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    RÖMERSHAG

    Bürger fordern optimalen Schutz

    Gut besucht war die Informationsveranstaltung der Bürgerinteressengruppe zum Ersatzneubau der Talbrücke Römershag im Zuge der Rhönautobahn. Sprecher Dieter Seban verdeutlichte, dass es sich um keine Veranstaltung der Stadt handele. Allerdings stehe die Stadt hinter den Bürgern, verdeutlichte stellvertretender Bürgermeister Jürgen Pfister. Das hatte der Stadtrat einstimmig beschlossen.

    Auf dem Ersatz für die marode Brücke soll die Zahl der Fahrspuren gleich bleiben. Allerdings werde die Brücke von 290 auf 322 Meter, also um 32 Meter verlängert und um 50 Zentimeter erhöht.

    Formal bezeichne die Autobahndirektion die Baumaßnahme als Ersatzneubau und nicht als Neubau, was zur Folge habe, dass in Sachen Lärm- und Immissionsschutz nicht die aktuellen Normen anzuwenden seien. Dagegen wehren sich nun die Römershager. Noch in dieser Woche sollen eine Unterschriftenliste zum Anhörungsverfahren an die Regierung von Unterfranken übermittelt werden. „Wir unterstützen Euch“, versicherte Pfister.

    Die Einwendungen stellte Karl Heinz Weismantel vor. 1959 sei von einer Verkehrsdichte auf der geplanten A7 von maximal 17 000 Fahrzeugen pro 24 Stunden bis 1980 ausgegangen worden. Die Zählungen aus den Jahren 2010 und 2015 ergaben rund 38 500 beziehungsweise rund 41 000 Fahrzeugen pro Tag im Schnitt. Und man geht davon aus, dass der Verkehr weiter zunimmt.

    Die Vergrößerung Brücke lasse keinen anderen Schluss zu, als dass es sich um einen Neubau handele, zumal die neue Brücke 50 Zentimeter höher liegen werde als die alte, so Karl Heinz Weismantel weiter. Der geringe Abstand zur Wohnbebauung mache den bestmöglichen Lärm- und Immissionsschutz notwendig, fordert die Bürgerinteressengruppe. Das geplante Gelände sei nicht ausreichend, um vor „Sprühfahnen, Tausalzlösungen, Reifenabriebe, Ölresten sowie herunter fallenden Gegenständen zu schützen“.

    Um die Feinstaubbelastung zu reduzieren, wird eine Geschwindigkeitsbegrenzung gefordert, wie sie bereits bei Uttrichshausen umgesetzt wurde. „Für uns ist es unverständlich, dass in 15 Kilometer Entfernung Richtung Norden Lärmspoiler nachgerüstet werden und in Bayern keine aktiven Lärmschutzmaßnahmen getroffen werden.“

    Für Baustraßen sollen südlich der A7 Bäume und Sträucher beseitigt werden. Dadurch entfalle für bis zu zwanzig Jahre Lärmschutz. Ausgleich sollen Erdaufschüttungen auf einer länge von 800 Metern bringen. Außerdem spricht sich die Interessengruppe gegen eine Sondergenehmigung zur Erschließung der Baustelle über Römershag aus. Vier Jahre Lärm und Staub seien nicht zumutbar. Auch Nachtarbeit nicht.

    Sorge bereitet auch der Wechsel des Baumaterial von Stahlbeton zu Stahl mit Rohrfachwerk. Auch bei der Glatteisbildung. Aufgrund der Problematik bezüglich Lärm- und Schadstoffimmissionen fordern die Römershager ein unabhängiges Gutachten über die Auswirkungen und Nachteile der zu erwartenden Immissionen für den Ort.

    Schadstoffe messen

    Die Bürger fordern außerdem, dass Messpunkte installiert werden, die Stickoxide und Feinstäube messen. „Die Messeinrichtungen müssen zum nächstmöglichen Zeitpunkt installiert werden. Ansonsten sehen die betroffenen Anlieger ihre subjektiven Rechte stark verletzt“, heißt es weiter.

    Laut vorliegender Unterlagen sei es nicht geplant, das Straßen- und Schmutzwasser der A7 aus Richtung Volkers zeitgemäß zu entsorgen. Die Anlieger fordern, notwendige Maßnahmen jetzt gleich zu treffen, damit nicht später erneut Bauarbeiten notwendig werden. Abschließend erklären die Bürger aus dem Stadtteil Römershag in ihrer Einwendung, dass sie die vorgenannten Punkte notfalls auch einklagen wollen.

    bem

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