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    BAD KISSINGEN

    Was kostet der Betrieb des neuen Brunnens?

    Eindrucksvoll im Betrieb, aber auch eindrucksvoll beim Blick auf die Betriebskosten: der neue Multimedia-Brunnen im Bad ... Foto: Siegfried Farkas

    Die Kosten für Erneuerung und Aufrüstung des Springbrunnens im Rosengarten und der damit verbundenen Sanierung seines Umfelds haben Bad Kissingen lange beschäftigt. Nur zögernd fanden sich die Kritiker damit ab, dass für die Investition in die neuen Möglichkeiten des Brunnens viel Geld ausgegeben wurde, das unter Umständen an anderer Stelle fehlt. Jetzt könnte es sein, dass die Kritik erneut aufflammt. Denn die Betriebskosten für den Brunnen sind offenbar auch nicht von Pappe.

    Halbjahresbericht zum Haushalt

    Als der Stadtrat sich am Mittwoch den Halbjahresbericht zur Abwicklung des Haushalts vorlegen ließ, hieß es zum Thema Unterhalt und Bau der Brunnenanlagen, es bestehe „ein nicht näher zu bezifferndes Risiko einer zumindest anteiligen Übernahme der Betriebskosten für den neuen Rosengartenbrunnen durch die Stadt Bad Kissingen“. Zudem berichtete die Verwaltung, aktuell werde mit der Stadtwerke GmbH „über die technische Abwicklung“ und mit der Staatsbad GmbH „dahingehend verhandelt, welchen Anteil diese an den Betriebskosten trägt“.

    Keine konkreten Zahlen

    Genauer beziffert hat das Rathaus das Risiko auf Nachfrage auch am Donnerstag nicht. Konkrete Zahlen könne man noch gar nicht nennen, erklärte Thomas Hack für die Stadt, denn die würden jetzt erst ermittelt. Außerdem sei noch gar nicht klar, ob die Kosten des ersten Jahres angesichts der bekannten Anfangsprobleme nicht notgedrungen höher seien als jene für den zukünftigen Betrieb des Multimedia-Brunnens.

    Um dennoch die Größenordnung des Aufwands einschätzen zu können, bleibt nur die Möglichkeit, Hinweise aus der Debatte im Stadtrat zu interpretieren. Klaus Werner von der Fraktionsgemeinschaft Grüne, Bürger für Umwelt und FDP zeigte sich „erstaunt“, „dass wir als Stadt einen Betriebsausgabenanteil zahlen“ sollen. Es habe doch geheißen, den Betrieb übernehme die Staatsbad GmbH. Als er dann auch noch mögliche jährliche Betriebskosten von 80 000 bis 120 000 Euro in den Raum stellte, fühlte sich niemand zu entscheidendem Widerspruch im Bezug auf die Größenordnung berufen. Zudem, kritisierte Werner später, würden die Stadtwerke „wieder mit etwas belastet“, was sie eigentlich „nicht zu tragen haben“.

    Was die Stadt selbst erwartet

    Dass keiner Werner bei dessen Kostenschätzung in die Parade fuhr, muss noch nicht unbedingt etwas bedeuten. Aussagekräftiger ist schon ein Satz aus der Sitzungsvorlage: „Die Verwaltung hat als erste Gegenmaßnahme alle Sanierungsmaßnahmen an den städtischen Zierbrunnenanlagen gestoppt, um die hierfür vorgesehenen Haushaltsmittel (40 000 bis 60 000 Euro) gegebenenfalls für die Betriebskosten des Rosengartenbrunnens einsetzen zu können.“ Die Verwaltung rechnet demnach nur für den städtischen Etat selbst mit einem mittleren fünfstelligen Betrag.

    Oberbürgermeister Kay Blankenburg sagte zu den Gesprächen mit den Stadtwerken, da gehe es unter anderem darum, durch Vereinfachung im Zusammenhang mit der Betreuung der Brunnen Synergien zu erreichen. „Wir wollen eine Vereinbarung mit den Stadtwerken, was die dafür bekommen, wenn sie diese Aufgaben übernehmen.“

    Stadt hofft auf Synergien

    Diese Hoffnung auf Synergieeffekte unterstrich Thomas Hack am Donnerstag auf Nachfrage. Wenn am Ende in Sachen Zierbrunnen in der Stadt alles in einer Hand sei, heiße das aber nicht automatisch, dass die Kosten auf die Stadtwerke abgewälzt werden. Im Übrigen habe der Betrieb des Brunnens ja auch früher schon Kosten verursacht.

    Einnahmen entwickeln sich gut

    Der Rest der Haushaltszwischenbilanz war notgedrungen nur bedingt aussagekräftig. Das liegt unter anderem daran, das für das erste Halbjahr lange die Regeln zur vorläufigen Haushaltsführung galten, weil der Etat erst im April genehmigt wurde. Ein Großteil der Investitionen wird erst im zweiten Halbjahr umgesetzt. Die meisten Einnahmen entwickelten sich dagegen gut. Insgesamt deutet sich, wie so oft, ein besseres Ergebnis an als der Haushaltsplan zunächst vorsah.

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