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    Bad Kissingen

    Die Palme ist Bad Kissingens typische Pflanze

    Der Herr der Blumen: Holger Paff, ab 1. April offiziell Abteilungsleiter Kurgärtnerei bei der Staatsbad GmbH, und seine Kollegen sorgen maßgeblich für den Eindruck, den der Standort Bad Kissingen bei Gästen macht. Foto: Siegfried Farkas

    Die Wochen, in denen sich der Winter endgültig für die nächsten Monate verabschieden muss, sind im Bewusstsein der Kissinger und ihrer Gäste ein besonders wichtiger Teil des Jahres. Das ist jene Zeit, in der Holger Paff, der bald auch offizieller Leiter der Kurgärtnerei ist, und seine Mitarbeiter der Kurstadt wieder Farbe ins Gesicht zaubern. 

    Frage: Sagen Sie mal, Herr Paff, wann beginnt eigentlich der Frühling?

    Holger Paff: Na ja, da haben wir den kalendarischen Frühling, der vergangene Woche losging, und den meteorologischen Frühling drei Wochen früher. Für uns ist vor allem der meteorologische Frühling wichtig. Es wird aber immer schwieriger, sich passend zur Jahreszeit zu verhalten. Vergangene Woche 19 Grad, heute früh hat’s kurz geschneit. Die Wetterkapriolen werden immer größer.

    Das waren jetzt erst zwei Frühlingsanfänge, ich behaupte aber, für die Kurgärtnerei gibt es noch einen dritten. Sie müssen doch planen.

    Paff: Stimmt. So drei bis vier Monate vorher machen wir die Frühlingsplanung. Genau genommen sind wir aber das ganze Jahr am Planen.

    Ab wann wir die Frühlingsplanung umgesetzt?

    Paff: Diese Woche geht die Frühlingsergänzungspflanzung los. Die Sachen, die überwintern können, sind aber schon seit Herbst im Boden. Die werden jetzt durch die empfindlicheren Pflanzen ergänzt.

    Welche Phasen gibt es überhaupt bei der Bepflanzung der Kuranlagen?

    Paff: Eigentlich sind das drei Geschichten, für das Frühjahr, für den Sommer und für den Herbst, zu dem auch noch etwas Weihnachtliches kommt.

    Was pflanzen Sie jetzt wohin?

    Paff: Jetzt ist der Kernbereich mit dem Kurgarten und dem Umgriff der Wandelhalle an der Reihe. Da werden zum Beispiel Violen nachgepflanzt. Dazu kommen die Umgebung des Bismarckdenkmals, die Flächen am Casino und die Halbmondbeete im Rosengarten.

    Worauf kommt es Ihnen bei der Bepflanzung an, auf einen gewissen Wiedererkennungwert oder eher auf beständige Erneuerung?

    Paff: Mir kommt es darauf an, dass durch die Farbgebung der Rhythmus der Natur widergespiegelt wird und die Gestaltung trotzdem jedes Jahr neu und innovativ umgesetzt wird. Daran können Gäste die Handschrift Bad Kissingens wiedererkennen. Das gilt schon alleine für den Frühling. Das Feeling des Frühlings soll schon aus der Distanz rüberkommen, es soll farbenfroh sein. Der interessierte Gast soll darüber hinaus beim Blick auf Details zusätzlich Reizvolles wahrnehmen können.

    Gibt es einen Kissinger Stil der Bepflanzung?

    Paff: Eigentlich nicht. Der Kurgarten ist kein Schlossgarten, der einen zu bestimmten Bepflanzungen zwingen würde. In der Gestaltung sind wir freier und greifen da gerne neue Themen und Trends auf, so dass es auch für die fachlich interessierten Gäste und Besucher reizvoll ist. Wir suchen uns mal eine neue Farbe aus oder setzen Komplementärfarben gegeneinander, nutzen mal überwiegend Pastelltöne oder setzen Akzente mit Hochstämmchen.

    Welche Blumenarten pflanzt die Kurgärtnerei bevorzugt?

    Paff: Bei den Beetpflanzungen haben wir gewisse Massenarten, die eine Art Grundfläche bieten und so helfen, die eingestreuten Solitäre in Szene zu setzen. Die Grundmuster bilden quasi den Rahmen, und die Hochstämmchen, Solitärs und strukturgebenden Pflanzen sind dann die Sahnehäubchen.

    Kommt es vor, dass Sie Pflanzen, die andere Bäder bevorzugt einsetzen, deswegen meiden?

    Paff: Nein, andere Orte schauen schon hin und wieder, was Bad Kissingen gärtnerisch so zu bieten hat. Trotzdem schauen wir auch, was andere machen und lassen uns auf Messen oder von Trends in der Fachwelt anregen.

    Sie sind auch für Bad Bocklet zuständig. Gibt es einen erkennbaren Unterschied zur Bepflanzung dort?

    Große Palmen sind typisch für das Bild der Bad Kissinger Kuranlagen.
    Foto: Farkas Siegfried

    Paff: Das ist schon eine andere Herangehensweise. Die Baulichkeiten an einem Ort nehmen Einfluss auf das, was man plant. Bad Bocklet ist Biedermeier, dort ist es ruhiger, da gestalten wir auch ruhiger und dezenter. Bad Kissingen dagegen ist Große Kreisstadt, das Leben hier ist quirliger, das wirkt sich aus.

    Woher kommen Ihre Blumen, zieht die Kurgärtnerei noch welche selbst?

    Paff: Selbst produzieren wir kaum noch. Höchstens mal bestimmte Solitäre oder Pflanzen, die schwierig zu ziehen sind, wie etwa Kochien oder so. Diese am Markt schwer zu bekommenden Pflanzen bauen wir selber an.

    Gibt es dann überhaupt für Bad Kissingen typische Pflanzen?

    Paff: Eine typische Kissinger Pflanze, hm, …, also für mich ist das die Palme. Ja, die Anzahl der Palmen und ihre Größe, das ist typisch für Bad Kissingen. Es gibt nur wenige Bäder, die Palmen in solcher Menge vorhalten.

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