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    Sulzthal

    Endlich ein Auftritt daheim

    Der Würzburger Chor "New Future" sang in der Sulzthaler Kirche mit großem Engagement. Fotos: Gerd Schaar
    Der Würzburger Chor "New Future" sang in der Sulzthaler Kirche mit großem Engagement. Fotos: Gerd Schaar
    Das Benefizkonzert des Würzburger Chores "New Future" am Sonntag in der Sulzthaler Mariä-Himmelfahrt-Kirche war überwältigend. Insbesondere, weil die Chorleiterin Karolina Halbig eine Sulzthalerin ist und Chorgründer Franz-Josef Tremer ebenfalls von dort stammt, war der Zulauf enorm groß. Der Spendenerlös sei für die Erdbebenopfer in Nepal bestimmt, sagte Pfarrer Pater Sony Kochumalayil.

    Gesungene Lebensfreude

    Sogar Stehplätze waren in der Kirche rar. Von der Empore aus nahmen die Ministranten regen Sicht- und Winkkontakt mit Halbig auf. Unter den rund 50 Sängern waren nur wenige Sulzthaler und Ramsthaler. Die meisten stammen aus der Würzburger Gegend. Trotzdem trat dieser seit 22 Jahren bestehende Chor jetzt zum ersten Mal in diesem Dorf auf. Schon das erste Lied "Free Your Soul" ("Befreie Deine Seele") überzeugte die faszinierten Zuhörer. Da kam gesungene Lebensfreude aus den 50 Kehlen. Glaubhaft fröhlich und hörenswert. Aus der angekündigten Konzertstunde wurden eineinhalb Stunden, die das Publikum mit stehenden Ovationen, heftigem Applaus und Zugabe-Rufen einforderten.

    Auf dem Dirigentenpodest agierte bewegungs- und mimenreich die 23-jährige Chorleiterin Halbig. An der Orgel saß Tremer, der mit einem Solostück "Arioso" von Robert W. Jones glänzte und für den Chor den "Interreligiösen Kanon" komponiert hatte. Begleitet wurden viele Lieder von der Pianistin Andrea Schrott auf dem elektrischen Klavier und Daniel Feldmeier mit Percussion. Rund drei Dutzend Sängerinnen und ein Dutzend singende Männer boten ein abgerundetes Klangbild, das gut mit der Akustik des Kirchenraumes harmonierte. Aus den Reihen der Sänger traten während des Konzertes mehrere Solisten hervor. Organisationsleiter Michael König führte moderierend durch das Konzert.

    Mitreißende Lieder

    Die Stimmung von Soul und Gospel ergriff schnell das mitklatschende Publikum. So waren auch jene älteren Zuhörer begeistert, die sonst diesem aus Amerika stammenden Liedgut skeptisch gegenüberstehen. Aber auch ein Medley aus dem Musical "König der Löwen" war zu hören. Ebenfalls Cohens "Halleluja" und das exotische Lied "Un poquito cantas" oder ein mitreißendes "Viva la vida". Dieser Chor begeisterte und riss seine Zuhörer rhythmisch mit. Auch die Percussion mit den drei Plastikbechern auf der Tischplatte beeindruckte.

    Kontakt zur Heimat Sulzthal

    Halbigs herzlicher Kontakt zur heimatlichen Kirchengemeinde, die am Sonntag ihr jährliches Pfarrfest feierte, sei lebenslang, bestätigt Kirchenpfleger Norbert Schmitt nicht ohne Stolz. Denn schon in ihrer Jugend war sie dort als Ministrantin und Oberministrantin tätig gewesen. Halbig studiert zurzeit in Würzburg Musik für das Lehramt im achten Semester (Klavier, Blockflöte, Gesang) und spielt oft in Sulzthal die Orgel.

    Seit über zwei Jahren leitet sie den Chor. "Die Begeisterung für den Gesang hängt an der Art der Lieder", bestätigt Halbig. Gerade die modernen Lobpreisungen Gottes durch Gospel motiviere. Darüber hinaus gebe es viel Singenswertes aus Pop und Musicals, das die Sänger begeistere. Daheim in Sulzthal ist sie gelegentlich auch unter den Sängerinnen des Heart-Chores anzutreffen.

    Tremer gilt als Mitgründer des 22 Jahre bestehenden Würzburger Chores "New Future", der schon vor sehr großem Publikum wie zum Beispiel beim katholischen Kirchentag auftrat. "Es war ursprünglich ein Jugendchor, der ganz klein angefangen hat", bestätigt Tremer. Er war damals als Gemeindereferent in Würzburg tätig. Mittlerweile hat der Chor 75 Sänger, die aber nicht alle nach Sulzthal gekommen waren. Nur die Hälfte sind Musikstudenten.

    Gerd Schaar

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