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    Bad Kissingen

    Bad Kissingen: Endspurt am Rosenhof

    Die Bauarbeiten an der Seniorenwohnanlage Rosenhof dauern noch an. Im Bild der bereits erneuerte Gebäudeteil, der zur Bismarckstraße hin liegt. Foto: Isolde Krapf

    Der große Korb am Boden ist jetzt voll. Der Arbeiter unten auf der Erde schreit dem Kranführer hoch oben im Führerhaus ein Kommando zu. Kurz darauf hebt das Behältnis mit Baumaterial vom Boden ab, schlenkert etwas am Stahldrahtseil und pendelt sich dann ein. Der Mann am Schalthebel des riesigen Krans arbeitet minutiös, als er die luftige Last auf den Neubau hochhievt. An der Seniorenwohnanlage Rosenhof wird noch immer mit Hochdruck gebaut.

    Die letzten beiden der insgesamt fünf Gebäudeteile werden gerade hochgezogen, sollen Ende November 2019 im Rohbau da stehen. "Wir liegen im Zeitplan", sagt Direktorin Margarete Blach mit Rückblick auf eine Bauzeit von gut drei Jahren. Im Frühjahr 2020 soll alles fertig sein. 

    Die letzten beiden Gebäudeteile werden gerade hochgezogen. Foto: Isolde Krapf

    Vom Kurstift zur Seniorenwohnanlage

    Als das Haus in der hinteren Bismarckstraße im Jahr 1972 eröffnet wurde, hieß es noch Kurstift Amalienhof. Ein paar Jahre später wurde man bei der damals noch jungen "Rosenhof Seniorenwohnanlagen" (Ahrensburg) auf den Standort Bad Kissingen aufmerksam und beschloss, sich 1978 hier anzusiedeln und das Kurstift zu übernehmen. Heute ist die Einrichtung in der fränkischen Kurstadt eines von elf Rosenhof-Häusern, die sich mehrheitlich im Norden der Republik befinden.  

    Statt 78 Appartements, Küche, Schwimmbad und Gemeinschaftsräume der Bad Kissinger Niederlassung umständlich zu sanieren, sah die Betreibergesellschaft es seinerzeit bei der Planung  als vorteilhafter an, die Gebäudeteile einzeln abzureißen und jeweils gleich neu zu bauen.  Denn schließlich wohnten dort ja 80 bis 90 Personen, die man nicht alle gleichzeitig aus- und umsiedeln konnte.

    Da lässt sich's gut ausruhen: Wer mal ein Buch oder die Zeitung lesen will, geht in den neuen Weißen Salon. Foto: Isolde Krapf

    Mehr Appartements, mehr Bewohner

    Im ersten Bauabschnitt (bis 2017) wurde also das große Wohngebäude E zunächst runderneuert und um fünf Etagen aufgestockt. 2018 stellte man den mittleren Teil der Anlage (C und D) fertig. Dort befinden sich unter anderem das Restaurant, die Bibliothek, das Foyer und die Verwaltung. Das Haus C hat jetzt drei Etagen mehr, in denen sich weitere Appartements befinden. 

    Aktuell sind im dritten Bauabschnitt nun die Gebäudeteile A (Appartements, Schwimmbad) und B (Küche, Gastronomie, ambulanter Pflegebereich) in Arbeit, wobei das Haus A für neue Interessenten zur Verfügung steht. Die Seniorenwohnanlage ist künftig also erheblich größer. Statt 78 Appartements hat sie dann etwa 130. Statt maximal 90 Personen können ab 2020 bis zu 150 aufgenommen werden. Deshalb werde man demnächst auch das Personal - aktuell 25 Mitarbeiter plus Reinigungskräfte - aufstocken müssen, sagt Margarete Blach. Eins ist für sie dabei ganz klar: "Wir brauchen Leute mit Empathie, die sich im Umgang mit älteren Menschen bewähren", sagt die  frühere Personalchefin einer Bad Kissinger Kurklinik.

    Übrigens zeigt sich bei den Bewohnern ein gewisser Trend, so Direktionsassistentin Alexandra Groten beim Pressegespräch: Während früher meist ältere Damen im Rosenhof wohnten, kämen inzwischen auch öfter alleinstehende Männer hierher, und es gebe heutzutage auch mehr Ehepaare, die in rüstigem Alter zuzögen. Das habe Vorteile: Wenn man beim Einzug noch relativ fit ist, kann man auch noch an den zahlreichen Veranstaltungen teilnehmen und Ausflüge mitmachen, so Groten weiter.

    Bad Kissingen zieht Bewohner an

    Der Bad Kissinger Rosenhof ist offenbar als ruhiger Wohnsitz für Senioren beliebt, denn laut Direktorin Blach sind die neuen Appartements in Block A jetzt schon zu fast 80 Prozent "fest reserviert".  Mehr als 70 Prozent der aktuellen Bewohner sind übrigens von auswärts hierher gezogen. Entweder kannten sie Bad Kissingen von früheren Aufenthalten oder ließen sich von den Annehmlichkeiten der Stadt und der Seniorenresidenz durch das Hausprospekt überzeugen, weiß die Direktorin aus Gesprächen mit Bewohnern. Die Kurstadt hat schöne Gebäude und man kann den Kurpark ebenerdig erreichen. Das sähen viele Interessenten als besonderen Vorteil an, so Blach weiter. Zudem biete die Stadt für ältere Menschen ein gehobenes Kulturangebot.

    Beim Rundgang: Direktorin Margarete Blach an den Briefkästen der neuen Wohnanlage Foto: Isolde Krapf

    Es kehrt wieder Ruhe ein

    Und künftig ist also auch das Wohnen im Rosenhof noch viel schöner, sagt Blach. Die Bäder sind jetzt größer und barrierefrei ausgerichtet. Alle Appartements haben eine separate Küche oder eine Küchenzeile, denn lediglich das Mittagessen ist im Preis inbegriffen. Frühstück und Abendessen könne man auch für sich allein einnehmen, erklärt die Direktorin. Die meisten Veranstaltungen seien für die Bewohner kostenfrei. Und wenn mal ein Künstler zu Gast ist, werde nur ein geringes Entgelt verlangt. "Wir legen oft drauf, weil wir nicht gewinnorientiert sind." Die Marketingabteilung habe solche Ausgaben aber stets im Blick.

    Obwohl die Bauarbeiten nebenan noch in vollem Gange sind, sei im Haus wieder Ruhe eingekehrt. "Die Bauarbeiten stören uns nicht mehr so sehr", sagt die Direktorin. Als der mittlere Gebäudeteil abgerissen und neu gebaut wurde, habe mehr Trubel geherrscht, denn schließlich seien ständig Bewohner umgezogen und auch die Verwaltung hatte in Übergangsräume umsiedeln müssen. Blach: "Inzwischen sind wir ganz entspannt."

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