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    FUCHSSTADT

    Entscheidung über Waldfriedhof steht bevor

    Gespannt warten viele Fuchsstädter auf den Ausgang des Bürgerentscheides zum geplanten Waldfriedhof nahe der Kohlenbergkapelle. Knapp 1500 Stimmberechtigte sind am Sonntag, 24. Juni, dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Das Projekt hat eine längere Vorgeschichte. 2013 hatte der vorhergehende Gemeinderat sich mit 11:1 Stimmen dafür ausgesprochen. Die weiteren Schritte überließ er aber dem aktuellen Gemeinderat. Dieser stimmte nach diversen Vorerkundigungen im Januar mit 7:5 Stimmen für die Verwirklichung des Projektes.

    453 Unterschriften für den Entscheid

     Diese Entscheidung rief eine Initiative um Daniela Stöth, Romana Heinemann-Küfer und Alfons Kippes auf den Plan. Im Rahmen eines Bürgerbegehrens sammelten sie 453 Unterschriften. Deshalb kommt es nun zu dem Bürgerentscheid.

    Über den Ausgang entscheidet, wie stark Befürworter und Gegner die Bevölkerung für einen Urnengang in ihrem Sinn mobilisieren können. Immerhin hat die Initiative bereits im Rahmen des Bürgerbegehrens ordentlich vorgelegt. Eigentlich hätten bereits 150 Stimmen (zehn Prozent) gereicht, um das Thema für alle zur Abstimmung zu stellen.

    Diskussion über die Fragestellung

    Um die Formulierung der alles entscheidenden Frage gab es im Vorfeld Diskussionen. Sie lautet: „Sind sie dafür, dass der geplante Naturfriedhof nicht am Standort Kohlenberg errichtet wird?“ Das heißt, wer gegen den angepeilten Friedhof ist, muss mit Ja stimmen, wer dafür ist, mit Nein.

    Ihre Positionen haben beide Seiten auf einem gemeinsamen Gemeinde-Flyer dargestellt. Es sei für viele Menschen ein beruhigender, schöner und trostspendender Gedanke, den letzten Ort der Ruhe in einem Wald zu finden. Der Waldfriedhof soll eine Ergänzung zum Friedhof sein.

    "Landschaft nicht beeinträchtigt"

    Eine Beeinträchtigung der Landschaft sieht die Gemeinde nicht. So soll es keinen Zaun geben und weder Zufahrt noch Parkplätze asphaltiert werden. Beigesetzt werden dürfen nur biologisch abbaubare Urnen. Lediglich eine Plakette an dem jeweiligen Baum soll an den bestatteten erinnern.

    "Naherholung in Gefahr"

    Die Gegner sehen den Kohlenberg als schönstes Naherholungsgebiet Fuchsstadts in Gefahr. Sie führen die 2016 ermittelten Kosten in Höhe von 90 000 Euro ins Feld und halten darüber hinaus eine bessere Zufahrt für erforderlich.

    Durch die Beerdigung Auswärtiger werde das Verkehrsaufkommen zunehmen. „Wir sind nicht gegen den Waldfriedhof, sondern gegen den Standort“, sagt Daniela Stöth.

    „Das ist Demokratie“, nimmt Bürgermeister Peter Hart den Bürgerentscheid gelassen. Enttäuscht zeigt er sich aber darüber, dass die Initiative über den gemeinsamen Flyer hinaus mit Veröffentlichungen Stimmung gemacht habe.

    Hart wehrt sich dagegen, dass der Waldfriedhof „sein“ Projekt sei, für das er Förster, Naturschutz und Bestatter auf Linie gebracht habe. Er habe die Mehrheit im Gemeinderat hinter sich.

    Bewusst übertrieben werde von den Gegnern die Erschließung des Geländes. Nun will er sich vor dem Wochenende noch mit einem Brief an alle Einwohner wenden. Sie habe vom Bürgermeister sogar schriftlich, dass ihre Initiative über den Gemeindeflyer hinaus an die Öffentlichkeit treten kann, weist Daniela Stöth Kritik an ihrer Öffentlichkeitsarbeit zurück.

    Keine Prognosen

    Eine Prognose, wie die Sache ausgeht, wagt keiner. Bei der Gemeinde sind bis Donnerstag 320 Briefwahlunterlagen angefordert worden. Damit liege man im üblichen Rahmen von Wahlen, heißt es im Rathaus. Am Ende setzt sich die Mehrheit der abgegebenen Stimmen durch, sofern sie mindestens zwanzig Prozent der Stimmberechtigten beträgt. Das Wahllokal in der Aula der Grundschule ist von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

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