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    RAMSTHAL

    Einschreibe-Termin im Kindergarten sorgt für Unruhe in Ramsthal

    Die Raumnot im Kindergarten Ramsthal sorgt weiter für Diskussionen. Foto: Wolfgang Dünnebier

    Die Platznot im Kindergarten ist längst zu einem dominierenden Thema im Kommunalwahlkampf vor Ort geworden. Jetzt eskaliert die Situation. Weil es nur 50 genehmigte Kindergartenplätze sind, sich aber ab Herbst ein Bedarf von 65 Plätzen abzeichnet, wird es nicht für alle Kinder Plätze geben.

    Bei den Eltern herrscht schon jetzt große Verunsicherung. Verschärft wird sie durch den am Montag angesetzten Einschreibe-Termin. Wer zuerst kommt, mahlt bei der Warteliste für die Zuteilung eines Platzes zuerst. Eltern oder Großeltern sind aufgerufen, sich zwischen 10 und 11.30 Uhr persönlich in die Warteliste einzuschreiben. Für freie Plätze werden diejenigen berücksichtigt, die entsprechend vorne auf der Warteliste stehen. Kritiker fürchten ein Wettrennen um die besten Plätze und sehen sogar den Dorffrieden in Gefahr.

    Bürgermeister Alfred Gündling ist die Problematik bewusst. Er hält den gewählten Anmeldemodus aber für die gerechteste Lösung. Anderenorts seien Wartelisten schon lange üblich. Für Ramsthal sei der Mangel an Kindergartenplätzen halt neu. Verschärft werde der Mangel dadurch, dass auch in den umliegenden Gemeinden keine Plätze mehr frei seien.

    Wie die Einschreibung am Montag abläuft, ist völlig offen. „Wir haben Eltern von 13 Kindern angeschrieben", sagt Gündling. Noch sei gar nicht ganz klar, wie viele Eltern ihre Kinder jetzt überhaupt auf die Liste setzen werden.

    „Es wird schon keiner vor dem Kindergarten campieren", schildert er seine Vorstellungen vom Gang der Dinge. Es handele sich bei den Eltern um erwachsene Leute, da werde es schon kein Gerangel geben.

    Am liebsten wäre es Gündling, wenn sich Eltern bei der Vergabe der Plätze jeweils absprechen und sich eventuell für ihre Kinder Vormittage und Nachmittage im Kindergarten untereinander aufteilen.

    Container bleibt im Gespräch

    Unterdessen gibt es Stimmen im Dorf, die das Wettrennen um die vorderen Plätze auf der Warteliste als unsozial kritisieren und darauf hoffen, dass das Vorhaben kurzfristig abgeblasen wird. Dazu steht weiter der Vorschlag im Raum, einen Container am Kindergarten zu errichten. Der von der Gemeinde beschlossene Neubau kann frühestens 2022 verwirklicht werden.

    „Ein Container wird sicher keine abschließende Lösung sein", denkt Alfred Gündling, der nach seinen bisherigen Gesprächen mit dem Landratsamt als Aufsichtsbehörde eine solche Lösung als problematisch erachtet. Dabei nennt er unter anderem die Unterbringung auf drei Stockwerken am Altbau und den Wegfall von Freiflächen.

    Bei Nachfrage dieser Redaktion zeigt sich das Landratsamt offen für verschiedene Lösungen. „In welcher Form Plätze geschaffen werden, entscheidet die Gemeinde“, schreibt die Behörde. Sie sei es ja auch, die den Neubau beschlossen habe. Letztlich müssen die baulichen Anforderungen und der Personalschlüssel eingehalten werden.

    Als weitere Lösung des Platzproblems bringt Gemeinderat Roland Herterich die Einrichtung einer Tagespflege für die unter Dreijährigen in einer Kindertagespflege in der alten Schule ins Gespräch. Sie könne der Kita bei gut ausgestatteten Räumen und professionellem Personal gleichwertig sein.

    Dann müsste gar nicht neu gebaut werden, weil für das Gebäude dabei geringere Anforderungen gelten. Dafür könne leicht ein Raum bereit gestellt werden, ohne den Verein Erlebenskunst zu beeinträchtigen.

    „Mitunter überzogene Anforderungen an das Gebäude sind oft der Grund für einen kurzfristigen Mangel an Betreuungsplätzen“, findet Herterich. Mit dem Verweis darauf habe der Freistaat die Möglichkeit der Kindertagespflege eröffnet. Das Landratsamt hält diese Option nur bedingt für vergleichbar, schließt sie aber für Ramsthal nicht aus. Ob die alte Schule dafür geeignet sei, müsste vom Jugendamt bei einer Ortseinsicht geprüft werden. Zur Betreuung sei eine qualifizierte Tagespflege-Person erforderlich, so das Landratsamt. Für Roland Herterich liegen die Vorteile jener Lösung auf der Hand: „Ein demütigendes Anstehen um die letzten Plätze im Kindergarten müsste nicht stattfinden.“

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