• aktualisiert:

    Bad Kissingen

    Ebay-Auktion des Rekord-Christbaums in Bad Kissingen war ein Fake

    Als Schnäppchen bot jemand die 4500 in Bad Kissingen gestapelten Bierkästen über eBay an. Doch das Sonderangebot währte nicht lange.
    Im Nachgang zum Bau des Rekord-Christbaums aus Bierkästen haben sich Unbekannte einen Spaß gemacht und die Bierkästen zum halben Preis auf Ebay angeboten.
    Im Nachgang zum Bau des Rekord-Christbaums aus Bierkästen haben sich Unbekannte einen Spaß gemacht und die Bierkästen zum halben Preis auf Ebay angeboten. Foto: Siegfried Farkas

    Es könnte eine Bierlaune gewesen sein, aus der heraus jetzt in sozialen Netzwerken Gesprächsstoff gärte. Jemand bot in einer Kleinanzeige auf der Auktionsplattform Ebay 4500 Bierkästen an. Zum halben Preis! Woher die Kästen stammen sollten, blieb kein  Geheimnis. Ein Bild rundete die Anzeige ab. Es zeigte den größten Bierkasten-Christbaum der Welt, der am vergangenen Freitag Vollendung  feierte.

    Allerdings hatte die Offerte bei Ebay einen Schönheitsfehler: Keiner der Verantwortlichen für das Projekt hatte das Angebot ins Internet gestellt. Wie kam es also? Diese Redaktion hat nachgefragt.

    Antenne Bayern nicht begeistert

    Nicht allzu hoch wollte man den Zwischenfall bei Antenne Bayern hängen. Der Sender hatte den Weltrekord in die Wege geleitet. Hinter den Kulissen des Funkhauses war der vorweihnachtliche Friede durch die Versteigerung aber offenbar schon ein bisschen gefährdet.

    Es sei nicht schön zu sehen, wenn jemand auf diese Weise zur Versteigerung von fremdem Eigentum aufruft, heißt es aus dem Sender. "Schließlich haben wir uns dazu verpflichtet, dass im Umgang mit den Bierkästen alles mit rechten Dingen zugeht", erklärte eine Sprecherin.

    Unverständnis herrschte auch bei den beiden Brauereien, deren blaue und gelbe Kästen als Stapelware dienten. "Wir wissen auch nicht mehr", erklärte Nicole Schüssler, Marketing-Mitarbeiterin bei Schlappeseppel,  zu den Hintergründen der erfundenen Auktion.

    Brauerei wusste nichts

    Auch der Christbaum-Bau als solcher sei für ihre Brauerei eine Weihnachtsüberraschung gewesen. Die Kisten seien ohne ihr Wissen aus Sortierzentren abgezweigt worden und jetzt gewissermaßen auf der Europawiese zwischengeparkt. Damit könne man leben, weil der Durst im Winter nicht so groß ist.

    Überflüssig sind die Kisten deshalb nicht. Sie jetzt zum halben Pfand abzugeben, wäre ganz und gar undenkbar. "Schon das reguläre Pfand von 1,50 Euro je Kiste ist etwa halb so hoch, wie der tatsächliche Wert", weiß Schüssler.

    Auch, wenn man von der ungewohnten Verwendung der Schlappeseppel-Kästen überrumpelt worden ist, sei man wegen des damit verbundenen Werbeeffektes jetzt doch glücklich über die Beteiligung an dem Weltrekord. "Vorausgesetzt, die Kästen kommen zurück", fügt Nicole Schüssler freundlich, aber bestimmt, an.

    Angebot wieder gelöscht

    Erfolgreich waren die Bemühungen, das falsche Angebot bei Ebay wieder zu löschen. Dort war das Angebot bald so sang- und klanglos verschwunden, wie es wohl mit dem Rekord-Baum am 2. Januar der Fall sein wird. Sendezeit wird dem Abbau bei Antenne Bayern offenbar nicht mehr eingeräumt.

    Etwas länger als bei Ebay hielt sich übrigens das gefakte Versteigerungsangebot auf einer Bad Kissinger Facebook-Gruppe, wohin es geteilt worden war. Wer dort auf den Link klickte, lief jedoch bald ins Leere. Erst später entfernten die Administratoren dort das Angebot.         

    Heitere Kommentare

    Verloren waren damit manche heitere Kommentare. So gab es den Vorschlag, die 4500 Bierkästen zu ersteigern und am Wochenende in den Pfandautomaten eines Bad Kissinger Supermarktes zu schieben. Auch so gesehen ist es beruhigend, dass von der Versteigerung in Echt keine Rede sein kann. Niemand braucht sich vor den Feiertagen beim Auffüllen des heimischen Getränkelagers vor ungewöhnlich langen Warteschlangen fürchten.

    Zwei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Bad Kissingen-Newsletter!

    Kommentare (1)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!