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    MÜNNERSTADT

    Attraktive Arbeits- und Lebenswelt

    Die Preisträger des Architektenwettbewerbs: Im Bild (von links) M.V. Müller (Köln, 3. Preis), Antonio Catita Soeiro (Lissabon, erster Preis), Caritas Schulen gGmbH-Geschäftsführer Manfred Steigerwald, Landrat Thomas Bold und Gunther Benkert (Kassel, zweiter Preis).
    Die Preisträger des Architektenwettbewerbs: Im Bild (von links) M.V. Müller (Köln, 3. Preis), Antonio Catita Soeiro (Lissabon, erster Preis), Caritas Schulen gGmbH-Geschäftsführer Manfred Steigerwald, Landrat Thomas Bold und Gunther Benkert (Kassel, zweiter Preis). Foto: Isolde Krapf

    Der EU-weite Architektenwettbewerb für den Neubau des Berufsbildungszentrums (BBZ) geht in die letzte Phase. Die Jury ermittelte drei Preisträger. Nach Maßgabe des VOF-Verfahrens müssen Landkreis und Caritas Schulen gGmbH nun mit den drei Architekten verhandeln und letztendlich an einen die Planungsleistungen vergeben. Das soll noch heuer geschehen, sagte Landrat Thomas Bold am Montag im BBZ. Die Planung für den Neubau könnte bis Sommer 2016 zur Genehmigung eingereicht werden, Baubeginn ist vielleicht schon Ende 2016, hofft Bold.

    Über 100 Entwürfe trudelten ein. In Phase eins kamen 19 in die engere Wahl. Aus diesen wiederum wurden drei Konzepte mit Preisen bedacht. Den ersten Platz belegt der Portugiese Antonio Catita Soeiro (Lissabon). Auf den zweiten Platz kam Gunther Benkert (München). Den dritten Preis ergatterte M.V. Müller (Köln). Zudem wurden zwei Anerkennungspreise vergeben für das Architekturbüro Lothar Babler/Martin Lodde (Herzogenaurach) sowie für H2M-Architekten und Ingenieure GmbH (München).

    Die Aufgabe für die Architekten war nicht ganz einfach: In der Planung ging es um die Konzeption eines Gebäudes mit 6000 Quadratmetern Nutzfläche, in dem sechs Schultypen „klar und alltagstauglich“ angesiedelt werden sollten. Dass sehr viele qualifizierte Vorschläge eingereicht wurden, begeisterte Landrat Bold, der in der Jury Sachpreisrichter war. „Man hatte die Qual der Wahl“, sagte er. Dennoch sei diese Art von Wettbewerb der „richtige Weg“ gewesen, eine solche „anspruchsvolle Aufgabe“ anzugehen. Die drei mit Preisen ausgezeichneten Entwürfe bezeichnete Caritas-Schulen-Geschäftsführer Steigerwald als erstklassig. „Wir werden es mit der Entscheidung schwer haben. Aber dafür bauen wir auch eines der schönsten Berufsbildungszentren in Deutschland“, sagte er mit einem Augenzwinkern.

    Preisgerichtsvorsitzender Rainer Kriebel (Würzburg) gewährte Einblick in die Internas einer Jury: So mussten sich die zehn Preisrichter ausgiebig mit den Erfordernissen des Neubaus beschäftigen, das Augustinerseminar mit einkalkulieren und das nahe Gymnasium bei den Planungen im Auge behalten.

    Dass das Konzept des Portugiesen Soeiro letztendlich auf dem ersten Platz landete, hatte laut Kriebel diverse Gründe: Der zweigeschossige Bau mit „eindeutigem Eingang“ habe hervorgestochen. Der Bau „verzahne“ das Augustinergebäude auf unauffällige Weise. Innen werde der Besucher „durch das Gebäude geführt“. Kriebel: Dem Architekten sei es gelungen, eine „attraktive Arbeits- und Lebenswelt zu schaffen“.

    Soeiro selbst hat schon mehrere Schulen gebaut. „Da hat sich Einiges verändert“, sagt der 48-Jährige im Gespräch mit der Redaktion. Der Frontalunterricht sei heute dem Lehren und Lernen in der Runde gewichen, weiß der gebürtige Portugiese, der lange Jahre in Deutschland lebte und in Braunschweig studierte. Sein Konzept besticht optisch durch die Idee von mehreren Fingern, die aus dem Gebäude herausragen: In jedem dieser „Finger“ ist eine Schule untergebracht. Seiner Ansicht nach stärkt dies das Gefühl von einer jeweils eigenen Identität.

    Ein BBZ in mehreren Volumina: Dabei gleiten die Gebäude auf dem Grundstück, erklärt der portugiesische Architekt Antonio Catita Soeiro seinen Entwurf. Im Bild deutet er auf den Eingangsbereich des Neubaus, der dem Gebäude der Augustiner (links) just gegenüber liegt.
    Ein BBZ in mehreren Volumina: Dabei gleiten die Gebäude auf dem Grundstück, erklärt der portugiesische Architekt Antonio Catita Soeiro seinen Entwurf. Im Bild deutet er auf den Eingangsbereich des Neubaus, der dem Gebäude der Augustiner (links) just gegenüber liegt. Foto: Isolde Krapf
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