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    Stadtlauringen

    Elf Gesellenbriefe und ein Meisterbrief wurden überreicht

    Das unterfränkische Kaminkehrer-Handwerk hat heuer mit Philipp Heller aus Theinfeld einen Auszubildenden vorzuweisen, der im Berufswettbewerb zweiter Bundessieger wurde.
    Das Foto zeigt die Ehrung für den neuen Kaminkehrermeister mit (v. li.). Prüfungsvorsitzenden Harald Schuldes, Obermeister Benjamin Schreck, Nico Härter und Ernst Richter (Vorsitzender des Meisterprüfungsausschusses). Foto: ner

    Der goldene Boden des Handwerks wurde gleich mehrfach betont, bei der Freisprechungsfeier der Kaminkehrer-Innung Unterfranken in Stadtlauringen. Elf Glücksbringer aus ganz Unterfranken wurden freigesprochen und ein Meister in seinen neuen Berufsstand erhoben. Mit Philipp Heller aus Theinfeld wurde ein Innungsauszubildender sogar 2. Bundessieger. Obermeister Benjamin Schreck begrüßte neben Würdenträgern des Berufsstandes auch Landrat Florian Töpper und als Festredner Innenstaatssekretär Gerhard Eck. 

    Dieser wies in launigen Worten auf die vielfältigen Aufstiegsmöglichkeiten der Kaminkehrer hin. Gerade auch in Zeiten gestiegenen Umweltbewusstseins komme den Kaminkehrern eine besondere Bedeutung zu, leisten sie heutzutage doch weit mehr als die Reinigung von Kaminen.

    Gerade das Kaminkehrerwesen habe in den vergangenen Jahren große Veränderungen durchlebt. Alle Seiten haben große Anstrengungen unternehmen müssen. Die schöne Feier im Stadtlauringer Schüttbau zeige, dass alles in geordneten Bahnen verlaufe und auch der Kaminkehrer-Nachwuchs stolz auf seinen Berufsstand ist. Eck erinnerte an die Herkunft des Wortes "freisprechen", das aus dem späten Mittelalter stamme, als die Auszubildenden noch in die Familie des Lehrherren aufgenommen wurden, und nach bestandener Prüfung frei gesprochen wurden. Nun standen sie auf eigenen Füßen und konnten ihr Leben selbst bestimmen. Auch heute noch öffne der Gesellenbrief viele Türen für die Zukunft. Der "stabile Boden" den das Handwerk biete, sei gerade durch den Fachkräftmangel noch stabiler geworden.

    In bewegten Worten verabschiedete sich Georg Setz, Leiter der Außenstelle Mühlbach der staatlichen Berufsschule Neumarkt/Opf von "seinen" Berufsschülern. Besonders stolz sei er auch auf eine Schornsteinfegerin, ein beweis, dass dieser Beruf auch Frauen Spaß machen kann. In einer Talkrunde betonten HWK-Präsident Walter Heußlein und Kreishandwerksmeisterin Margit Rosentritt die Bedeutung einer fundierten Ausbildung. Kaminkehrer seien heute ganz eng am Umweltschutz dran. Sie würden die Theorie von "Schreibtischtätern" in die Praxis umsetzen. Stadtlauringens Bürgermeister Friedel Heckenlauer wurde von Moderator Johannes Keppner gefragt, wie Stadtlauringen Umweltschutzvorgaben umsetzt. Der Bürgermeister sah in mehreren Nahwärmetzen in seiner Gemeinde eine geeignete Möglichkeit, Energie zu sparen. Bei allen Vorhaben werde Energiesparmöglichkeiten Priorität eingeräumt.

    Prüfungsvorsitzender Harald Schuldes überreichte mit Obermeister Benjamin Schreck die Gesellenbriefe an: Lukas Behling (Oberleichtersbach), Florian Dinkel (Bischofsheim), Philipp Flechsenhar (Großheubach), Jonas Glückert (Sulzfeld), Markus Halbig (Lohr), Philipp Heller (Theinfeld), Pascal Jörg (Hettstadt), Maximilian Klauer (Eltmann), Anna Lesch (Güntersleben), Jonas Rottmann (Walsdorf), Kilian Schmidt (Alzenau) und Lius Wangler (Würzburg).

    Nico Härter wurde von Ernst Richter, Vorsitzender des Meisterprüfungsausschusses, der Meisterbrief überreicht. Den Schmuck des Festsaales mit allerlei Werkzeugen rund um das Kaminkehrerhandwerk hatte Harald Schuldes gestaltet.

    Das Foto zeigt die freigesprochenen Gesellen mit Prüfungsvorsitzenden Harald Schuldes (li.), Berufsschullehrer Georg Setz (6. v. li.), Staatssekretär Gerhard Eck (5. V. re.) und Obermeister Benjamin Schreck (re.) Foto: ner

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