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    BAD BRÜCKENAU

    600 Euro Strafe für Springmesser

    (swg) Die sprichwörtliche Leiche hatte er zwar nicht im Keller versteckt. Ein verbotenes Springmesser im Wohnzimmerschrank genügte allerdings auch, um die Staatsanwaltschaft auf den Plan zu rufen. Ein 30-jähriger Mann aus Bad Brückenau musste sich nun wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz vor dem Amtsgericht Bad Kissingen verantworten.

    Im Rahmen eines anderen Tatvorwurfes hatte das Hauptzollamt im vergangenen Oktober die Wohnung des 30-Jährigen durchsucht. Dabei war auch das Springmesser als eine verbotene Waffe zutage befördert worden.

    „Ich habe das vor 15 Jahren mal auf dem Flohmarkt gekauft“, sagte der Angeklagte. „Ich wusste überhaupt nicht, dass ich es noch hatte.“ Diese Aussage sowie die Tatsache, dass das Messer für niemanden gefährlich die ganze Zeit im Schrank lag, veranlasste den Verteidiger, auf eine Einstellung des Verfahrens zu drängen.

    Ein klares Nein kam hierzu vom Staatsanwalt. Er plädierte für eine Geldstrafe von 600 Euro, dem sich das Gericht anschloss. Die Richterin begründete ihre Entscheidung mit den verschärften Waffengesetzen nach den Amokläufen an Schulen und Behörden in den vergangenen Jahren.

    „Alle Bürger müssen vorsichtiger mit Waffen umgehen“, sagte die Vorsitzende. Die Maßnahmen der Bundesregierung dienten der Generalprävention. Eine Einstellung des Verfahrens sei aufgrund der Gesetzeslage praktisch nicht mehr möglich, so die Richterin.

    Dass der Angeklagte das Messer im Lauf der Jahre vergessen haben will, glaubten ihm weder der Staatsanwalt noch die Richterin. „Jeder hat so ungefähr im Blick, was er im Schrank hat, zumal, wenn man allein lebt und die Wohnung nicht allzu groß ist.“

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