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    BAD KISSINGEN

    Der Frauenversteher: Carmen und der Aufreißer

    Der Frauenversteher: Pferd und Pfanne
    Hartnäckig hält sich das Gerücht, Frauen würden drei Meilen gegen den Wind riechen, wenn ihr Liebster eine Affaire hat. Das ist Unsinn. Weil Frauen zuallererst einmal mit sich beschäftigt sind. Das fängt frühmorgens vor dem Spiegel an. Zehnmaliges Umziehen ist keine Seltenheit: Erst ist das Outfit zu sexy. Dann zu seriös. Dann zu lässig. Dann zu weiblich und zu provokant. Schließlich zu bieder und zu sportlich. Bei so viel Stress kann einer Frau schon mal entgehen, dass sich der Partner etwas komisch benimmt. Da sich der weibliche Teil des Paares auch heute noch um die Wäsche kümmert, passiert es eines Tages doch: Sie findet einen Zettel in seiner Hosentasche, auf den der Name Marylou gekritzelt wurde. An solchen Tagen ist es schnurzegal, ob das Aussehen sexy, seriös, lässig, weiblich oder provokant ist. An solchen Tagen kommt der Mann heim und bekommt noch an der Tür eine Bratpfanne über die Birne gezogen. „Was war das denn?“, will er entgeistert wissen und reibt sich die mächtige Beule am Hinterkopf. Ihre Stimme überschlägt sich: „Was das war? Das war wegen des Papierfetzens in Deiner Hosentasche! Ich sage nur: Marylou!“ Männer sind von der Natur auf solche Situation vorbereitet worden. Blitzschnell reimt sich ihr Gehirn etwas zusammen. „Aber Schatz“, sagt er mit sanfter Stimme, „ich war doch letzte Woche auf der Pferderennbahn und Marylou war der Name des Pferdes, auf das ich gewettet habe!“ Leider werden Frauen an so einer Stelle nicht misstrauisch, sondern knicken ein. Mehr noch: Sie glauben die Geschichte, entschuldigen sich und kühlen ihm mit den Worten „Armer Schatz!“ die Beule. Derweil lächelt er in sich hinein und träumt vom nächsten Treffen mit Marylou. Die nächsten sieben Tage ist alles wieder in Ordnung. Vor dem Kleiderschrank fällt die Entscheidung nicht schwer: Es kann gar nicht sexy, weiblich und provokant genug sein. Am achten Tag betritt ein mit sich zufriedener Mann das Haus, als die größte Bratpfanne des Hauses auf ihn niedersaust. Benommen sackt er zu Boden, rappelt sich wieder auf, wischt sich das Blut weg und stöhnt entgeistert: „Was ist denn nun schon wieder?“ „Ach“, sagt seine Frau, „das Pferd hat angerufen!“

    Gründe für einen handfesten Streit gibt es in einer Partnerschaft immer. Selbst beim Essen kann einem selbiges schnell hochkommen, wenn statt gefräßigem Schweigen plötzlich Wert gelegt wird auf ein gepflegtes Tischgespräch.

    „Na, wie schmeckt Dir mein neues Rezept?“, will sie erwartungsfroh wissen.

    Darauf er, brummelnd: „Warum suchst Du schon wieder Streit?“

    Weil immer und überall gestritten wird, beschäftigte sich kürzlich eine Studie mit dem Thema. Eine Rankingliste für Streitgründe. Werfen wir vorsichtig einen Blick hinein. Wie es aussieht, regen sich Frauen so ziemlich über alles auf: • 30 Prozent geraten beim Thema Putzen in Rage und streiten regelmäßig mit ihrem Partner. • 25 Prozent regen sich auf, weil die bessere Hälfte nicht zuhören kann. • 24 Prozent bekommen regelmäßig beim Thema Geld einen dicken Hals. • Dass für gemeinsame Aktivitäten keine Zeit bleibt, monieren 22 Prozent. • Bei acht Prozent passt es im Bett nicht.

    Natürlich können sich Frauen und Männer auch ganz normal unterhalten – zumindest manchmal. Womit wir zum Dialog des Tages kommen, der sich in einem Zugabteil abspielt:

    Frau und Mann sitzen sich gegenüber, es kommt erst zu abschätzenden Blicken und dann zu einem Gespräch. Er: Darf ich nach Ihren Namen fragen? Sie: Dürfen Sie: Carmen. Er: Ein schöner Name! Sie: Eigentlich heiße ich Petra. Der Name gefällt mir jedoch so gar nicht. Aber weil ich Autos und Männer liebe, habe ich mich für Car und Men entschieden.

    Der Mann bekommt ein knallrotes Gesicht. Sie: Und darf ich Sie auch nach Ihrem Namen fragen? Er: Bieraufreißer.

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