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    Brenner im Landkreis Bad Kissingen vernetzen sich

    Fünf Brenner aus dem Landkreis Bad Kissingen haben die Brennerprüfung bestanden. Von links: Stefan Metz (Großenbrach), Lothar Bold (Neuwirtshaus), Jürgen Schelbert (Hammelburg), Anton Six (Wirmsthal), Günter Müller (Reith). Foto: InGrid Bold

    Der Teamgeist unter den Schnapsbrennern im Landkreis wächst. Über die Brennerausbildung an der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau Veitshöchheim ist ein Netzwerk für den regen Austausch rund um die Brenner entstanden.

    Aus dem Landkreis Bad Kissingen haben 2019 fünf Absolventen die Staatliche Brennerprüfung bestanden. Nun traf man sich bei Brennerkollege Lothar Bold in Neuwirtshaus, auch um die Jahresversammlung und Brennereitour des neuen Vereins Bayrische Brenner e.V. Anfang Februar am Bodensee vorauszublicken. Dort sind die meisten Lehrgangsteilnehmer Gründungsmitglieder.

    Die Ausbildung zum Brenner ist stark gefragt. In Kürze beginnt der neue Kurs. Erneut sind die 24 Plätze ausgebucht. Es gibt sogar eine Warteliste, obwohl die Ausbildung sehr anspruchsvoll ist. Sie zieht sich in zwei Jahren über sechs Wochen Vollzeit.

    Für die Teilnehmer aus dem Landkreis Bad Kissingen bedeutet dies teilweise eine 350 Kilometer weite Anfahrt. Denn um für alle Bewerber überwiegend aus Bayern und Baden-Württemberg bei der Anfahrt ähnliche Bedingungen zu schaffen, findet der Kurs an zwei Orten statt. Die Theorie wird in Veitshöchheim gelehrt, die Praxis am Lehrbetrieb für Obstbau in Deutenkofen (Niederbayern).

    Dort hatte Ministerialdirektor Hubert Bittlmayer vom Landwirtschaftstministerium die Zeugnisse an die Absolventen 2019 auch aus dem Landkreis Bad Kissingen überreicht. Der Einzugsbereich bis nach Thüringen untermauere den Ruf der Ausbildung, sagte Bittlmayer. Er beglückwünschte die Brenner, „die für ihre Leidenschaft - im wahrsten Sinne des Wortes – brennen.“ Ihre Leistung verdiene besondere Anerkennung, „da Sie neben Ihrer Berufstätigkeit 240 Stunden die Schulbank gedrückt haben“, so Bittlmayer. Seit Einführung der Ausbildung 2010/11 bestanden 114 Absolventen die Prüfung. Die steigende Nachfrage regionaler Produkte beschert dem Obstbau gute Zukunftsperspektiven und eröffnet außerdem Chancen für die Direktvermarktung durch die herstellenden Betriebe.

    Stellvertretende Bezirkstagspräsidentin Monika Maier ging auf die klimatischen Veränderungen ein, auf die es im Obstbau entsprechenden zu reagieren gelte. „Schutz vor späten Nachtfrösten, vor Hagel oder Starkregen – oder aber die Bewässerung und der UV-Schutz in Hitzeperioden sind Maßnahmen, auf die in Zukunft nicht mehr verzichtet werden kann“ so Monika Maier. Technische Schutzvorrichtungen, wie sie in Deutenkofen beispielhaft zum Einsatz kommen.

    Andrea Bätz, Geschäftsführerin des Fränkischen Obst- und Kleinbrennerverbandes, dankte im Namen der drei regionalen Bayerischen Brennerverbände und des Verbandes der Bayerischen Edelbrandsommeliers den Verantwortlichen der bayerischen Brennerausbildung.

    Unmittelbar vor der Zeugnisverleihung hatte die Gründungsversammlung des Vereins Bayerische Brenner stattgefunden. Dieser soll den in Bayern ausgebildeten Brennern vorbehalten bleiben und als Plattform für Weiterbildungen und Erfahrungsaustausch dienen.

    Die fränkisch-niederbayerische Zusammenarbeit habe sich als Erfolgsmodell etabliert, teilt der Verein mit.

    Der Lehrbetrieb für Obstbau in Deutenkofen besteht seit 60 Jahren. Auf über 20 Hektar Fläche werden hier 18 000 Bäume in 550 Sorten einheimischer Obstarten kultiviert. Das umfangreiche Schulungsangebot erfreut sich bei Erwerbsobstbauern, Verbänden, Gartenbauschülern und Privatleuten großer Beliebtheit.

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    Die Vielfalt der Edelbrände aus dem Landkreis wächst auch der der intensiven Ausbildung. Foto: Gerd Schaar

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