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    Ramsthal

    Daniel Lohfink: "Mit dem Geheimrat muss Schluss sein"

    Im Ramsthaler Gemeinderat wird zu viel hinter verschlossenen Türen besprochen, findet Daniel Lohfink. Was der Bürgermeisterkandidat anders machen möchte.   
    Bürgermeisterkandidat Daniel Lohfink von der Ramsthaler Liste. Foto: Wolfgang Dünnebier

    Im Dorf habe sich Unzufriedenheit angestaut, weil die Bürger oft nicht über Entscheidungsprozesse auf dem Laufenden gehalten werden, kritisiert Daniel Lohfink (Ramsthaler Liste). "Mit dem Geheimrat muss Schluss sein", fordert der 41-jährige. Sein Ziel sei es, mehr Transparenz in die Gemeindepolitik zu bringen.        

    "Wir sollen Probleme offen ansprechen und bei der Lösung die Bevölkerung mitnehmen", gibt er als Ziel heraus. Als Beispiel nennt er die Kindergarten-Situation. Das Thema sei mindestens zwei Jahre verschlafen worden. Nun habe man versucht, vor der Wahl noch schnell eine Lösung durchzupeitschen.              

    In den vergangenen sechs Jahren zu wenig umgesetzt 

    Überhaupt sei 2014 sehr viel versprochen worden. "Umgesetzt worden ist aber ziemlich wenig", findet Lohfink. An der Spitze der Gemeinde hätte es mehr unternehmerisches Denken, gepaart mit Durchsetzungsvermögen, gebraucht, um den Ort voranzubringen. Die Konstellation mit nur zwei CSU-Gemeinderäten und zehn vom Bürgerblock habe es für den Amtsinhaber nicht einfacher gemacht.

    "Ich weiß, wie man erfolgreich wirtschaftet", erklärt der Unternehmer. Er habe den Vorteil, dass er seinen Terminkalender mit Rücksicht auf die Erfordernisse der Gemeinde gestalten könne. Um Aufträge der Gemeinde wolle er sich nicht bewerben, versichert er. "Es sei denn, es wäre rasch Hilfe erforderlich", schränkt er ein.         

    Gewerbestruktur unterstützen

    In Ramsthal gebe es noch eine Struktur mit verschiedenen kleinen Gewerbebetrieben, die es zu erhalten gelte. Der Tourismus sei wichtig, dürfe aber für die Gemeinde nicht immer Zuschussgeschäft bleiben, findet Lohfink. Die Ramsthaler Liste repräsentiere den Querschnitt der Bevölkerung besonders gut, findet der Kandidat. Vom Dorfbäcker, der ein wichtiger Bestandteil der Nahversorgung ist, bis zu einer Bundeswehr-Ärztin, die vielleicht perspektivisch dazu beitragen könne, die medizinische Versorgung vor Ort zu verbessern.                    

    Mit Gemeinschaftgeist lasse sich manches Problem in der Zukunft unkonventionell lösen, zum Beispiel der öffentliche Personennahverkehr. Statt eines Bürgerbusses  favorisiert Lohfink ein Schwarzes Brett zum Beispiel beim Dorfbäcker, auf dem Menschen Fahrgelegenheiten oder Mitfahrwünsche kommunizieren können: "Das hält gleichzeitig Menschen in Kontakt".        

    "Wir sind eigentlich Außenseiter"

    Genauso wie ein Engagement in der Kommunalpolitik. "Wir sind eigentlich nur Außenseiter", bewertet Lohfink die Chancen für seinen Wahlsieg. Lohfink hatte 2008 den CSU-Ortsverband gegründet und wollte mit ihm 2020 eigentlich Bürgermeister werden. Doch als sich dieses Jahr für ihn keine Mehrheit abzeichnete, gründete er die Ramsthaler Liste. "Gelohnt hat sich das jetzt schon", findet Lohfink. Das gemeinsame Arbeiten an Lösungen mit vielen schönen Begegnungen verbinde und mache Vorfreude auf die kommenden  sechs Jahre.           

    Frage: Statt auf einer Einheitsliste wie 2014 treten dieses Mal Kandidaten gleich auf drei Listen an. Was heißt das für die kommende Zeit in Ramsthal?

    Daniel Lohfink: Zu erwarten ist hoffentlich eine bunte Mischung aus allen drei Listen, aus allen Altersklassen und  beruflichen Qualifikationen. Unter dem Strich erhoffen wir uns bei diesem Angebot, dass die besten gewählt werden, die die Herausforderungen für Ramsthal gut meistern werden. Ich denke, es wird einen kleinen Neuanfang geben.     

    Wie geht es in Sachen Kindergarten weiter?

    Lohfink: Wir wünschen uns, dass alle Kinder untergebracht werden. 1920/21 bekommen wir ja eine Spitze, die von den Geburtenzahlen 1989/90 herrührt. Das waren ja schon zwei geburtenstarke Jahrgänge, die entsprechend stark waren. Das wirkt sich jetzt aus. Wir haben ja die Container-Lösung ins Gespräch gebracht, sind aber dafür belächelt worden. Manchmal muss man hartnäckig bleiben. Ich favorisiere keinen Neubau, wenn es sich bei den Kinderzahlen nur um eine kurzfristige Spitze handelt. Dann sollte vorab die Möglichkeit für die Errichtung eines Waldkindergartens geprüft werden.            

    Was sehen Sie als größte Projekte für die kommende Legislaturperiode?   

    Lohfink: Vorrang haben die Sicherung der Trinkwasserversorgung, sowie die Sanierung der Versorgungsleitungen eines Teilstückes der Straße in der Siedlung und in der Leo-Günder-Straße. Das erforderliche Regenrückhaltebecken ist ja geplant und sichergestellt. Dann geht es auch um die neue Kläranlage zusammen mit Euerdorf und Sulzthal. Das Thema Kindergarten ist erst vom Tisch, wenn wir genaue Zahlen haben. In der Summe reden wir für die kommenden sechs Jahre meines Wissens nach von einem Investitionsvolumen von bis zu zehn Millionen Euro. Am Ausbau der Turnhalle in Euerdorf müssen wir uns ja auch beteiligen. Das ist aber nur eine grobe Schätzung, Interna bekommt man nicht so viele mit. Für mich ist es wichtig, die Kosten für alle Bürger so gering wie möglich zu halten.              

    Daniel Lohfink
    Der gebürtige Ramsthaler führt nach dem Tod seines Vaters seit 2013 das familieneigene Bauunternehmen mit fünf Beschäftigten weiter. Daneben ist er örtlicher Jagdpächter und Kreisvorsitzender des Bayerischen Jagdverbands, für den er sich auch im Bezirksvorstand engagiert. Im Landkreis gehört er außerdem dem Naturschutzbeirat an. Lohfink kandiert für die Freien Wähler auch um einen Sitz im Kreistag.  

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