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    Bad Kissingen

    Bad Kissingen: Rekord-Christbaum schrumpfte rasant

    Der Bierkasten-Christbaum an der Ludwigsbrücke ist Geschichte. Beim Abbau der 4500 Kästen waren die Helfer für eines besonders dankbar.
    Gleich mehrere Lagen auf einmal hob der Kran vom Bierkasten-Christbaum herunter. Foto: Wolfgang Dünnebier

    Schnell ist am Donnerstag der bisher größte Bierkasten-Christbaum der Welt wieder aus dem Stadtbild verschwunden. Erwartungsgemäß verlief der Abbau erheblich schneller als der Aufbau. In rund fünf Stunden war das Gebilde in seine Einzelteile zerlegt.

    Erneut schlug eine große Stunde der Hilfsbereitschaft für  knapp 80 Helfer von Feuerwehren aus dem ganzen Stadtgebiet und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Dabei hieß es zunächst auch, den Atem anzuhalten. Würde es gelingen, die Kisten mit der speziell dafür ausgedachten Technik unfallfrei zu Boden zu bringen?             

    Mehrere hundert Kilo auf einmal am Kranhaken 

    Ziel war es, mit dem Kran komplette Etagen aus jeweils vier Bierkastenreihen übereinander aus dem Verband zu lösen. Zunächst mussten dafür unter den entsprechenden Reihen in luftiger Höhe die Kabelbinder durchtrennt werden.  Das waren schon einige, weil der Baum auf Stabilität bei Windstärke acht ausgelegt war.  Anfangs dauerte es etwas, bis die Teams auf der Drehleiter der Feuerwehr und auf einem Hubsteiger ihren Rhythmus beim Durchschneiden der Kabelbinder gefunden hatten. Doch dann ging es Schlag auf Schlag. 

    Nach dem Abbau der Schichten ging es ans Sortieren. Foto: Wolfgang Dünnebier

    Je weiter die Demontage nach unten voran kam, desto mehr Gewicht ließ der Kran auf die Helfer am Boden zuschweben. Mehrere hundert Kilogramm kamen da pro Etage zusammen. Und manche Bierkastenlage verschob sich, am Seil hängend, bedenklich. Da hieß es Abstand halten, bis die Kästen sicher unten standen. Das Tragen von Helmen und Sicherheitsschuhen ist auf der Baustelle ohnehin oberstes Gebot.               

    Am Ende lief alles glatt. In Menschenketten reichten die Helfer die Kästen weiter, um sie nach Farben auf Paletten zu stapeln. Ein Radlader stellte sie dann zum Abtransport in die Leergut-Sortierzentren bereit. In Kürze stehen sie den beteiligten Bauereien dann wieder für ihre Bierflaschen zur Verfügung. In der Woche vor Weihnachten hatten Witzbolde daran Zweifel genährt, ob die Kisten jemals in den Leergut-Kreislauf zurückkehren.              

    Frost erleichterte die Arbeit

    Während einzelne Schaulustige beim kurzen Innehalten auf der Ludwigsbrücke fröstelten, arbeiteten sich die Beteiligten warm. Sie waren kaum zur Mittagspause zu bewegen. 

    In Menschenketten reichten die Helfer die Kisten auf Paletten. Foto: Wolfgang Dünnebier

    Die Kälte entpuppte sich als Glücksfall für die Aktion. Der Boden war so hart gefroren, dass es dieses Mal, anders als beim Aufbau, keine matschigen Schuhe gab. Auch die Arbeitsgeräte konnten jetzt eingesetzt werden, ohne lästige Spurrillen zu hinterlassen.           

     "Die Begeisterung ist riesig", fasste DLRG-Vorsitzender Markus Brandl die Stimmung in seiner Truppe zusammen.  Unter anderem waren mehr als 20 Schüler und Jugendliche trotz der Ferien dabei, um sich für den Rekord-Baum zu engagieren. "Das schweißt zusammen", fand Brandl, der sich auch über das Zusammenwirken mit der Feuerwehr freute.       

    "Wir haben hochmotivierte Kräfte", pflichtete Ralf Schubert bei.  Der Kommandant der Feuerwehr Garitz  fand es zudem wunderbar, dass bei dem Spaß-Projekt locker Kontakte zwischen den Stadtteil-Feuerwehren entstehen. "Man muss sich ja nicht nur bei Katastrophen kennenlernen", fand er. Auf die reibungslose Kooperation der verschiedenen Sparten könne die Stadt stolz sein, fügte Thomas Lutz von der Stadtverwaltung an.               

    Rekord ist anerkannt 

    Das Rekord-Institut für Deutschland (RID) hat zwischenzeitlich bestätigt, dass der größte Weihnachtsbaum aus Getränkekisten in Bad Kissingen stand, sagte Raphael Doderer von Antenne Bayern. Dieser wurde nun in das RID-Rekordregister aufgenommen. Online präsentiert das RID den Rekord jedoch erst 2020 zur Weihnachtszeit, vermutlich zum ersten Advent.

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