolfgang Russ, Tel.: 645 56). red

    Redaktion

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