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    BAD KISSINGEN

    Im Wald die Seele streicheln

    Vielversprechend: Am Klaushof wird derzeit das Projekt „Wald für die Seele“ umgesetzt. Die Arbeiten haben bereits begonn... Foto: Isolde Krapf

    Die Bauarbeiten haben begonnen. Der Pavillon, das Eingangstor zum „Wald der Seele“ steht bereits. Das umfangreiche Projekt der Stiftung Bewusstseinswissenschaften (Bad Kissingen), dessen Vorsitzender Dr. Joachim Galuska, Geschäftsführer der Heiligenfeld-Kliniken ist, soll im Frühjahr 2018 fertig sein. Es wird aus Leader-Mitteln bezuschusst. Der Förderbescheid kam im März 2017. Im April konnte man beginnen.

    Eine Arbeitsgruppe hatte sich im Vorfeld zwei Jahre lang intensiv mit den Planungen beschäftigt und sogar einen Künstlerwettbewerb für die einzelnen Wald-Stationen ausgelobt. 120 000 Euro wird das Projekt kosten. 60 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten (insgesamt 72 000 Euro) kommen aus dem europäischen Leader-Fonds, sagte Cordula Kuhlmann, die Leader-Managerin des Landkreises, unlängst im Kreistag bei der Leader-Zwischenbilanz.

    Erlebnismuseum in der Natur

    Der Wald für die Seele ist als „Erlebnismuseum mitten in der Natur“ kreiert, heißt es auf der Internetseite der Stiftung Bewusstseinswissenschaften.. Menschen können sich dort in der natürlichen Umgebung mit ihren konkreten Lebenssituationen auseinandersetzen. An verschiedenen Stationen bekommen sie Anregungen zu ihren eigenen Themen. So ist beispielsweise die Vergänglichkeit ein Sujet, das man in der freien Natur hervorragend dokumentieren kann, sagt die Leader-Managerin.

    Weil man sich einerseits draußen im Wald bewegt und andererseits seine Gedanken ordnen kann, werden Körper und Seele gleichzeitig angesprochen. „Im Mittelpunkt steht dabei der ganzheitliche Heilungsansatz“, umreißt Kuhlmann die Intention des Projekts.

    Als Stationen dieses Seelen-Weges sind unter anderem eine Arena, ein Labyrinth und ein Heiliger Hain geplant. In der Arena können, nach Kuhlmanns Ausführungen, Veranstaltungen wie zum Beispiel Lesungen und Konzerte stattfinden. Im Labyrinth ist es möglich, zur Ruhe zu kommen und sozusagen den eigenen Weg zu finden und der Heilige Hain greift Themen aus verschiedenen Weltreligionen auf.

    An der Märchen-Station werden wohl vor allem Kinder oder vielleicht auch Schulklassen Interessantes entdecken können, sagt Kuhlmann. Und schließlich kommt der Spaziergänger irgendwann auch an einem Wunschbaum vorbei: Was wünscht man sich im Leben? Muss man vielleicht den Blickwinkel ändern? Fragen, auf die man hier möglicherweise eine Antwort findet.

    Zusammenarbeit mit der Stadt

    Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Kissingen entwickelt, denn der Erlebnisraum liegt im Bereich des Stadtwalds, genauer gesagt ist er Bestandteil des Erholungswaldes rund um den Klaushof. Dort findet sich bekanntlich auch der Pfad der Baumgiganten und das Kaskadental. Das Areal liegt auf der Gemarkung Salzberg am Steinkuppel, östlich der Ilgenwiese.

    Stadtförster Axel Maunz, der die Planungen zu diesem Projekt in der Arbeitsgruppe mitbegleitete, bezeichnet das Vorhaben als „sehr interessante Geschichte“. Für ihn ist es eine gute Möglichkeit, den Besuchern den Stadtwald näher zu bringen. Aus städtischer Sicht ist das Anliegen der bereits von der Stadt initiierten Elemente, wie Besinnungsweg und Pfad der Baum-Giganten, pädagogisch motiviert. „Wir wollen in den Menschen Freude und Begeisterung wecken. Sie sollen erkennen, dass es sich lohnt, sich für den Wald und die Natur zu engagieren.“ Der Wald für die Seele passe sehr gut zu diesem Anliegen.

    „Die Basisstruktur kann man bereits erkennen“, sagt Toni Hauck, Klinik-Manager der Heiligenfeld GmbH, auf Anfrage der Redaktion. Die Eingangssituation, die Hauptwege und die Wald-Arena, sind angelegt. Jetzt gelte es, das Augenmerk auf die einzelnen Stationen zu richten. Demnächst werde beispielsweise der Euerdorfer Künstler Helmut Droll damit beginnen, den Heiligen Hain aufzubauen, sagt Hauck.

    Noch alles am Anfang

    Dennoch sei im „Wald für die Seele“ noch alles am Anfang. Es fehlen Infotafeln und ein Wege-Leitsystem. Unterdessen ist die Arbeitsgruppe weiter am Planen. So wie es aussieht, könnten im Klauswald noch „überraschende Dinge“ entstehen, sagt Hauck. Als Beispiel nennt er eine Zone im Wald, speziell für Kinder, die man derzeit in Zusammenarbeit mit einem Kindergarten und dem Bund Naturschutz entwickeln will.

    Übrigens suchen die Akteure des Arbeitskreises noch ein paar Mitstreiter für die Zukunft. „Denn wir setzen auf Nachhaltigkeit“, sagt Hauck und meint damit, dass die Stationen im Wald auch nach der Eröffnung im Frühjahr weiter betreut werden sollen. Wer Interesse hat, mitzuwirken, kann sich melden. Das nächste Treffen der Arbeitsgruppe findet am 22. September in der Villa Heiligenfeld statt.

    Weitere Informationen: www.bewusstseinswissenschaften.de und E-Mail: toni.hauck@heiligenfeld.de

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